Stolberg: Steiniger Weg in den Job: Jetzt gibt´s Hilfe aus der Steinfeldstraße

Stolberg: Steiniger Weg in den Job: Jetzt gibt´s Hilfe aus der Steinfeldstraße

Wenn Daniel Fries seine neue Arbeitsstelle antritt, weiß er eigentlich nur eins: dass er nicht weiß, was auf ihn zukommt. Nur so viel: „Die ganz einfachen Fälle kommen wohl nicht zu uns”, sagt der 31 Jahre alte Stolberger, der künftig als Erwerbslosenberater in der neuen Stolberger Anlaufstelle des Bildungswerkes der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) Auskunft gibt.

„Unter den vielen tausend Menschen, die in der Region Aachen keine Arbeit finden, benötigt eine große Anzahl einen anderen Zugang der Hilfe, wie es die Jobcenter aufgrund der Rechtsform nicht umfänglich anbieten können”, erklärt Andris Gulbins, Leiter des KAB-Bildungswerkes.

Nach 54 Gesetzesänderungen ist es jetzt - noch komplizierter

Als Konkurrenz zu Arge beziehungsweise Jobcenter sehe sich die Einrichtung im Rolandshaus dennoch nicht, betont Gulbins. Da ist eher vom „guten Zusammenspiel” die Rede, um erwerbslose Menschen wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren.

„Das ist auch für uns sehr kompliziert geworden”, erklärt Joachim Müller, Leiter der Stolberger Jobcenter-Geschäftsstelle, der in den vergangenen fünf Jahren 54 Gesetzesänderungen miterlebt hat. Dennoch sagt er: „Viele Dinge lassen sich schon auf dem kurzen Wege richten.” Dreimal in der Woche stellt sich Fries den Fragen, Sorgen und Nöten der Erwerbslosen, die den Weg ins Rolandshaus in der Steinfeldstraße 4 finden (siehe Infokasten).

„Jeder hat andere Lebensumstände”, weiß Fries und stellt sich auf einen großen Erklärungsbedarf zu Leistungsbescheiden ein: „Das Sozialgesetzbuch wird immer dicker, immer komplexer. Die meisten Menschen bekommen ihr Geld und wissen gar nicht, wie sich die Summe zusammensetzt.”

Apropos Geld: Durch die für die nächsten zwei Jahre geltende Förderungszusage des Landes NRW, das das Projekt in den Jahren 2008 und 2009 schon einmal unterstützt hatte, können sich jetzt erstmals hauptamtlich KAB-Mitarbeiter um die Belange der Erwerbslosen kümmern. „Wir müssen als Kirche nah bei den Menschen sein, die Hilfe brauchen”, mahnt Hans-Rolf Funken, Pastor der Großpfarre St. Lucia. Zuletzt habe die Kirche jährlich rund 250000 Euro in Arbeitslosenprojekte im alten Aachener Kreis investiert, sagt Gerd Mertens, Geschäftsführer des Katholikenrates, den die KAB als Kooperationspartner für die Beratungsstelle finden konnte.

Öffnungszeiten der Stolberger Beratungsstelle

Erwerbslose finden im Rolandshaus in der Steinfeldstraße 4 montags und dienstags von 9 bis 14 Uhr sowie donnerstags von 12 bis 16 Uhr eine Beratungsstelle für Fragen zur Arbeitslosigkeit.

Zu erreichen ist die Erwerbslosenberatungsstelle vorübergehend unter 01578/9390020 (mobil, bis zur Einrichtung eines Festnetzanschlusses) und unter anlaufstelle@bistum-aachen.de per E-Mail. Auskunft gibt Daniel Fries.

Gefördert wird das Projekt des Katholikenrates und der KAB durch Landesmittel sowie Gelder aus dem „Solidaritätsfonds für arbeitslose Menschen im Bistum Aachen”. Der Berufsverband der KAB hat die Trägerschaft übernommen.