Stolberg: Sozialbau soll familiengerecht sein

Stolberg: Sozialbau soll familiengerecht sein

Die Sozialwohnungen, die auf einem Grundstück neben dem Netto-Markt an der Duffenterstraße entstehen werden (wir haben berichtet), sollen familiengerecht gebaut werden. Darüber hat am Dienstagabend der Stolberger Stadtrat entschieden.

Dina Graetz, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Stadtrat, hatte den Vorschlag vorgetragen, den Verkauf des Grundstücks an die Bedingung zu knüpfen, dass die dort zu bauenden Wohnungen groß genug für Familien sein sollen. Es soll verhindert werden, dass nur Appartments entstehen, die für Single-Haushalte gedacht sind. Diesem Vorschlag der Grünen schloss sich der Rat an.

Anders hingegen verhielt es sich bei Dina Graetz‘ zweitem Vorschlag: Maximal die Hälfte der Wohnungen sollten ihrer Ansicht nach öffentlich geförderter Wohnungsbau sein, die anderen Immobilien hingegen reguläre Wohnungen. Nur wer einen Wohnberechtigungsschein hat, darf in öffentlich geförderten Wohnungen leben. Hierfür gibt es unterschiedliche Kriterien. Unter anderem darf eine bestimmte Einkommensgrenze nicht überschritten werden.

Die Ratsfrau erklärte, dadurch eine „Ghettoisierung“ vermeiden und eine Durchmischung der Bewohnerschaft erreichen zu wollen. Es folgte ein kurzer Schlagabtausch, wobei Dieter Wolf (SPD) die Frage in den Raum warf, ob eine gezielte Durchmischung bei einem Bauprojekt dieser Größenordnung überhaupt notwendig sei. „Wir reden von acht bis zehn Wohnungen“, so Wolf. Das wiederum bezweifelte Bernhard Engelhadt (FDP), der dafür plädierte, dass die neuen Gebäude an die Häuser in der näheren Umgebung angepasst werden sollen. Er meinte: „Der Investor will mit so einem Projekt Geld verdienen. Und ich glaube deshalb, dass dort mehr als nur acht Wohnungen entstehen werden.“ Ratsherr Ferdi Gatzweiler (SPD) warnte davor, Kupferstädter, die Inhaber des Wohnberechtigungsscheins sind, zu stigmatisieren.

(slg)