Stolberg: Sportler wollen nicht nur auf Kredit der Stadt duschen

Stolberg: Sportler wollen nicht nur auf Kredit der Stadt duschen

Seine Kooperationsbereitschaft signalisiert der Stadtsportverband zu den Bemühungen der Ampel-Koalition, die Nutzer städtischer Immobilien zu beteiligen an den verbrauchsabhängigen Kosten.

SPD, FDP und Grüne hatten jetzt diese Forderung als einen Baustein ihres Konsolidierungskonzeptes für den städtischen Haushalt vorgestellt. Details und Umfang dieser Kostenbeteiligung soll eine Kommission der Verwaltung individuell für Objekte und Nutzer ermitteln.

„Die explodierenden Energiekosten dürfen nicht dazu führen, dass das noch geltende Abrechnungsmodell für Sportvereine durch die Stadt mit Krediten finanziert werden muss”, erklärte Bert Kloubert am Donnerstag gegenüber unserer Zeitung. Allerdings werde der Stadtsportverband „peinlich genau darauf achten, dass die Sparansätze ausgewogen und gerecht verteilt werden”, sagte der Vorsitzende der Interessenvertretung der Sportvereine.

Beachtet werden müsse beispielsweise, dass Kinder nach dem Sport höchst selten in den Einrichtungen duschen würden, und somit entsprechend minimal an den umzulegenden Verbrauchskosten zu beteiligen seien. Kloubert nannte dafür einen Grad von „höchstens 25 Prozent”.

Ebenso müsse durch die Verwaltung darauf geachtet werden, dass die von der Koalition avisierten Zuschüsse für Jugendarbeit „in den Vereinen auch zweckgebunden eingesetzt werden”. Der Vorsitzende des Stadtsportverbandes sieht die Gefahr, dass diese Mittel „durch Hintertürchen zur Stabilisierung von Aufwandsentschädigungen der Seniorensportler Verwendung finden”.

Durch die Beteiligung der Vereine an den von ihnen verursachten Kosten dürften die Klubs nicht dazu gezwungen werden, ihre Beiträge drastisch zu erhöhen. Insbesondere Kindern aus Hartz-IV-Familien dürfe der Zugang zu den Vereinen nicht verwehrt werden. „Das würde dann den fahden Beigeschmack haben, dass durch die Hintertür die Bildungsgutscheine für Kinder aus dem Hartz-Kompromiss wieder über die Kommune einkassiert würden”, soKloubert.

Darüber hinaus dürfe die Verwaltung bei ihren Verhandlungen die Vereine nicht gegeneinander ausspielen, fordert der Stadtsportverbands-Chef. Der gesteht allerdings ein, dass „Stolberg nach Kassenlage zu viele Sportplätze unterhalten muss, die die Stadt sich eigentlich nach der Auslastung nicht mehr leisten kann”.

Allerdings sei bereits im November 2008 den Spitzen der Ratsfraktionen ein Sportstätten-Förderprogramm des Landes, das über die NRW.Bank finanziert werde, präsentiert worden, durch das mittels „intelligenter Investitionen die Folgekosten für die Unterhaltung der Sportstätten in Stolberg halbiert werden könnten”, erklärt Kloubert weiter: „Diese Chance ist mittlerweile zweieinhalb Jahre lang verschlafen worden.” Die Verwaltung solle nun klären, ob die Kupferstadt heute noch von dem Programm profitieren könne.

Controller wird vermisst

Neben dem Blick auf die Heranziehung zu den Verbrauchskosten werde der Stadtsportverband aber auch die übrigen Sparbemühungen genau beobachten, „weil man sich offensichtlich noch immer scheut, einen Controller einzustellen”, der insbesondere im Baubereich auf die Einhaltung der Kosten achten sollte.