Stolberg: Starke eigene Songs und tolle Interpretationen

Stolberg: Starke eigene Songs und tolle Interpretationen

Künstler können wohlwollenden Beifall, stehende Ovationen, frenetischen Jubel genießen — oder den Altstadt-Applaus, der sich durch ein großes Maß an Ehrlichkeit auszeichnet. In jenem herzlichen, von Lied zu Lied lauter aufbrandenden Altstadt-Applaus badete Romy Conzen förmlich bei ihrem Konzert im „Piano“.

Vollkommen zu Recht, denn die junge belgische Liedermacherin begeisterte das Publikum in der gut besuchten Musikkneipe auf hohem Niveau. Ihre enorme Bühnenpräsenz entstand dabei nicht aus großen Gesten oder Effekten, sondern aus ihrem gefühlvollen, leidenschaftlichen Gesang, dem virtuosen Spiel auf der Gitarre und ihrer natürlich charmanten Ausstrahlung, mit der sie die Gäste vollends in ihren Bann zog.

Mit ihrer grandiosen Stimme deckte Romy Conzen eine große Bandbreite ab, die sich auch in dem ansprechenden Repertoire widerspiegelte. Mit teils kraftvoller Stimmgewalt und teils hoch emotionalem Gesang präsentierte sie ihre eigenen Stücke und akustische Interpretationen bekannter Lieder. Conzens Songs wie „Love ist he Answere“ oder Titel ihres aktuellen Albums „Black as Night“ wie „Sky falls down“, „Cruel to be kind“ oder das romantisch verträumte „Gates of Eden“ fügten sich nahtlos in das Gesamtprogramm des Abends und konnten neben den beeindruckend interpretierten Welthits wie „Losing my Religion“ von „REM“ durchaus bestehen.

Die charismatische Sängerin intonierte das getragene „Still haven’t found what I’m looking for“ von „U2“ ebenso großartig wie die energiegeladeneren Stücke „Black Horse and the Cherry Tree“ von „KT Tunstall“ oder „Like the Way I do“ von Melissa Etheridge. Romy Conzen erntete für ihre fantastische Adaption von „Paint it black“ der „Rolling Stones“ tosenden Altstadt-Applaus und einen Zuruf aus den Reihen des Publikums, der wiederum von den anderen einhellig Gästen bestätigt wurde: „Der schönste Jagger aller Zeiten!“ Conzens eigene Titel wie „Holding on“ und „So far away“ wurden in der Musikkneipe „Piano“ genauso gefeiert wie „Use somebody“ der „Kings of Leon“, „Creep“ von „Radiohead“ und „What’s up“ der „Four non Blondes“.

Das moderne „Je veux“ von „Zaz“ traf auf Edith Piafs zeitlosen Klassiker „Non, je ne regrette rien“. Während bei „Roxanne“ von „The Police“ Partystimmung in der Altstadt aufkam, verwandelte sich die Atmosphäre gänzlich, als Romy Conzen „Chasing Cars“ von „Snow Patrol“ und vor allem Leonard Cohens „Hallelujah“ anstimmte: Sichtlich bewegt lauschte das Publikum in purer Andacht den Klängen der Musikerin und war erneut von dem Ausnahmetalent Romy Conzen hingerissen. So sorgte auch die letzte Zugabe für ein Gänsehaut-Finale des tollen Konzertabends, als die Sängerin sich mit „With or without you“ von „U2“ verabschiedete.

Mehr von Aachener Zeitung