Stolberg: Sozialer Wohnungsbau muss erneut angeboten werden

Stolberg : Sozialer Wohnungsbau muss erneut angeboten werden

Eine Ehrenrunde drehen muss das zweite Projekt des Sozialen Wohnungsbaus auf städtischen Grundstücken. Obwohl der Stadtrat bereits eine Verkaufsoption beschlossen hatte, muss der Verkaufswille erneut öffentlich ausgelobt werden: Der Erwerber hat Fristen versäumt.

Während Stolberg auf der Rotsch selbst Investor eines Bauvorhabens mit zweimal acht Wohneinheiten ist, die noch in diesem Jahr bezogen werden können, hatte sie für das Grundstück auf dem Duffenter eine Investorenausschreibung veranlasst.

Ganz bewusst hatte die Verwaltung dem Stadtrat diesen Vorschlag unterbreitet: „Vermehrte Nachfragen nach Grundstücken, die für Mehrfamilienhäuser im öffentlich geförderten Wohnungsbau geeignet sind“, hatten laut Tobias Röhm im September 2016 die Verwaltung erreicht. Deshalb unterbreitete der Technische Beigeordnete dem Rat die Idee, einen privaten Investor für die rund 2100 Quadratmeter neben der Netto-Filiale auf dem Donnerberg zu suchen. Gemäß Bodenrichtwert erwartete die Verwaltung eine Einnahme von bis zu 300.000 Euro, wobei möglicher Mehraufwand bei der Beseitigung von Altlasten oder Altbergbau sowie die üblich hohen Schwermetallgehalte zu berücksichtigen wären.

Allerdings war das öffentliche Interesse für ein solches Vorhaben an dieser Stelle offensichtlich recht mager. Letztlich wurde dem Stadtrat nur eine entscheidungsfreudiger Investor präsentiert. Ein Aachener Ehepaar hatte sich als einzige Interessenten fristgerecht gemeldet. Das erhielt im vergangenen Juli auch den Zuschlag mit einer Auflage. Bis Mitte November wurde eine Frist eingeräumt weitergehende Untersuchungen zum Baugrund durchführen zu lassen. Diese Gutachten sollten dann Grundlage für die Bestimmung eines realistischen Kaufpreises sein, so dass über den Verkauf befunden werden könne.

Die Investoren ließen diese Frist jedoch verstreichen; aus betriebsinternen Gründen hätten sie die Untersuchungen nicht termingerecht beauftragen können. Aber sie teilten der Stadt mit, weiterhin Interesse an dem Projekt zu haben.

Um aber auf der rechtlich sicheren Seite zu sein, sieht sich die Verwaltung nun gezwungen, ihr Verkaufsangebot für das Grundstück erneut auszuschreiben. Somit kann sich das Investoren-Ehepaar erneut bewerben, aber auch andere Interessenten haben die Möglichkeit, das Grundstück zu erwerben.

(-jül-)
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