Stolberg: Benzin-Engpass an der Tankstelle

Benzin-Engpässe an Tankstellen: Weder Diesel noch Super, Stolberger Tanken müssen passen

An der Tankstelle in Breinig hat es am Donnerstagabend zum wiederholten Mal Sprit-Engpässe gegeben. „Seit mehreren Tagen erhalten wir nur noch 30 bis 40 Prozent dessen, was wir brauchen“, erklärte der Tankstellen-Verkäufer.

Auch wer am Mittwoch an der Prämienstraße in Münsterbusch Super oder Diesel tanken wollte, musste weiterfahren. Ab Mittag gab es keinen Sprit mehr, berichtete die Verkäuferin dort. Auf Anfrage bei anderen Tankstellen in Stolberg wurden keine weiteren Engpässe genannt – „noch nicht“, hieß es von mehreren Tankwarten.

Bereits in den Tagen zuvor berichtete unsere Zeitung von Engpässen an Tankstellen in anderen Kommunen der Städteregion. Ganz NRW betrifft das Problem derzeit. Dennoch waren einige Autofahrer überrascht. Das bestätigte auch die Tankstellen-Verkäuferin: „Viele Kunden meinten, sie hätten die Meldung über die Engpässe überhaupt nicht ernst genommen. Als sie dann hier vor leeren Säulen standen, waren sie sehr verwundert.“

Zapfsäule abgebunden: Weder Super noch Diesel konnten Autofahrer an der Tankstelle an der Prämienstraße kaufen. Foto: Lydia Flink

Die Engpässe in Nordrhein-Westfalen ergeben sich nicht etwa, weil zu wenig Sprit vorhanden ist. Stattdessen liegt das Problem beim Kraftstofftransport auf dem Rhein. Wegen des niedrigen Wasserstandes können Tankschiffe momentan nur ein Drittel ihrer gewöhnlichen Kapazitäten laden, erklärte Julia Spicker, Sprecherin des ADAC Nordrhein, unserer Zeitung. Dadurch werden die Lager immer leerer. Und auch auf die Preise wirken sich die Engpässe aus.

Andere Regionen Deutschlands, etwa der Großraum Hamburg, sind dagegen kaum bis gar nicht betroffen. Dennoch reichen die Engpässe bereits so weit, dass das Bundeswirtschaftsministerium inzwischen den Zugriff auf die Ölreserve freigegeben hat.

Die Tankstelle in Münsterbusch konnte zwar am Donnerstag wieder Benzin und Diesel verkaufen. Bei anhaltender Trockenheit können aber auch in den kommenden Tagen Lieferengpässe nicht ausgeschlossen werden.

(ll)
Mehr von Aachener Zeitung