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Stolberg: Steinweg 8: Bauwerk mit prächtiger Fassade und Geschichte

Stolberg : Steinweg 8: Bauwerk mit prächtiger Fassade und Geschichte

Das Haus an der Brücke besitzt eine prächtige Fassade. Der Zementstuck wird von reichhaltigem Jugendstildekor geprägt. Besonders aufwendig ist das Ornament über der Eingangstüre gestaltet: Zwei Löwen mit Brezel und Krone sind ein Hinweis auf die frühere Nutzung des Gebäudes als Bäckerei. Außerdem ist dort ein Schlussstein zu sehen, der die Jahreszahl 1778 trägt.

Damit ist das Haus Steinweg 8 gemeint, das sich unmittelbar an der Brücke befindet, die die Bezeichnung „Pont de Valognes“ trägt und den Übergang zur Altstadt darstellt. Der im 18. Jahrhundert errichtete Bau besteht aus drei Teilen. Ältester Teil ist vermutlich der mittlere Bruchsteinbau, dessen Giebel zur Vicht liegt. 1897 wurde das ebenfalls im 18. Jahrhundert errichtete Vorderhaus verändert.

Man benötigte eine breitere Brücke, legte eine neue Fluchtlinie fest und verkürzte das Vorderhaus um einige Meter. Zuvor hatten das in den Straßenraum ragende Vorderhaus und ein gegenüberliegendes kleines Gebäude, den Übergang zur Altstadt zu einer Engstelle gemacht. Die neue Brücke mit den Balustern in Neobarock errichtete der örtliche Bauunternehmer Carl Peltzer. Ebenfalls in diese Zeit fällt auch die Erstellung des Zementstucks sowie die Errichtung des Mansarddaches, dessen unterer Bereich eine „Verschieferung“ aus Zinkblech aufweist. Mit Zinkblech sind auch die Dachgauben eingefasst, die von Akroterien aus Zinkguss geschmückt werden.

Über die ursprüngliche Nutzung des dreiteiligen Gebäudes ist wenig bekannt. Im frühen 19. Jahrhundert war Theodor Hamacher der Besitzer, der eine Tätigkeit als Tagelöhner ausübte. Als Bäckerei wurde das Gebäude seit dem späten 19. Jahrhundert genutzt: anfänglich von Peter Matthias Kappes und später - seit 1964 - von Fritz Abels. Demnach wurden die einzelnen Bauteile unterschiedlich genutzt: Das Vorderhaus diente als Café und Verkaufsraum und im Hinterhaus lag die Backstube. Die Obergeschosse wurden als Wohnbereiche genutzt. Das Café hatte man erstmals 1920 eingerichtet. Café, Bäckerei und Konditorei Abels wurden vor Jahren geschlossen. Nach dem Verkauf dient das Haus als Studentenwohnheim.