Stolberg-Dorff: Sportfreunde Dorff: Ja zum Aufstieg, aber Nein zu einer Fusion

Stolberg-Dorff: Sportfreunde Dorff: Ja zum Aufstieg, aber Nein zu einer Fusion

Kleinster Stolberger Stadtteil, kleinster Fußballplatz Deutschlands, aber ganz große Begeisterung. Das Motto „klein, aber fein“ wurde bei den Sportfreunden aus Dorff auch in den vergangen zwölf Monaten gelebt, wie der Vorsitzende Ulrich Bohrer jetzt bei der Jahreshauptversammlung unterstrich.

Ein Beleg für das lebendige Vereinsleben ist nicht nur die Mitgliederzahl — unter den etwa 600 Einwohnern des kleinen Ortsteils sind rund 200 unter dem Dach der DJK Sportfreunde Dorff organisiert. Auch die Tatsache, dass ein neuer Fan-Schal trotz einer Auflage von 70 Exemplaren bereits nach wenigen Tagen vergriffen war, ist ein deutliches Zeichen für die Verbundenheit viele Dorffer mit den Schwarz-Gelben.

Ein Aspekt ist den Sportfreunden dabei besonders wichtig: „Wir sind kein reiner Fußballclub, sondern ein Spartenverein“, betonte Ulrich Bohrer. Denn neben zwei Senioren-Fußballteams und einer Jugendfußballabteilung, die aktuell aus einem Bambini-, F- und B-Junioren-Team besteht, sind die Dorffer auf ihren Tanz- und Gymnastikbereich mächtig stolz. Fünf Tanzgruppen, zwei Damengymnastikgruppen, ein Pilateskurs und neuerdings auch ein Tae-Bo-Fitnessangebot, welches Kampfsport- und Tanzelemente vereint, halten den Ort in Bewegung.

Im Fußballbereich verfolgt die DJK weiterhin ihr großes Ziel: den Aufstieg der 1. Mannschaft in die Kreisliga C. Mit Trainer Thomas Rahn sehen sich die Schwarz-Gelben dafür bestens gerüstet, obwohl der Abstand auf die Tabellenspitze der Kreisliga D nach der Winterpause auf sieben Punkte angewachsen ist.

„Thomas Rahn ist der beste Trainer, den wir uns vorstellen können. Wir sind auf dem richtigen Weg. Wir werden den Aufstieg schaffen — vielleicht nicht in diesem Jahr, aber doch in absehbarer Zeit“, gab sich der 1. Vorsitzende kämpferisch. Die Antwort auf die Frage, ob Ulrich Bohrer den Aufstieg in seiner nunmehr dritten Amtszeit erleben wird — die Mitgliederversammlung wählte ihn ohne Gegenstimme erneut zum 1. Vorsitzenden —, werden die Fußballer auf dem Platz geben.

Auf eine deutlich größere Vorstandsmannschaft wird Bohrer indes in den kommenden zwei Jahren bauen können. Dirk Iserlohn (Geschäftsführer), Michael Jansen (Kassenwart), Heinz Sommer (2. Kassenwart), Manfred Jung (Jugendleiter), Stephan Wollgarten (Jugend-Geschäftsführer) und Susanne Iserlohn (Abteilungsleiterin Tanz und Gymnastik) wurden in ihren Ämtern bestätigt. Ein Wechsel in der Führungsetage des Clubs wurde mit der Wahl von Geerd Desmedt zum neuen 2. Vorsitzenden vollzogen, während seine Vorgängerin Monika Kall den Vorstand weiterhin als Beisitzerin unterstützen wird. Zum Fußball-Obmann gewählt wurde Daniel Tetsch.

Wieder besetzt werden konnte der Posten der Schriftführerin, den nun Jutta Wieland innehat. Neben den bisherigen Beisitzern Jens Jungheim, Karl-Heinz Hennecken, Fritz Thiermann und Uwe Steffens wurde der Vorstand um weitere Beisitzer ohne besondere Aufgaben erweitert: Achim Lange, Tim Cossmann und Jürgen Esser.

Ein wichtiges Thema der Vorstandsarbeit in den kommenden zwei Jahren dürfte die finanzielle Mehrbelastung durch die Beteiligung an den Nutzungskosten von Vereinsheim und Sportplatz sein, die nach aktuellem Stand der städtischen Planungen ab Ende 2015 zu 50 Prozent von den Vereinen in Stolberg selber getragen werden sollen. „Eine Auskunft, mit welchen Kosten zu rechnen ist, habe ich trotz Zusage des Bürgermeisters allerdings bis heute nicht erhalten“, kritisierte Bohrer die Kommunikation mit der Stadt. Ohne verlässliche Zahlen könne man nicht kalkulieren und fehle es an Planungssicherheit. Eine Aufgabe des Standorts in Dorff — und damit wohl auch eine Fusion mit einem anderen Club — kommt für die Sportfreunde mit Verweis auf die wichtige Funktion des Vereins innerhalb des Dorf(f)-Lebens nicht in Frage. Daran ließ der alte und neue Vorsitzende keinen Zweifel.

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