Sozialverband VdK

Bernd Vegelahn neuer Vorsitzender: Engagierter Lotse für die Hilfesuchenden

Bernd Vegelahn ist seit dem 30. Juni 2018 neuer Vorsitzender des Sozialverbandes VdK im Ortsverband Stolberg. Was es mit diesem Verband auf sich hat, warum es sinnvoll ist, diesem Verein beizutreten und an wen sich Interessierte im Bedarfsfall wenden können, hat der Vorsitzende im Interview erzählt.

Was ist der Sozialverband VdK?

Vegelahn: Der Sozialverband VdK ist ein Verein, der sich besonders für Menschen, die benachteiligt sind oder Hilfe in sozialen Dingen benötigen, einsetzt.

Wer sind die benachteiligten Menschen?

Vegelahn: Es sind Menschen mit Behinderungen, Rentner, Unfall- und Wehrdienstopfer, Sozialversicherte und Grundsicherungsempfänger. Wir setzen uns dafür ein, dass sie weder ins gesellschaftliche noch ins finanzielle Abseits unserer Leistungsgesellschaft gedrängt werden.

Seit wann besteht der Verband?

Vegelahn: Er wurde 1950 als Verband Kriegsbeschädigter, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner gegründet. Heute heißt er „Sozialverband VdK Deutschland e.V.“.

Warum haben Sie sich wählen lassen?

Vegelahn: Ich habe mich wählen lassen, weil ich an der sozialen Ungerechtigkeit in Stolberg etwas verändern möchte.

Was sind das denn für soziale Ungerechtigkeiten in Stolberg?

Vegelahn: Da gibt es die Kinderarmut oder die Rentner, die nach 48 Arbeitsjahren nicht von ihrer Rente leben können. Wir kämpfen für die Barrierefreiheit für behinderte Menschen und versuchen, den Umgang mit Hilfs- und Pflegebedürftigen in unserer Gesellschaft zu verbessern.

Ist das ein Ehrenamt? Oder wie muss sich der Leser diese Tätigkeit vorstellen?

Vegelahn: Es ist zu hundert Prozent ein Ehrenamt, das ich mit Freude in meiner Freizeit ausübe, wobei hier schon einige Stunden zusammen kommen.

Wer berät im Bedarfsfall?

Vegelahn: Wir haben eigene Rechtsberater (Rechtsanwälte) sowie Fachleute für Soziales.

Verfügen Sie im Verband über professionelle Hilfen?

Vegelahn: Ja. Es sind angestellte Anwälte und Fachleute für Sozialrecht.

Wie viele Mitglieder hat der Verband?

Vegelahn: Bundesweit sind dem Verband 1,9 Millionen Menschen angeschlossen, davon 300 Tausend in Nordrhein-Westfalen und davon ca. 1.200 im Ortsverband Stolberg.

Warum ist es von Vorteil, in Ihrem Verband Mitglied zu sein?

Vegelahn: Der Sozialverband VdK bietet seinen Mitgliedern qualifizierte Sozialberatung durch kompetente Fachleute an. Darüber hinaus vertreten wir konsequent die Interessen unserer Mitglieder gegenüber der Politik.

In welchen Fällen konnten Sie den Menschen helfen?

Vegelahn: Meine Amtszeit hat gerade erst begonnen. Der neue Vorstand hat aber bereits einige Dinge besprochen, die in naher Zukunft für unsere Mitglieder von hohem Interesse sein können. Ich erwähne hier nur Informationsbeiträge von Seiten der Polizei, den Ärzten, des Notars etc. Ebenfalls planen wir unter dem Motto „gemeinsam statt einsam“ gesellige Nachmittage sowie Halb- und Ganztagesausflüge. So findet zum Beispiel am 16. November 2018 ein Kennenlern-Treffen für unsere Mitglieder statt. Die Einladungen sind bereits auf dem Weg.

Ersetzt Ihr Verband den Rechtsanwalt oder gar eine Rechtsschutzversicherung?

Vegelahn: Nein. Jedoch Rechtsberatung und die Vertretung im Sozialrecht.

Wie finanzieren Sie sich?

Vegelahn: Der Sozialverband VdK ist ein gemeinnütziger Verband, der seine Arbeit über Mitgliedsbeiträge und Spenden finanziert. Er ist politisch und weltanschaulich ungebunden und deshalb stets handlungsfähig, wenn es darum geht, für die Belange seiner Mitglieder einzutreten.

Wie hoch ist der Mitgliedsbeitrag?

Vegelahn: Zur Zeit beträgt er 5,oo Euro pro Monat, also 60 Euro pro Jahr.

Verstehe ich Sie richtig: Sie helfen nur Menschen, die Mitglied in Ihrem Verband sind?

Vegelahn: Natürlich nicht. Jeder, der Hilfe benötigt und bei mir nachfragt, dem werde ich versuchen, irgendwie möglich zu helfen. Aber ich weiß auch, dass mir Grenzen gesetzt sind. Da ich keine Löcher in den Händen habe und auch nicht über Wasser gehen kann, bleibt mir manchmal nur die Funktion des Lotsen übrig, um den Hilfesuchenden an die entsprechende Stelle weiter zu leiten.

An wen können sich die Menschen wenden, wenn Sie Hilfe brauchen? (Sprechstunden) Und wo?

Vegelahn: Beim Landesverband NRW, Kreisverband Kreis Aachen, Salmstraße 21 in Stolberg. Telefonisch unter 02402 / 10 20 188, Telefax 02402 / 10 20 283 oder mit einer E-Mail: beratung.kv-kreis-aachen@vdk.de.

Unsere Geschäftsstelle ist in Stolberg von Montag bis Donnerstag von jeweils 9.00-13.00 Uhr und donnerstags zusätzlich von 15.00-17.30 Uhr erreichbar. Eine Rechtsberatung ist allerdings nur nach vorheriger telefonischer Vereinbarung möglich.

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