Stolberg: Sprecher des Stadtmarketings legt sein Amt nieder

Stolberg: Sprecher des Stadtmarketings legt sein Amt nieder

Viele Gelegenheiten zu sprechen, hat es für Patric Peters in der Vergangenheit nicht mehr gegeben. Nicht etwa, weil der Sprecher des Vorstandes der Gesellschaft für Stadtmarketing Stolberg (SMS) nichts zu sagen gehabt hätte, sondern weil seine Vorstandskollegen dem Vernehmen nach ihm das öffentliche Sprechen untersagt hätten.

Das wollte Peters am Mittwoch auf Anfrage unserer Zeitung weder kommentieren noch dementieren. Aber der Rechtsanwalt bestätigte Informationen unserer Zeitung, dass er sein Amt als SMS-Sprecher nach sechs Jahren jetzt niedergelegt hat. In der kommenden Woche will das Führungsgremium die Lage beraten.

Eine Mitgliederversammlung ist nicht vor Herbst zu erwarten. „Es wird viel geredet, aber es gibt kaum einen, der Hand mit anlegen möchte”, zählt Peters zu wenig Aktivposten im Vorstand. Und neue Interessenten würden durch die Diskussionskultur eher abgeschreckt denn zu einem Engagement motiviert. „Unsere Aufgabe ist es eigentlich, Stolberg positiv darzustellen”, sagt Peters.

Insider wollen aber wissen, dass „immer häufiger im Vorstand genörgelt” wird, als an einem positiven Image zu arbeiten. Entsprechend haben sich einige Mitglieder bereits von der ehrenamtlichen Arbeit zurückgezogen.

Dirk Hammer und Wolfgang Weber beispielsweise; Ahmet Ekin als Vorsitzender des Integrationsrates und Dirk Stock als Hotelier und Dehoga-Funktionär sind zeitlich sehr gebunden.

Ferdi Gatzweiler, als Bürgermeister geborenes Vorstandsmitglied der SMS, nahm während der vergangenen Jahre „zwei, drei Mal” an den Sitzungen der Vereinsleitung teil.

Peters selbst sieht sich durch das Tagesgeschäft zu sehr gebunden, um noch weitere Zeit für strategische Tätigkeiten aufbringen zu können. „Zu viel Arbeit liegt auf zu wenigen Schultern”, sagt der 39-Jährige. Entsprechend leide die Betreuung von erfolgversprechenden Projekten.

So sei das Center- und Leerstandsmanagement angelaufen. Zur weiteren Restaurierung der Weihnachtsbeleuchtung wird ein Zuschuss der Städteregion erhofft, während die Möglichkeiten des Marketings über soziale Medien über die Anfänge nicht hinausgekommen sei. Gleichwohl werde er mit den Beschwerden über Untätigkeit in anderen Handlungsfeldern konfrontiert.

„Dabei gibt es zahlreiche Kriegsschauplätze an denen für die SMS Bedarf zum Handeln besteht”, sagt Peters. Ein Beispiel aus naher Zukunft: Die Stadtkirmes sollte auf Vorschlag des Stadtmarketings auf die Mühle konzentriert werden, damit dort ein „Rundlauf” ermöglicht wird und die Geschäfte am Bastinsweiher weiter erreichbar bleiben.

Das habe der Stadtrat zwar so beschlossen, aber offensichtlich habe die Verwaltung die veränderten Rahmenbedingungen nicht mit dem Schaustellerverband kommuniziert. Denn der plane die Stadtkirmes nun in dem Umfang des Vorjahres.

Mehr von Aachener Zeitung