Stolberg: Sportlerehrung: 15 Einzelkämpfer und zwei Erfolgsteams

Stolberg: Sportlerehrung: 15 Einzelkämpfer und zwei Erfolgsteams

Eddy Merckx des Ostens, Mr. Friedensfahrt, Sportler des Jahres, Gewinner des „Grünen Trikots“, Gewinner bei den Olympischen Spielen in Seoul — und die Liste ließe sich noch erweitern. Aber das sind die Namen und Auszeichnungen, bei denen auch Nicht-Sportler sofort wissen, von wem die Rede ist: Olaf Ludwig.

Und die Sportler, die sich in den Räumen der Sparkasse an der Rathausstraße eingefunden hatten, freuten sich umso mehr, einen so bekannten Sportler in ihren Reihen zu haben. Der in Breinig wohnende Ludwig setzte der Sportlerehrung 2012 somit das i-Tüpfelchen auf. In einem lockeren Interview mit Charly Biernat stand der Olympiasieger Rede und Antwort, berichtete über seine sportlichen Erfolge und ermunterte die Stolberger Sportler, stets mit Motivation, intensivem Training und Zielen vor Augen in den sportlichen Kampf zu ziehen.

Die jüngste geehrte Sportlerin, Laura Nießen, holte sich zusätzlich zu ihrer Urkunde bei Promigast Olaf Ludwig noch ein Autogramm. Foto: D. Kinkel-Schlachter

Natürlich gab es, wie es sich für solch einen feierlichen Rahmen gehört, auch Grußworte. Von Bürgermeister Ferdi Gatzweiler, vom Vorsitzenden des Stadtsportverbandes, Bert Kloubert, und auch Hausherr Klaus Wohnaut, Gebietsdirektor der Sparkasse Aachen, begrüßte die zahlreichen Gäste. Es wurden Getränke und Häppchen gereicht, und die Schüler der Musikschule Merz verwöhnten mit ihrer Musik die Ohren. Im Mittelpunkt standen aber die 15 Sportler sowie die beiden Mannschaften vom Stolberger Schwimmverein und vom Stolberger SV, die im vergangenen Jahr sportlich gesehen ordentlich abgesahnt haben.

Gewohnt hohe Sprünge hat Simon Beckers gemacht. Der Turmspringer hat den 1. Platz bei den NRW-Meisterschaften (ein Meter, drei Meter, fünf Meter sowie Kom­bi) belegt und ist auch als Synchronspringer aufs Landes-Siegertreppchen gestiegen. Damit sei jetzt allerdings Schluss, sagte der 14-Jährige. Zwar bleibt der junge Mann dem kühlen Nass treu, allerdings nicht mehr als Turmspringer: Simon hat sich den Stolberger Wasserballern angeschlossen.

Der Pool ist auch das Richtige für Pia Blaeser, allerdings: Dem Poolbillard hat sich die 15-Jährige verschrieben. Und dort hat sie wieder einmal abgeräumt: Sie ist vierfache NRW-Jugendmeisterin (8er, 9er, 10er-Ball und 14/1), hat die ersten Plätze bei zwei Deutschen Meisterschaften geholt und wurde Dritte bei der Europameisterschaft. „Mein Ziel war es immer, Europameister zu werden“, sagte die junge Dame. Die Chancen stehen gut.

Eine gute Haltung, das zählt für Svenja Dobbelstein beim Dressurreiten. Und die hat sie gemeinsam mit Fuchsstute Erf-Mirabeau, die sie liebevoll Bibi nennt, wohl gemacht, sonst hätte die 15-Jährige wohl kaum den 1. Platz bei den Rheinischen Meisterschaften belegt, womit sie Star-Equipe-Jugendmeisterin ist.

Den Jugendpokal hat Philipp Emonts ebenso eingefahren wie den 1. Platz der NRW-Meisterschaft. Darüber hinaus hat das Mitglied der Motorrad-Sport-Interessengemeinschaft Gressenich den 3. Platz bei der ADAC-Trial-Meisterschaft der Erwachsenen ergattert und ist mittlerweile international unterwegs: Er startet bei der WM-Jugend sowie bei den EM-Junioren. Seine Eltern fahren rund 25000 Kilometer fürs Motorrad-Trial.

Ebenfalls auf zwei Rädern unterwegs, allerdings ohne Krach und Abgase, sind Stolbergs Kunstradfahrer. Laura Nießen, Lea Denkmann, Patrik Bachmann und Cornelia Dix machen ihrem Verein, dem Radsportclub 1928 Stolberg-Münsterbusch, alle Ehre, indem sie Top-Platzierungen auf Landes- und Bundesebene erreichten.

Es läuft buchstäblich gut bei den Geschwistern Stephanie und Christian Bedra. Die besten 20 Läufe beim 38 Läufe umfassenden Rur-Eifel-Cup kommen in die Jahreswertung, an 22 haben die beiden für die LG Stolberg teilgenommen und jeweils in ihrer Klasse gewonnen. Gut möglich, dass es 2013 genauso gut läuft.

Jeder, der sich ihr in den Weg stellt, wird auf die Matte gelegt: Keine Sportlerehrung ohne Stephanie Manfrahs, die im vergangenen Jahr Bronze bei der Deutschen Meisterschaft geholt und sich für die DM in Riesa qualifiziert hat.

Zurück auf die Räder mit Marcel Meisen und Robert Retschke. Während Meisen sich den 3. Platz bei den Deutschen Meisterschaften im Radcross gesichert hat, fuhr Retschke als Dritter bei der Deutschen Meisterschaft der Steher über die Zielgerade.

Ältester Sportler unter den Geehrten mit 76 Jahren ist Paul Esser. Er holte 1. und 2. Plätze bei der Westdeutschen Seniorenmeisterschaft sowie bei den Nordrhein-Senioren-Meisterschaften, und zwar im Kugelstoßen, Hochsprung sowie Diskus.

Leichtathletik, das ist auch das Leben von Norbert Hanf. Bei den Nordrhein-Meisterschaften lief er über verschiedene Distanzen und holte Gold, Silber sowie Bronze (Altersklasse M60). Beim Rur-Eifel-Cup hat er bei allen 38 Läufen mitgemacht und damit die meisten Kilometer gesammelt. Stolz ist er über seine EM-Teilnahme in Polen, wo er mit der 2. Deutschen Staffel den 5. Platz belegt hat.

Und dann sind da noch die zwei Mannschaften: Die 1. Damenmannschaft des Stolberger SV Handball um Trainer Norbert Blaszczyk hat den Meistertitel in der Landesliga des Handballverbands Mittel­rhein eingeheimst und ist damit in die Verbandsliga aufgestiegen. Dort belegt sie den 3. Platz und hat in der kompletten Saison kein Heim­spiel verloren.

Inna Binder, Julia Blaszczyk, Nicole Breuer, Carolin Conrads, Ramona Demiris, Julia Franzen, Kelly Janssen, Leonie von Kleist, Anne Leufgens, Lena Liere, Maren Loevenich, Jutta Müller, Sylvia Reinold, Caroline Ruf, Elena Schartmann, Lisan Scheepers und Merle Seeliger gehören zu den fünf stärksten Damenhandballteams der Städteregion.

Die Wasserballer des Stolberger Schwimmvereins haben den Aufstieg in die Oberliga geschafft. Damit hat die 1. Mannschaft im Klassenvergleich den größten Erfolg erzielt. „Das ist wirklich herausragend für unsere Stadt“, freute sich Ferdi Gatzweiler über den Aufstieg in die dritthöchste deutsche Spielklasse. Die Wassserballer: Tim Klos, Stefan Sanft, Martin Seimann, Sebastian Braun, Marco Blei­dießel, Volker Amelong, Thomas Mertens, Lars Huppertz, Chris­tian Amelong, Lothar Kirschfink, Stephan Schorn, Stefan Bergs, Thomas Kreus, Mark Braun, Björn Simshäuser und Trainer Jochen Drees.