Städtebauförderung in Stolberg: Grüntalstraße im Mittelpunkt

Städtebauförderung in Stolberg : Grüntalstraße 5 soll zum zentralen Begegnungsort im Viertel umgestaltet werden

Mit dem Städtebauförderprogramm „Soziale Stadt Stolberg“ sollen die Wohn- und Lebensbedingungen in den Quartieren Oberstolberg, Unterstolberg und Münsterbusch/Liester verbessert und das soziale Zusammenleben gefördert werden.

2014 gab es den ersten Förderbescheid für die Innenstadt. Seither wurden viele Projekte von der Stadt und ihren Bürgern gemeinsam angestoßen und Flächen multifunktional nutzbar gemacht. Der Kaiserplatz als Austragungsort der Blindenfußball-Bundesliga stellte dies an diesem Samstag eindrucksvoll unter Beweis.

Am nun fünften Tag der Städtebauförderung in der Kupferstadt unter dem Motto „Aus Chancen werden Räume – für Begegnung, Bildung, Baukultur“ konnten sich die Besucher vor allem über die Grüntalstraße 5 informieren, die zu einem zentralen Begegnungsort im Viertel umgestaltet werden soll.

Das Gebäude, in dem sich einst Jobcenter und Umweltamt befanden, beherbergt jetzt als Zwischenlösung zwei Projekte: Zum einen „Oberstark“, ein Projekt für ein „Starkes Aufwachsen - Gesund im Quartier“ und das „Viertel-Lab“, ein Projekt zur Förderung von Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier (BIWAQ) mit Ansprechpartner Michael Omsels von der Low-tec, einem diakonischen Träger.

Sein Ziel ist es, Langzeitarbeitslose ab 27 Jahre wieder zu beschäftigen und dem Haus eine neue Aufenthaltsqualität zu geben. Anfang 2020 beginnt dann der Umbau für das geplante Begegnungszentrum für Jung und Alt, das mehrere variabel nutzbare Räume umfassen wird. Das Projekt wird mit Mitteln aus dem Europäischen Strukturfonds EFRE gefördert. Ein Zuwendungsbescheid wird für Juli/August erwartet. Während die Menschen unter Anleitung von Carlos de Abreu im digitalen Bereich nach den Orten suchen und deren positive Zukunft visualisieren, werden in der Werkstatt nebenan Dinge gebaut, die man haben möchte. An diesem Morgen sind es die letzten Hemden und Blusen der Stolberger (Idee Carlos de Abreu), die zusammengenäht werden müssen.

Für Stolberg ist dies eine große Wertschätzung, denn das Kunst-Objekt schmückt einen Teil des angrenzenden Parkhauses. Im Anschluss an die Begrüßung von Tobias Röhm führte Leo Jansen Interessierte durch das öffentliche Haus, das um 1870/71 für die Bildung der Industriearbeiter zur Verfügung stand und Platz für die erste Sparkassenvereinigung Stolbergs bot. Viele Jahre war auch hier das Standesamt untergebracht, weiß Jansen zu berichten.

Die beiden Treppenhäuser mit dem repräsentativen Vordereingang werden erhalten bleiben und für einen barrierefreien Zugang in alle Stockwerke durch einen Aufzug ergänzt. Die Räume des Dachgeschosses, das grunderneuert werden muss, sollen als Kreativatelier umgebaut und für weitere Projektbüros, wie es jetzt schon die Zwischenlösung bietet, genutzt werden. Auf der ersten Etage soll es einen Bewegungsraum für Kinder und ihre Eltern geben sowie einen Versammlungsraum.

Präsentationen zur Berg- und Talachse (Miteinander für Münsterbusch, Ober- und Unterstolberg) und zu Zoom, bei dem sich Jugendliche aktiv im Quartier miteinbringen, sowie ein Zeitstrahl über die 136-jährige Geschichte der „Grüntalstraße Fünf“, ergänzten das Angebot. Ganz in der Nähe der Grüntalstraße wurden zwei „Pilotkästen“ eines Verfügungsfonds-Projektes eingeweiht. Wie kleines Geld von Stolbergern einen großen Beitrag für das Stadtbild bringen kann, zeigen die beiden künstlerisch gestalteten Verteilerkästen, die mit historischen Schwarz-Weiß-Ansichten von umliegenden Gebäuden versehen wurden. Ihre grauen oder mit Graffiti verunzierten Geschwister stehen zahlreich in der Stadt und warten auf weitere Paten.

Die verschönerten Versionen können „In der Schart“ und in der Burgstraße jetzt in den Blick genommen werden. Stefanie Schulz und Lutz Scheffler mit dem Gästehaus „Vanille & Chocolat“ sind die Paten für den Verteilerkasten „In der Schart“ und Marita Matousek als Vertreterin der Stadtmarketing Gesellschaft für den schönen Eyecatcher (Blickfang) in der Burgstraße am Pont de Valognes gelegen.

Der Verfügungsfonds der Kupferstadt unterstützt die Ideen der Bürgerinnen und Bürger zu 50 Prozent mit Städtebaufördermitteln finanziell. Und nach erfolgreicher Umsetzung und Fertigstellung erhalten alle Paten für ihr Engagement und den Beitrag zur Entwicklung der Stadt einen Originalstein vom Kaiserplatz als Dankeschön.Voraussetzung ist, dass die Maßnahme im Fördergebiet der Talachse Innenstadt liegt. Weitere Informationen und ein Standortkataster der Verteilerkästen erhalten Interessierte beim Quartiersmanagement (quartiersmanagement@stolberg.de, Telefon: 13-660) oder in der Abteilung für Stadtentwicklung und Umwelt, Renate Geis (Renate.Geis@stolberg.de, Telefon: 13-345).

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