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Stolberg: Stolberg-Blume grüßt an Brücke der Freundschaft

Stolberg : Stolberg-Blume grüßt an Brücke der Freundschaft

Aus zehn europäischen Ländern reisten die Delegationen der Schmiedestädte an: Acht Sprachen bestimmten die Generalversammlung des Rings der europäischen Schmiedestadte im bayrischen Kolbermoor bestimmte ein immer internationaler werdendes Flair, das auch die Delegation aus Stolberg beeindruckte.

Auch wenn einige der Delegierten aktive Schmiede sind, ist diese Veranstaltung kein Schmiedetreffen, sondern diese bilden zusammen den Fachbeirat, welcher den Beirat der Kommunen fachlich bei der Generalversammlung unterstützt. Neben dem Fachbeirat der Schmiede wurden auch Bürgermeisterkollegen und Vertreter der Kommunalparlamente durch Bürgermeister Peter Kloo und den Präsidenten des Rings der europäischen Schmiedestädte, Josef Hofmarcher, begrüßt. Die Stolberger Delegation wurde von dem stellvertretenden Bürgermeister Willi Engels angeführt.

Auch wenn es sprachlich nicht einfach war, so klappte letzten Endes die Kommunikation dank der jeweiligen privaten Dolmetscher der Delegationen doch sehr gut. Umfangreiche Beratungen in den Beiräten des Vereins prägten die Tagesordnung. Neue Projektvorschläge wurden eingebracht, bestehende Projekte und Konzepte verfeinert, Formalien geklärt, Wünsche und Anregungen diskutiert - und letztlich in der Generalversammlung verabschiedet.

Die „Feuerorgel” kommt

Unter anderem wurden Mittel zur Reparatur der so genannten Feuerorgel bereitgestellt. Dieses Objekt ist aus dem Zusammenspiel zweier traditionell eisenverarbeitender Ortschaften der Eisenstraße (Niederösterreich) entstanden. Hinter diesem Kunstwerk steckt die Idee, mit sichtbarem Feuer Musik erzeugen und reproduzieren zu können, also ein völlig neues Musikinstrument zu schaffen. Diese Innovationen und Vorstellungen des Ybbsitzer Schlossermeisters Franz „Joe” Wahler wurden im Rahmen einer Diplomarbeit der Technischen Schule in Ybbsitz (Österreich) im Jahr 2008 verwirklicht.

Das in dieser Zusammenarbeit zwischen Künstler und Schülern entstandene Gesamtkunstwerk wahrt die Vorstellung des archaischen Streitwagens, der das unzähmbare Element Feuer beherrscht, und vereint es mit neuen akustischen und optischen Aspekten. Nachdem die erforderlichen Reparaturarbeiten abgeschlossen sind, soll die Feuerorgel als Aushängeschild des Rings der europäischen Schmiedestädte die einzelnen Mitgliedsstädte und damit auch Stolberg „bereisen”.

Außerdem nahm die Generalversammlung die Städte Acireale aus Sizilien, Arles Sur Tech und Valbonne aus Frankreich sowie Ivano-Frankivsk aus der Ukraine feierlich in den Ring der Schmiedestädte auf, so dass nunmehr 17 Städte und Gemeinden aus zehn europäischen Ländern der „Schmiedefamilie” angehören. Nach der Präsentation der Stadt Ovre Eicker aus Norwegen wurde bereits die Absicht erklärt, im kommenden Jahr dem Ring beizutreten.

Im Rahmen des Schmiedefestes wurde die „Brücke der Freundschaft” in Kolbermoor eingeweiht. Der Festakt an der Brücke mit gemeinsamer Segnung durch Vertreter der Geistlichkeit war der Höhepunkt der dreitägigen Generalversammlung des Rings der Europäischen Schmiedestädte in Kolbermoor. „Dieser Ring hat die Herzen der Menschen erreicht. Es wurden Freundschaften von Städten, Regionen und Verbänden geschlossen”, erklärte Bürgermeister Kloo. Die Idee zur Errichtung einer Gemeinschaftsskulptur stammt von Manfred Bredohl aus Aachen. Für die Umsetzung in Kolbermoor war federführend Schmied Michael Ertlmeier verantwortlich.

Kolbermoor besucht Kupferstadt

Die Brücke der Freundschaft ist ein Symbol der Völkerverständigung und Schmiedesprecher Peter Elgaß wünschte sich, dass noch viele Brücken der Freundschaft in Zukunft an anderen Orten folgen werden. Das Geländer der Brücke wird durch Exponate der Schmiede verziert. Hierbei handelt es sich um Unikate, welche im gesamten europäischen Raum geschmiedet wurden. Kunstschmied Adi Radermacher aus Stolberg ist mit einer Sonnenblume vertreten.

Im Rahmen des Aufenthalts in Kolbermoor konnte die Delegation der Stadt Stolberg viele neue Kontakte knüpfen, u. a. wurde in Aussicht gestellt, dass die Blasmusikanten und die Trachtengruppe aus Kolbermoor im Herbst zur Stadtparty anreisen werden, um das Oktoberfest auf dem Kaiserplatz zu bereichern. Auch ist eine Demonstration der Schmiedekunst im Bereich des neuen Rathauses unter Beteiligung internationaler Schmiede für das Stadtpartywochenende (18. bis 20. September) vorgesehen.

Eingeladen wurden die Schmiede auch zum Weihnachtsschmieden vor dem alten Rathaus, welches im Rahmen der Kupferstädter Weihnachtstage am Wochenende 12. bis 13. Dezember vorgesehen ist. Die Generalversammlung des Jahres 2010 wird vom 2. bis 5. September in Oude-IJsselstreek (Niederlande) stattfinden.

>Weitere Informationen:

Dem Ring der europäischen Schmiedestädte gehören an: In Deutschland Friesoythe, Kolbermoor, Olbernhau und Stolberg; in Österreich Bad Hall und Ybbsitz, in den Niederlanden Oude-IJsselstreek, in Italien Stia, in der Ukrainie Donetsk, in der Tschechischen Republik Lipnik, in Polen Gniew und in Finnland Mynämäki (das aufgrund der Feiern zum Sonnwendfest nicht vertreten war).

Hinzu kommen nun die fünf Anwärter auf die Mitgliedschaft: Acireale aus Sizilien, Arles Sur Tech und Valbonne aus Frankreich, Ivano-Frankivsk aus der Ukraine sowie Ovre Eicker aus Norwegen in 2010.

Die Kupferstadt Stolberg war in Kolbermoor vertreten mit Jürgen Gerres, Adi Radermacher, Andreas Pickhardt,Willi Engels und Hans Baum (von links).