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Stolberg: Stadt Stolberg investiert in die Zukunft der Schüler

Stolberg : Stadt Stolberg investiert in die Zukunft der Schüler

Eine gute Nachricht für Schüler, Eltern und Lehrer: In den kommenden drei Jahren will die Stadt Stolberg insgesamt 35 Millionen Euro in ihre Schulen investieren. Dass es sich bei dieser Investition um eine „gigantische Summe“ handelt, weiß Bürgermeister Dr. Tim Grüttemeier.

Eigentlich umfasse der gesamte Investitionshaushalt der Kommune zwischen 30 und 35 Millionen Euro. Wie eine derartige Investition dann möglich ist? 21 Millionen Euro bringt die Stadt selbst auf, der Rest — also fast 14 Millionen Euro — kommt aus verschiedenen Fördertöpfen. Darunter Mittel aus der kommunalen Investitionsförderung und dem Programm „Gute Schule 2020“.

Auch die Neue Gesamtschule Stolberg (kleines Bild) profitiert von den Investitionen der Verwaltung: Auf dem Schulhof (großes Bild) entsteht ein Atrium. Die Planungen wurden bereits vorgestellt. Der Neubau soll Ende 2019 fertig sein. Foto: Sonja Essers

Ab 2018 heißt es also: auf Wiedersehen bröckelnde Außenfassaden und überalterte Lüftungsanlagen. „Das ist eine Investition in die Zukunft“, meint Grüttemeier. Doch bis es soweit ist, gibt es noch eine Menge zu tun.

Robert Voigtsberger, Dr. Tim Grüttemeier und Tobias Röhm (v. l.) haben gute Nachrichten: Die Stadt investiert 35 Millionen Euro in die Schulen.

Momentan besteht die Stolberger Schullandschaft aus zehn Grundschulen, zwei Gymnasien, zwei Gesamtschulen — mit jeweils zwei Schulstandorten — einer auslaufende Realschule, einer auslaufende Hauptschule sowie einem Teilstandort der Willi-Fährmann-Schule in der Talstraße. Die Stadt muss also insgesamt 17 Schulgebäude und 20 Sport-, Turn- und Mehrzweckhallen unterhalten. „Schule bedeutet heute mehr als Unterricht von 8 bis 13 Uhr. Schule hat sich von einem Lern- zu einem Lebensort entwickelt“, sagt Stolbergs Erster Beigeordneter Robert Voigtsberger.

Viele Herausforderungen, wie die Themen Inklusion und gebundener Ganztag, müssten bereits gemeistert werden. „Nun wollen wir auch die Infrastruktur anpassen, damit an allen Schulen optimale Lernbedingungen herrschen“, sagt Tobias Röhm, Technischer Beigeordneter der Stadt Stolberg.

Ein Schritt, der dringend erforderlich sei, wie Grüttemeier berichtet. Nicht nur Kanäle und Straßen seien in Stolberg mittlerweile in die Jahre gekommen. Auch etliche Schulgebäude stammen noch aus den 1960er und 70er Jahren. „Da sind größere Investitionen erforderlich. Uns ist es wichtig, nachhaltig zu investieren“, so Grüttemeier. Als Grundlage für die Arbeiten dient der Schulentwicklungsplan der Stadt.

Die höchste Investition — insgesamt 8,72 Millionen Euro — fließt in die Neue Gesamtschule in der Breslauerstraße. Auf dem Programm steht die Erweiterung der ehemaligen Hauptschule zur Nutzung als Gesamtschule. Das bestehende Gebäude wird dazu nicht nur umgebaut. Zusätzlich entsteht ein Neubau in Form eines Atriums. Diese Maßnahmen sind nötig, um künftig die Jahrgänge 8 bis 13 an der Schule unterzubringen. Die Planungen wurden bereits vorgestellt. Der Neubau soll Ende 2019 fertig sein. Danach stehen die Umbauarbeiten des bereits bestehenden Gebäudes an. Ende 2020 sollen diese dann abgeschlossen sein.

Im Rahmen des Sonderprogramms „Hilfen im Städtebau für Kommunen zur Integration von Flüchtlingen“, dessen Förderung 658.000 Euro beträgt, steht zudem die Sanierung und Umgestaltung der Turnhalle Kogelhäuserstraße an. Diese kostet insgesamt 2,20 Millionen Euro. Bereits seit Mai dieses Jahres laufen die Arbeiten, die die Sanierung von Dach und Fenster, das Herrichten einer WC-Anlage, die Überarbeitung der Fluchtwegsituation und den Einbau einer neuen Lüftungsanlage umfassen. Außerdem soll mittels Aufzug und Rampe Barrierefreiheit hergestellt werden. Nach der Sanierung, die Ende 2018 abgeschlossen sein soll, kann die einstige Turnhalle dann auch als Mehrzweckhalle genutzt werden.

Die ehemalige Realschule in Mausbach verwandelt sich zum zweiten Standort der Neuen Gesamtschule Stolberg. Sanierung und Umbau kosten 5,60 Millionen Euro. Schwerpunkte sind unter anderem der Brandschutz, haustechnische Neuinstallationen und eine Aufzugsanlage. Der Baubeginn ist für Frühjahr 2018 vorgesehen. Das Ziel: Das Schulgebäude soll nach den Sommerferien 2019 genutzt werden können. Dann sollen die ersten fünften Jahrgänge der Gesamtschule dort einziehen. Danach erfolgt noch die Sanierung der Turnhalle.

Auch in der zweiten Gesamtschule, die ebenfalls aus zwei Standorten besteht, stehen einige Arbeiten auf dem Programm. Erweiterung und Umbau am Sperberweg kosten 2,30 Millionen Euro und sollen zu Beginn des Schuljahres 2019 fertig sein, die Erweiterung an der Walther-Dobbelmann-Straße soll schließlich im Herbst 2020 fertiggestellt werden.

Am Goethe-Gymnasium sind zwar noch keine Umbaumaßnahmen geplant, dafür wird allerdings ein Gutachten über den Umfang der notwendigen Sanierungsmaßnahmen erstellt. Dafür sind 50.000 Euro vorgesehen. „Je nachdem, was das Gutachten aussagt, könnten dort zusätzliche Investitionen notwendig sein“, sagt Tobias Röhm.

Dach und Fenster erneuert

Auch die Stolberger Grundschulen sollen in den kommenden Jahren nicht zu kurz kommen. Im Frühjahr 2018 sollen die Arbeiten in der Grundschule an der Prämienstraße starten. Dachflächen und Fenster werden dort erneuert, da diese erhebliche Schäden aufweisen. Im Sommer des kommenden Jahres sollen die Maßnahmen, die insgesamt 3,60 Millionen Euro kosten, abgeschlossen sein.

Sanierung von Dach und Fenstern und der Neubau einer Turnhalle sind in der Bischofstraße geplant. Auch das Thema Schüler-WC-Anlagen spielt eine wichtige Rolle. Derzeit müssen die Kinder über den Schulhof, um die Anlage zu erreichen. Das soll sich ändern. Nachdem die bisherige Turnhalle abgerissen wurde, soll mit dem Neubau Mitte 2019 begonnen werden. Das Ziel: Die Fertigstellung bis 2021. Dann soll die Halle auch von Vereinen genutzt werden können. Die Kosten dafür betragen 4,77 Euro. Ebenfalls 2019 steht in Büsbach die Sanierung der Bischofstraße an.

An der Grundschule Breinig ist für 133.000 Euro die Sanierung der Schüler-WC-Anlagen geplant, die im Sommer 2018 starten soll. In der OGS Gressenich wurden 2013 die Westfassaden des Gebäudes mit neuen Fenstern ausgestattet und eine Fassade mit einem Wärmedämmverbundsystem versehen. Im nächsten Abschnitt soll die Sanierung der Restfassaden des Daches und der technischen Anlagen folgen. Die Kosten dafür müssen noch ermittelt werden. Hinzu kommen für die Stadt jährlich zwischen 1,50 und 1,80 Millionen Euro, um alle Gebäude zu unterhalten und anfallende Arbeiten wie beispielsweise die Erneuerung von Böden zu finanzieren.

Nicht nur die große Anzahl an Maßnahmen sei für die Mitarbeiter der Verwaltung, die ämterübergreifend arbeiten, eine Herausforderung. Durch die hohen Investitionssummen seien oft auch europaweite Ausschreibungen nötig, die deutlich umfangreicher seien, sagt Tobias Röhm. Man sei allerdings zuversichtlich, dass die Arbeiten auch im geplanten Zeitraum umgesetzt werden können.