Stolberg: Stadt lässt Kasse vieler Vereine kräftig klingeln

Stolberg: Stadt lässt Kasse vieler Vereine kräftig klingeln

Wer bis dato noch Zweifel daran hatte, dass sich die Fusion von Sportvereinen lohne, dürfte sich spätestens am 6. Dezember eines Besseren belehrt sehen.

Pünktlich zu Nikolaus nämlich wird es im Sportausschuss eine Bescherung geben - allerdings nicht für die Ausschussmitglieder, sondern für viele Stolberger Fußballklubs, die von der Stadt für die erzielten Einsparungen bei den Energieverbräuchen mit Bonuszahlungen belohnt werden.

Der Löwenanteil der insgesamt genau 38.815,16 Euro wird auf das Konto des 2008 von VfB Vicht und VfL Zweifall gegründeten VfL Vichttal gehen. Ihm werden für das Jahr 15.815,31 Euro und somit 70 Prozent der festgestellten Einsparungen gutgeschrieben. Dabei profitiert der Fusionsverein zusätzlich von der Regelung, dass pro fünf beim Fußball-Verband Mittelrhein (FVM) gemeldeter Nachwuchsteams zu dem Sockelbetrag von 50 Prozent weitere zehn Prozent der eingesparten Mittel ausgezahlt werden.

Ebenfalls im fünfstelligen Bereich ist die 2009 aus dem SV Gressenich und dem FC Adler Werth hervorgegangene SG Stolberg angesiedelt. Sie wird mit 11.868,18 Euro bedacht, und das ganz ohne Jugendbonus. Als Berechnungsgrundlage diente in beiden Fällen der Mittelwert der summierten Verbrauchskosten der beiden Vorgängervereine in den Jahren 2001 bis 2003.

Dieser Zeitrahmen bildet, wenngleich schon lange zurückliegend, auch für übrigen Klubs die rechnerische Basis - ergänzt durch einen sogenannten Klimakorrekturfaktor, der die mitunter deutlich schwankenden Temperaturen in Relation setzt zu den angefallenen Kosten vor allem für die Heizung. Für den SV Breinig ergibt sich unterm Strich eine Auszahlung von 5589,50 Euro (80 Prozent), für den TSV Donnerberg stehen 1487,81 Euro (60 Prozent) zu Buche.

Der FC Adler Büsbach erhält 2111,08 Euro (60 Prozent), stellt aber zugleich einen Ausnahmefall dar, weil das Sportheim am Kranensterz bis Mai 2006 vereinseigen war und dann von der Stadt Stolberg übernommen worden ist. Weil der Referenzwert für die Jahre 2001 bis 2003 somit fehlt, hat die Verwaltung die Kosten für 2007 als Maßstab he-rangezogen.

DJK Dorff bleibt außen vor

Außen vor bleibt bei dem „Motivationsbonus” die DJK Sportfreunde Dorff. „Die Sportanlage ist ein Gesamtkomplex, der Sportheim, Bürgerhaus, Schützenhaus und eine Wohnung umfasst. Die Kosten sind deshalb nicht trennbar”, erklärt Fachbereichsleiter Willi Seyffarth. Eine weitere Ausnahme bildet der BSC Schevenhütte. „Dort gibt es nur einen Sportplatz. Kosten für Müll, Heizung, Strom und Wasser werden von der Stadt nicht aufgebracht”, so Seyffarth.

Gemäß der mit den Vereinen zum 1. Januar 2006 abgeschlossenen privatrechtlichen Verträge können die Sportler im Gegenzug zu den Bonuszahlungen verpflichtet werden, Kostensteigerungen aus der eigenen Tasche zu bezahlen. In vier Fällen wird die Stadt deshalb Forderungen stellen - allerdings in einem überschaubaren Umfang.

„Spitzenreiter” ist der VfR Venwegen mit 2021,42 Euro, gefolgt vom FC Breinigerberg, der die fälligen 818 Euro aber mit der Aufwandsentschädigung kompensieren können dürfte, die der SV Breinig für die gelegentliche Nutzung der Sportanlage „am Balkan” durch seine Jugendmannschaften leistet. Der SC Münsterbusch muss 715,78 Euro zahlen, der SV Grün-Weiß Mausbach 95,38 Euro.

Auf einen Verzicht ihrer Zahlungsforderungen, wie es das Vertragswerk als Option vorsieht, will sich die Stadt Stolberg diesmal nicht einlassen. „Bei einigen Vereinen, die nunmehr Beträge zurückzahlen müssen, sind in Vorjahren zum Teil hohe Auszahlungen erfolgt”, gibt Willi Seyffarth zu bedenken.

Die Mitglieder des Sportausschusses werden die Ausführungen der Verwaltung am 6. Dezember lediglich zur Kenntnis nehmen, den entscheidenden Beschluss soll der Hauptausschuss in seiner Sitzung am 13. Dezember fassen. Die Finanzierung der Maßnahme kommt übrigens völlig unsportlich daher: Haushaltstechnisch erfolgt die Deckung der benötigten 34.467,89 Euro durch entsprechend höhere Erträge aus dem städtischen Holzverkauf.