Stolberg: Signale auf der Reise mit dem Wohnmobil

Stolberg: Signale auf der Reise mit dem Wohnmobil

In wie weit die Politik sich in ihrer Stadt orientieren kann, mag die eine Seite der Medaille sein. Auf der anderen wird die Orientierung durch die Wege der Entscheidungsfindung im Rathaus auch nicht einfacher.

Im Falle der langen Reise auf der Suche nach einem Wohnmobil-Stellplatz scheinen Signale aus dem politischen Raum schon für Richtungswechsel in der fachlichen Meinung der Verwaltung ausreichend zu sein.

Denn nachdem die Verwaltung am 17. November im Hauptausschuss noch in ihrer Vorlage für den Bau der neuen touristischen Einrichtung auf dem Parkplatz Mühlener Ring 60.000 Euro erbeten hatte, fertigte sie schon zwei Tage später eine Vorlage für den am 10.Dezember tagenden Ausschuss für Stadtentwicklung, laut der der Wohnmobil-Stellplatz nun auf dem Parkplatz Krautlade angelegt werden soll, ohne ein Wort zum Mühlener Ring zu verlieren.

Zwischen beiden Ereignissen lag eine Wortmeldung des SPD-Fraktionsvorsitzenden Dieter Wolf im Hauptausschuss, nach der seine Fraktion immer geglaubt habe, dass der Parkplatz Krautlade der auserkorene Standort sei und nicht der Parkplatz Mühlener Ring, wo man Bedenken wegen entfallender Stellplätze habe. Jedenfalls wurde die Bereitstellung der Mittel erst einmal vertagt.

Angesichts dieser Bedenken und der möglichen Verwechslung der innerstädtischen Parkplätze bleibt der glückliche Zufall, dass die Politiker im Laufe des Jahres das für den Wohnmobil-Standort zur Verfügung stehende Geld zur Deckung anderer Projekte und nicht für seinen Bau ausgegeben sowie die Prüfung des Standortes Mühlener Ring so lange gedauert hat: Der Ausschuss für Stadtentwicklung wird mit der Standortfrage erstmals in diesem Dezember konfrontiert.

Bereits im Juni hatte die Verwaltung den Parkplatz Mühlener Ring als die ideale Alternative genant. Offen war eigentlich nur noch die Frage einer potentiellen Rückzahlung von Landeszuschüssen gewesen, weil der Parkplatz einst im Rahmen des Ausbaus der L238 geschaffen worden war.

Zuvor hatte als erste Wahl seit Herbst 2008 der Standort neben der Direktoren-Villa am Zinkhütter Hof gegolten. Der missfiel aber Bezirksregierung und Landschaftsverband im Frühjahr.

Ende Mai präsentierte die Verwaltung den gemeinsam mit den „Reisemobilfreunden im Dreiländereck” gefundenen Standort Duffenter als beste Alternative.

Die scheiterte, weil Anwohner Sturm liefen. Anfang Juni war die nächstbeste Alternative mit dem Parkplatz Mühlener Ring gefunden. Die neuerliche Bereitstellung von Geld für diesen Standort hat der Hauptausschuss in der vergangenen Woche vertagt, damit zuerst der Ausschuss für Stadtentwicklung inhaltlich beraten kann.

Nun soll der aber über eine vierte, wiederum neue Alternative diskutieren: die Krautlade.

„Nachdem sich auch weitere Standortalternativen aus verschiedenen Gründen als nicht geeignet herausstellten, hat sich der Arbeitskreis Tourismus für den Parkplatz an der Europastraße (Krautlade) entschieden, der aufgrund seiner Lage für eine Nutzung als Wohnmobilstellplatz grundsätzlich geeignet ist”.

Der Arbeitskreis Tourismus tagte am 18.November im Rathaus und hat offensichtlich einen Tag nach dem Hauptausschuss gleich das Signal aus dieser Sitzung umgesetzt und als nächsten Standort nun die Krautlade empfohlen.

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