Umwelt und Kosten im Blick: Stadt will auf Glyphosat verzichten

Umwelt und Kosten im Blick : Stadt will auf Glyphosat verzichten

Pflanzen sollen künftig mit kochendem Wasser bekämpft werden. Darüber wurde im Ausschuss diskutiert.

Die Stadt Stolberg möchte künftig auf den Einsatz von glyphosathaltigen Herbiziden verzichten. Einen entsprechenden Beschlussvorschlag wollen das Technische Betriebsamt und der städtische Forst der Politik in der nächsten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Verkehr und Umwelt am Mittwoch, 9. Oktober, unterbreiten.

Bis zu zwei Liter pro Jahr

Sowohl beim Forstbetrieb als auch beim Technischen Betriebsamt würden derzeit punktuell Herbizide in einer Größenordnung von jeweils maximal zwei Liter pro Jahr eingesetzt, heißt es von Seiten der Verwaltung. Beim Technischen Betriebsamt dienen diese überall dort der Bekämpfung der für Mensch und Tier gefährlichen Herkulesstaude (auch Riesen-Bärenklau genannt), wo eine komplette Beseitigung der Pflanze inklusive Wurzelwerk nicht möglich sei. Beim Forst würden Herbizide zur Bekämpfung zweier invasiver Pflanzenarten, dem Japan-Knöterich und dem Asiatischen Springkraut, verwendet.

Die Stadt plane nun eine Kooperation mit der Wabe, die innerhalb von 48 Stunden über deren Tochter LF-Werkstätten gGmbH mit einem Gerät zur Heißwasseraufbereitung zur Verfügung stehen kann. Dadurch werde es nun für das Technische Betriebsamt und den städtischen Forst möglich, die nicht ausgrabungsfähigen Pflanzen zeitnah, zuverlässig und vergleichsweise kostengünstig mittels kochendem Wasser zu beseitigen. „Auch wenn Stolberg bisher nur geringe Mengen Glyphosat verwendet hat, halte ich es angesichts der unklaren Gefährdungslage dieser Herbizidkomponente für dringend nötig, komplett auf Glyphosat zu verzichten“, meint Bürgermeister Patrick Haas. Die im Vergleich zu einer Anschaffung eines eigenen Gerätes nun kostengünstige Kooperation sei deshalb sowohl für die Umwelt als auch finanziell eine gute Lösung, so Haas.

Grüne fordern Verzicht

Bereits im Januar forderten die Grünen von der Verwaltung, den Verzicht auf Glyphosat. Zuvor hatten die Grünen eine entsprechende Anfrage an die Stolberger Verwaltung gestellt. Nun soll sich etwas ändern. „Die Technologie der Unkrautbekämpfung mittels Heißwasser verbindet die effektive und notwendige Bekämpfung invasiver oder gefährlicher Pflanzen mit einer effektiven Umweltschonung“, meint der Technische Beigeordnete Tobias Röhm.