Stolberg: So genießen auch Samtpfoten den Urlaub

Stolberg: So genießen auch Samtpfoten den Urlaub

Rund 4.600 Mitglieder des Freundeskreises „Katze und Mensch” in ganz Deutschland haben im Urlaub oder auf Dienstreisen eine Sorge weniger: Sie wissen, dass ihr Vierbeiner zu Hause in guten Händen ist.

Ein anderes Mitglied aus ihrer regionalen Gruppe versorgt das Tier mit Futter und Streicheleinheiten und kümmert sich um Post und Blumen. „Für die Katzen bedeutet es einen enormen Vorteil, wenn sie in der gewohnten Umgebung bleiben können, während ihre Besitzer verreisen”, erklärt der Erste Vorsitzende Peter Ahrens aus Ebersbach nahe Stuttgart. „Katzen sind, anders als Hunde, stark an ihr Revier gebunden. Sie verreisen nicht gern und fühlen sich deshalb sogar in gut geführten Tierpensionen häufig unwohl.”

Seit dem Jahr 1995 hat sich die Idee der Katzenbetreuung auf Gegenseitigkeit von Stuttgart aus im gesamten Bundesgebiet verbreitet, wenngleich sich die meisten Mitglieder weiterhin in Süddeutschland finden. Allein in 2011 wuchs der Freundeskreis um fast 800 Mitglieder. Fast monatlich kommt eine neue regionale Gruppe hinzu. Nach wie vor können engagierte Katzenliebhaber die Initiative ergreifen und in Abstimmung mit dem Vorstand eine eigene Ortsgruppe gründen. Das geht schnell und unbürokratisch. Erfahrungsgemäß finden sich rasch weitere Mitglieder in der Region, so dass bald eine gegenseitige Betreuung der Tiere gewährleistet ist. Das wäre auch in Stolberg möglich, denn in der Kupferstadt gibt es bislang noch keine Gruppe der Katzenfreunde.

Wegen der vielseitigen Tierschutz-Aktivitäten hat der Freundeskreis Katze und Mensch seit vielen Jahren den Status der Gemeinnützigkeit; Spenden und Mitgliedsbeiträge - regulär 30 Euro im Jahr, ermäßigt zwölf Euro - sind steuerlich absetzbar. Ein Großteil der Einnahmen fließt in die Versorgung herrenloser und verwilderter Tiere. „Rund zwei Millionen Straßenkatzen leben in Deutschland”, berichtet Vorstand Peter Ahrens. „Wo immer es geht, fangen unsere Mitglieder sie ein, lassen sie nötigenfalls beim Tierarzt behandeln und vor allem kastrieren. Sonst wird das Problem immer größer. Vor allem im Winter leiden viele Tiere unter Krankheiten und Hunger.” Auch aus diesem Grund tritt der Verein für die Kastrationspflicht für „Freigänger”-Hauskatzen ein. „Wir brauchen hier endlich eine verbindliche bundesweite Regelung”, fordert Ahrens.

Immer wieder nehmen Vereinsmitglieder junge Katzen, die sich allein noch nicht versorgen können, sowie verletzte oder kranke Tiere für gewisse Zeit bei sich auf und versuchen, sie dann in liebevolle Hände zu vermitteln.

Pflegeplätze gesucht

Der Freundeskreis betreibt und unterstützt derzeit mehr als zehn Pflegestellen für jeweils eine bis fünf Katzen. Oftmals sind es Notfälle: herrenlose Katzen, die nach einer Tierarztbehandlung eine Weile versorgt werden müssen und später vermittelt werden sollen; Katzen, die nach einem Todesfall oder einer Trennung in der Besitzerfamilie nicht mehr in ihrem bisherigen Zuhause sein können. „Wir suchen dringend weitere Pflegeplätze überall in Deutschland”, sagt Organisationsvorstand Marianne Hehr aus Sachsenheim bei Ludwigsburg. „Denn häufig wissen engagierte Mitglieder nicht, wo sie die aufgefundenen Kätzchen unterbringen können, und viele Tierheime platzen aus allen Nähten.”

Allein die Statistik für das Jahr 2011 des Freundeskreises Katze und Mensch kann sich sehen lassen: Knapp 160.000 Euro gab der Verein für den Tierschutz aus, mehr als 1800 Tiere wurden dabei ärztlich behandelt, rund 15.000 Euro erhielten Futterstellen für herrenlose Katzen. Andererseits fielen dank der vielen ehrenamtlichen Hilfe im vorigen Jahr nur knapp 4000 Euro für Verwaltungskosten und Mitgliederbetreuung an. „Wer dem Freundeskreis beitritt, tut also nicht nur seiner eigenen Katze etwas Gutes, sondern leistet einen wichtigen Beitrag für den Tierschutz”, resümiert Peter Ahrens.

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