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Stolberg-Donnerberg: St. Josef-Kirche feiert Jubiläum

Stolberg-Donnerberg : St. Josef-Kirche feiert Jubiläum

Vor genau 50 Jahren, am 20. Januar 1954, wurde die jetzige Donnerberger St. Josef-Kirche durch den damaligen Weihbischof Dr. Friedrich Hünermann konsekriert.

Groß war die Freude in der Gemeinde, dass man nach den Zerstörungen von Kirche und kirchlichen Gebäuden im Zweiten Weltkrieg wieder über ein eigenes Gotteshaus verfügen konnte. Bis dahin dienten die Kapelle des Bethlehem-Krankenhauses und der inzwischen hergerichtete Pfarrsaal als Notpfarrkirche.

Rekordzeit

Zu dem neuen Gotteshaus legte Prälat Johannes Solzbacher im Auftrage des Bischofs am 26. Juli 1953 den Grundstein. In einer Rekordzeit von nur sechs Monaten waren die Bauarbeiten durch die Firma Max Blees so weit gediehen, dass am „Heiligen Abend 1953” Pfarrer Lauterbach unter Assistenz des kaum aus russischer Kriegsgefangenschaft Heim gekehrten Pfarrers Karl Euskens aus Stolberg-Mühle die Kirche benedizierten und anschließend die erste Messe feiern konnten.

180.000 Mark

Auf den Grundmauern der alten gotischen Kirche war nunmehr ein Gotteshaus mit einem Kostenaufwand von 180.000 Mark (ohne Inneneinrichtung) entstanden, das nicht mehr an das alte erinnerte.

Die neue Hallenkirche - ebenfalls aus Bruchsteinen erbaut - ist fünf Meter länger als das frühere Gotteshaus. Hiermit wurde dem Rechnung getragen, dass der Donnerberg sich zu einem schnell wachsenden Siedlungsgebiet entwickelt hatte.

Streng sowohl im Innern als auch im Äußeren ist die Kirche ein sakraler Raum, der den Besucher zur Andacht stimmt; denn keine Säulen verdecken den Blick auf den Altar.

Pläne aus Köln

Die Pläne zu dem neuen Gotteshaus stammen von dem Architekten Dipl.-Ing. R. Helbig aus Köln. Helbig war ein Mitarbeiter von Architekt Forthmann, der die erste Kirche auf dem Donnerberg gebaut und bereits Pläne für die neue Kirche entworfen hatte, als er im Jahre 1951 starb.

Keller unter Wasser

Durch die vollkommene Zerstörung von Kirche und Pfarrhaus konnte von den kirchlichen Geräten und Paramenten so gut wie nichts geborgen werden. Was in der Sakristei untergebracht war, blieb einigermaßen verschont.

Diesem Umstand ist es zu verdanken, dass die Fahnen der kirchlichen Vereine erhalten blieben. Unter der Sakristei befand sich auch der Heizungskeller. Er stand unter Wasser, aber die Heizungsanlagen waren so weit intakt geblieben, dass sie für die Austrocknung von Pfarrsaal und Kirche später wertvolle Dienste leisteten.

Im Laufe der Jahre wurde die Kirche mit neuen sakralen Gegenständen und Paramenten ausgestattet. Hierzu gehören unter anderen eine wohlklingende Orgel und ein volltönendes dreichöriges Glockengeläute. Wer heute den Donnerberg besucht, dürfte ein solide ausgestattetes Gotteshaus vorfinden.