Stolberg: Stadt stellt keine Verkehrsspiegel mehr auf

Stolberg: Stadt stellt keine Verkehrsspiegel mehr auf

Kalle Matz mag gar nicht daran denken: „Der erste Unfall ist vorprogrammiert.“ Immer wenn er mit seinem Wagen das Grundstück seines Hauses verlässt, hofft er inständigst, dass nicht gerade dann ein Kind auf seinem Fahrrad die abschüssige Straße hinabgebraust kommt und auf das Auto prallt.

Grund für den Gefahrenpunkt am Ende der Spinnereistraße sei die neue Fußgängerbrücke über den Münsterbach, so Matz. Wer die Spinnereistraße hinab komme, wechsele gewöhnlich quer über die Fahrbahn auf die linke Straßenseite, um die Rampe zur Brücke zu erreichen. Zwar gibt es auf der rechten Fahrbahnseite Stufen zur Brücke hinauf, doch die meisten Menschen benutzten die Rampe.

Kalle Matz bewegt sein Auto seit dem Bau der Brücke nur noch im Schneckentempo von seinem Grund auf die Straße. Durch eine hohe Hecke ist das Areal nicht einsehbar. Matz hatte deshalb bei der Stadt beantragt, die Behörde möge gegenüber seiner Auffahrt einen Spiegel aufstellen.

Doch damit ist der Fall noch lange nicht erledigt. „Wir stellen schon seit längerer Zeit grundsätzlich keine Verkehrsspiegel mehr auf“, lautet die Auskunft des Ordnungsamtes auf Nachfrage der Redaktion. Die Spiegel seien ständig beschlagen oder befroren, sie verstellten sich mit der Zeit, und der Autofahrer könne das Tempo der anderen Verkehrsteilnehmer im Spiegel schlecht einschätzen. Bestehe Matz auf einem Spiegel, müsse er die Anschaffung (rund 300 Euro) und Aufstellung selbst bezahlen. Und außerdem mit der Stadt einen (kostenlosen) Nutzungsvertrag abschließen.

Matz fordert jedoch weiter, dass die Stadt, die ja schließlich für die überdimensionierte Brücke über den Münsterbach samt Rampe verantwortlich sei, den Spiegel aufstellt. Außerdem ärgert er sich über ein zweites „Unding“ an dieser Stelle: Vor der Brücke endet die Straße in einem Wendehammer. Dieser Wendehammer sei um 1,70 Meter verkürzt worden, um den neuen Übergang hinzubekommen. „Was passiert, wenn hier einmal die Feuerwehr anrücken muss?“, will sich der Mann besser nicht ausmalen.

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