Stolberg: „Stolbärchen”: Qualitätssiegel und Identifikationsfigur

Stolberg: „Stolbärchen”: Qualitätssiegel und Identifikationsfigur

Das Projekt ist noch längst nicht am Ende seiner Entwicklung. „Der Bedarf wird immer größer, daran werden wir uns auch in Zukunft orientieren”, ist Josef Offergeld überzeugt.

Der langjährige Jugendpfleger und heutige Abteilungsleiter im Jugendamt zählt mit seinem Fachbereichsleiter Willi Seyffarth zu den Gründungsvätern von „Stolbärchen”. Gemeinsam können sie in der kommenden Woche auf dessen zehnjähriges Bestehen blicken. Und damit auf eine Erfolgsgeschichte, in der es ursprünglich darum ging, aus der Not eine Tugend zu machen.

„In den 90er Jahren waren die Jugendtreffs in den Stadtteilen personell noch viel besser ausgestattet. Da konnten sie noch ihr eigenes Ferienprogramm gestalten”, erinnert sich Offergeld. Was folgte, war die bis heute andauernde finanzielle Talfahrt der Stadt. Und damit einhergehend die immer größere Schwierigkeit, der steigenden Nachfrage nach einer zuverlässigen Kinderbetreuung in den Schulferien mit immer geringeren Haushaltsmitteln gerecht werden zu können.

„Für uns war klar, dass wir uns etwas ganz Neues ausdenken mussten”, erklärt Willi Seyffarth rückblickend. Die Köpfe rauchten, die Ideen wurden abgewogen, und am Ende stand „Stolbärchen”. Der kleine Bär ist seitdem Identifikationsfigur und Qualitätssiegel zugleich. Und wenn die Stadt heute mit dem Slogan „Starke Partner für starke Kinder” wirbt, dann spielt sie damit nicht nur auf die Verlässlichkeit ihres eigenen Jugendamtes an, sondern auch auf die Sponsoren, die seit Gründung der Initiative ihre Unterstützung leisten für ein Programm, das aus öffentlichen Mitteln nicht mehr zu bestreiten wäre.

Gleichwohl sieht Josef Offergeld die Verantwortlichen stets in einem schwierigen Spagat. Denn trotz der Spendengelder trägt sich „Stolbärchen” letztlich nur, weil auch Teilnahmebeiträge erhoben werden. „Auf der einen Seite wollen wir diese niedrig halten, um möglichst vielen Kindern eine Teilnahme zu ermöglichen. Auf der anderen Seite geht es natürlich auch darum, ein Gruppenerlebnis mit einem hohen pädagogischen Anspruch zu gewährleisten.”

Das scheint regelmäßig zu gelingen, die steigenden Anmeldezahlen dürfen als Beleg dafür gewertet werden. 280 Stolberger Kinder nehmen in diesen Sommerferien an einer der zahlreichen Maßnahmen in der Ganztagsbetreuung teil. Hinzukommen mehrere hundert, die sich im Laufe der sechs Wochen an den verschiedenen Standorten von Jugendbus und Spielmobil einfinden.

Angefangen hat „Stolbärchen” mit einem dreiwöchigen Programm für Sieben- bis Zehnjährige, mittlerweile erstreckt sich das Angebot des „Ferienkalenders”, den die Stadt gemeinsam mit zahlreichen freien Trägern als Orientierungs- und Planungshilfe herausgibt, auch auf die Herbst- und Osterferien und spricht Kinder wie Jugendliche gleichermaßen an.

Die Nachfrage, so berichtet Willi Seyffarth, wird in allen Fällen immer größer. Und damit auch die Notwendigkeit, weitere Kooperationspartner einzubinden. „Es gibt da noch einiges Potenzial”, ist Josef Offergeld überzeugt. Beispielsweise bei der „Kinder- und Jugendperspektive”, die mit ihren Anfang des Jahres eingestellten sechs Sozialarbeitern nicht nur neue personelle Möglichkeiten bietet, sondern auch die Chance auf eine engere Kooperation mit den Schulen. Auch die Zusammenarbeit mit den offenen Ganztagsgrundschulen gilt als Option. „Wobei die Schwierigkeit darin besteht, dass wir es mit vielen unterschiedlichen Trägervereinen zu tun haben”, schränkt der Abteilungsleiter ein.

Eine konkrete Weiterentwicklung steht derweil schon fest. In den Osterferien wird es ein Sprachcamp geben. „Damit beziehen wir erstmals auch den Vorschulbereich mit ein”, stellt Willi Seyffarth zufrieden fest und ergänzt: „Es ist schön zu sehen, wie Stolbärchen wächst.” Auch nach seinem zehnten Geburtstag.

Im Zirkuszelt an der Propst-Grüber-Schule finden die Aktionstage von Mittwoch, 15., bis Samstag, 18. August statt.

Das „LUNA Theater” präsentiert am Mittwoch, 15. August, um 17 Uhr die Inszenierung „Das Elfenwunder”.

Ein Galaabend mit dem „Circus Rondel” mit dem Zauberer „Tullino” und Clownerike folgt am Donnerstag, 16. August um 18.30 Uhr.

Liedermacher Volker Rosin tritt am Freitag, 17. August, ab 17 Uhr auf.

Der Eintritt kostet je fünf Euro, die Familienkarte für alle drei Abende kostet 12 Euro. Kartenvorverkauf an der Info im Rathausfoyer oder bei der Stolberg-Touristik, Zweifaller Straße 5.

Das große Abschlussfest „Tag des Stolbärchens” beginnt am Samstag, 18. August um 10.30 Uhr.