Stolberg: Stadtmeisterschaft: DJK chancenlos, Favorit stürzt im Elferkrimi

Stolberg: Stadtmeisterschaft: DJK chancenlos, Favorit stürzt im Elferkrimi

Ein souveräner Sieg, eine große Überraschung: Der erste Spieltag des Viertelfinals der Stolberger Fußball-Stadtmeisterschaft auf dem neuen Kunstrasen der SG Stolberg in Gressenich bot den Zuschauern zwei sehr unterschiedliche Begegnungen. Während Titelverteidiger Columbia Donnerberg keine Probleme mit den Sportfreunden Dorff hatte, überraschte der BSC Schevenhütte gegen den großen Favoriten aus Vichttal.

„Wir wussten, dass es schwer bis unmöglich ist, heute zu gewinnen“, sagte Tim Mayer, Spieler und Betreuer der Sportfreunde Dorff, nach der Partie. Zwar konnten die Dorffer in den ersten Minuten noch entgegenhalten, wurden dann aber vom A-Ligisten aus Donnerberg gnadenlos überrollt. Zwischen der 10. und der 18. Spielminute traf der Favorit gleich vier Mal, unter anderem durch zwei berechtigte Elfmeter. Mit 4:0 ging es dann auch in die Halbzeit.

Columbia-Trainer Torsten Hansen forderte seine Mannen jedoch auf, den Druck hochzuhalten und nicht nachzulassen. Den besseren Start in die zweiten 30 Minuten erwischte, trotz der Ansprache von Hansen, Dorff, die trotz des großen Rückstandes nicht aufgaben. Der große Kampf änderte allerdings nichts daran, dass Donnerberg drei weitere Tore erzielen konnte.

So zog die Mannschaft aus der Kreisliga A souverän ins Halbfinale ein, der C-Ligist erkannte die gute Leistung der Gegner neidlos an. Mann des Spiels war Marvin Meurer, der drei Tore erzielte und damit sein Konto auf sieben Turniertore aufstockte. Die weiteren Tore erzielten Bülent Cura (2), Jens Hansen und Ferhat Özsan.

Nach dieser einseitigen Begegnung sollten die Zuschauer im zweiten Spiel ein wahres Drama erleben. Zwar fuhr der Landesligist VfL Vichttal nicht die großen Geschütze auf und trat mit der Zweitvertretung an, dennoch waren die Vichter der große Favorit gegen den C-Ligisten aus Schevenhütte. Doch der Underdog hatte zunächst die besseren Möglichkeiten.

Nach fünf Minuten konnte man die erste Großchance nicht nutzen, kurz darauf hielt der Vichter Schlussmann stark. Der darauffolgende Konter führte beinahe zum Tor gegen den BSC, der Pfosten verhinderte allerdings den Rückstand. Der Favorit war bemüht, das Spiel zu kontrollieren, die großen Chancen hatte dennoch Schevenhütte.

Nach 19 Minuten nutzte Abdul Alnatur dann seine Gelegenheit und schoss seinen Club zur überraschenden, aber nicht unverdienten, Führung. Kurz vor der Halbzeit hatte Vichttal noch zwei große Gelegenheiten, einmal rettete der Schlussmann, einmal die Latte.

Auch nach der Pause war Vichttal die spielbestimmende Mannschaft, der BSC lauerte auf Konter. Nach rund 15 Minuten fiel dann der mittlerweile verdiente Ausgleich, Torschütze war Stefan Gröls. Vichttal drängte daraufhin auf den Sieg, Trainer Guido Nickell stellte sogar auf eine Dreierkette um.

Dies öffnete natürlich Räume, die der BSC nutzte — eigentlich! Fünf Minuten vor Ende traf Schevenhütte zum Sieg, der Schiedsrichter entschied allerdings auf Abseits, eine zweifelhafte Entscheidung, sehr zur Aufregung der Schevenhütter Anhänger. So ging es nach 60 aufreibenden Minuten ins Elfmeterschießen.

Da nach fünf Schützen noch keine Entscheidung erzielt werden konnte, ging dieses in die Verlängerung. Dort verschoss der Vichter Zakowski, so dass Jannik Ostländer das Spiel zu Gunsten der Schevenhütter entschied. Der Jubel des Underdogs kannte keine Grenzen mehr. In der Kupferstadt gebe es nun mal „keine Favoriten“, prophezeite Axel Wirtz, Vorsitzender des Turnierausrichters SG Stolberg, bereits im Vorfeld.

Damit steht auch das erste Halbfinale fest: Die beiden Sieger aus den ersten Viertelfinals treffen am Freitag aufeinander. Das zweite Halbfinale wird aus den Siegern der Partien SG Stolberg gegen SV Breinig und FC Stolberg gegen FC Adler Büsbach gebildet.

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