Städteregion stockt Mittel für den Regiosportbund auf

Rückenwind für den Sport im Altkreis : Städteregion stockt Mittel für den Regiosportbund auf

Das wäre dann doch mal eine dicke Schlagzeile: „Städteregion verdreifacht die Mittel für die Sportförderung“, könnte sie lauten. Inhaltlich wäre daran nichts auszusetzen. Schließlich wird der Zuschuss ab sofort von jährlich 8000 auf 25.000 Euro angehoben.

Die absoluten Zahlen geben aber einen deutlichen Hinweis darauf, dass es sich nicht um eine Sensation handelt, sondern allenfalls um eine gute Nachricht. Aber immerhin.

Beim Regiosportbund Aachen, an den die Mittel gehen, hat man sie auf jeden Fall mit Freude aufgenommen. Und vielleicht auch mit ein klein wenig Genugtuung. Schließlich hatten die Verantwortlichen den Fraktionen schon 2014 erklärt, dass die gewährten 8000 Euro nicht ausreichen, um der Arbeit und dem Stellenwert des RSB mit seinen 330 Vereinen und insgesamt 73.000 angeschlossenen Sportlern im ehemaligen Kreis Aachen gerecht zu werden. 

Vier Jahre später ist die Politik zu dem gleichen Schluss gekommen und hat vor Weihnachten im Städteregionsausschuss einstimmig die Aufstockung beschlossen. Tim Grüttemeier war da noch Bürgermeister von Stolberg und hatte mit der Entscheidung wenig zu tun. Der neue Städteregionsrat unterstreicht aber die Bedeutung, die die Neuerung aus seiner Sicht hat: „Der Regiosportbund ist Anlaufstelle für alle Ehrenamtler im Sport. Es ist richtig und wichtig, hier die Förderung zu erhöhen und so noch professionellere Beratungsstrukturen zu schaffen.“

Besagte Strukturen sollen sich vor allem in Form von noch mehr und noch besseren Beratungen auf die tägliche Arbeit niederschlagen. Das kündigt RSB-Präsident Günther Kuckelkorn an und freut sich gemeinsam mit seinem „Vize“ Robert Voigtsberger über „die hohe Wertschätzung des Sports durch die Städteregion“.

Eingespieltes Team

Verband und Verwaltung sind mittlerweile ein eingespieltes Team. Anfang 2015 hatten sie zunächst symbolisch den „Pakt für Sport und Bildung“ besiegelt, um zwei Jahre später eine noch sehr viel konkretere und weiter reichende Kooperation zu vereinbaren: Zum 1. Januar 2017 und zunächst für fünf Jahre hat der Regiosportbund die Verantwortung und das Budget für die Sportförderung vom städteregionalen Amt für Kinder, Jugend um Familienberatung übernommen.

Der Wechsel ging und geht immer noch einher mit grundsätzlichen Veränderungen – etwa durch die Einführung neuer Förderrichtlinien und einer anderen Verteilung der zur Verfügung stehenden Gelder. Die Zuschüsse für die Anschaffung von Sportgeräten wurden in diesem Zuge ebenso reduziert wie die Pro-Kopf-Pauschale, die Vereinen für ihre jugendlichen Mitglieder gezahlt wird. Im Gegenzug wurden drei Jahresstipendien für das „junge Ehrenamt“ und die Talentförderung für Jugendliche, die bei überregionalen Wettkämpfen starten, etabliert. Außerdem steht die verstärkte Förderung von Aus- und Weiterbildung ehrenamtlicher Übungsleiter ganz weit oben auf der Prioritätenliste des Regiosportbundes.

Dort soll sie in den kommenden Jahren auch bleiben, unterstreicht Ingrid Schäfer. „Die zusätzlichen Mittel sind in diesem Zusammenhang sehr wichtig“, betont die Geschäftsführerin. „Sie ermöglichen uns, attraktive Arbeitsplätze zu bieten und damit unser Personal und die Ausstattung zu halten und zu binden.“

Das wiederum sei elementare Voraussetzung dafür, dass der RSB seinen (Bildungs-) Auftrag auch in der Zukunft erfüllen könne. Zwei Schwerpunkte, die Ingrid Schäfer bereits vor anderthalb Jahren im Gespräch mit unserer Zeitung benannt hatte, sollen dabei weiterhin im Fokus bleiben: die Unterstützung der Vereine bei der Bewältigung der gesellschaftlichen Veränderungen und die Intensivierung der Jugendförderung.