So funktioniert die Essensausgabe im Bethlehem-Krankenhaus in Stolberg

Bethlehem-Gesundheitszentrum : So funktioniert die Essensausgabe in Krisenzeiten

Die Küche am Stolberger Bethlehem-Gesundheitszentrum soll Ende September schon der Vergangenheit angehören. Ab dem 1. Oktober wird die Einrichtung von einem externen Caterer beliefert. Kann dies vor allem in Krisensituationen funktionieren?

Bethlehem-Geschäftsführer Dirk Offermann macht sich diesbezüglich keine Sorgen. „Bereits 25 bis 30 Prozent der deutschen Krankenhäuser versorgen über ein externes Belieferungssystem ihre Patienten, Mitarbeiter und weitere Einrichtungen wie beispielsweise Schulen oder auch Altenheime“, sagt Offermann.

Neuem gegenüber offen sein

Der von der Politik zu verantwortende Investitionsstau in den Krankenhausküchen erfordere ein Umdenken und damit auch, Neuem gegenüber offen zu sein.

Das Bethlehem-Gesundheitszentrum ist nach dem St.-Antonius-Hospital in Eschweiler das zweite Krankenhaus in der Region, das seine Küche zeitnah schließen wird (siehe Infobox). Mit einem Unterschied: Während in Eschweiler fast 100 Mitarbeiter von der Schließung betroffen sein sollen und fast 40 davon ihre Jobs verlieren sollen, sind in Stolberg 15 Menschen betroffen. 13 davon könne man auch weiterhin beschäftigen, allerdings in anderen Bereichen im Haus, sagt Offermann.

Bereits vor einem Jahr kam das Thema im Stolberger Krankenhaus auf. Das Bethlehem beauftragte damals einen Architekten, der darlegen sollte, welche Maßnahmen im Rahmen einer Modernisierung getroffen werden müssten und was diese kosteten. Das Ergebnis: Die gesamte Küche hätte neu gemacht werden müssen – Strom- und Wasserleitungen inklusive. Die Kosten für die Planungen lagen bei rund vier Millionen Euro.

Dirk Offermann ist sich allerdings sicher, dass die tatsächlichen Kosten letztlich deutlich höher ausgefallen wären. Geld, das die Einrichtung nicht hatte und auch nicht hätte ansparen können, erklärt Offermann. Eine andere Lösung musste her. Bereits zu diesem Zeitpunkt wurden die Mitarbeiter informiert. „Wir haben uns damals dazu entschlossen, dass wir die Küche schließen, allerdings erst, wenn ein alternatives Konzept vorliegt“, sagt der Geschäftsführer.

Der Geschäftsführer zeigt sich optimistisch, dass man mit dem neuen System auch in Zukunft gut aufgestellt sei. Es sei „innovativ und auch auf logistischer Ebene bis ins Detail durchdacht“, so Offermann. Dass dies zutreffe, erkenne man auch daran, dass in den Häusern, die dieses System einsetzen würden, bislang noch nie das Essen ausgeblieben sei. Und damit nicht genug.

„Wir haben mit potenziellen Partnern, die in der engeren Wahl sind, unterschiedliche Ausfallszenarien durchgespielt“, sagt Offermann. Was das bedeutet? Ganz einfach. Bei einem Produktionsausfall greife ein sogenanntes Back-up. „In der vom Bethlehem maximal nur zehn Kilometer entfernten Verteilerküche würde dann ein Vorrat abgerufen, der zuvor speziell für das Stolberger Krankenhaus angelegt worden ist. Dieser Vorrat würde ausreichen, um mehrere Tage zu überbrücken“, so Offermann weiter.

In Eigenregie kompensieren

Und was würde bei einem kurzfristigen Ausfall geschehen? Auch dafür sei man künftig gewappnet, ist sich Offermann sicher. „Einen kurzzeitigen Ausfall könnten wir in Eigenregie kompensieren, denn auch im Bethlehem wird sich ein ausreichend großer Vorrat befinden, um eine Versorgung von mindestens 24 Stunden zu gewährleisten“, erklärt der Geschäftsführer.

Sollte die Produktion übrigens einmal für einen längeren Zeitraum nicht mehr möglich sein, biete sich ein großer Caterer aus der Region als Alternative an, teilt Dirk Offermann mit.

Das Bethlehem-Gesundheitszentrum wird ab dem 1. Oktober von einem externen Anbieter beliefert und zwar im Verfahren mit dem Namen „Cook & Chill“. Dabei wird das Essen auf drei Grad runtergekühlt und so ins Bethlehem geliefert. Dort erhält es den letzten Schliff und wird fertig gegart. Im vergangenen Jahr wurden in der Einrichtung rund 96.000 Essen herausgegeben für Patienten, Mitarbeiter, Besucher sowie für Gäste des Hauses Lucia.

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