Stolberg/Aachen: Sieben Jahre und sechs Monate Haft für Dealer

Stolberg/Aachen : Sieben Jahre und sechs Monate Haft für Dealer

Eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren und sechs Monaten, die Einziehung eines Geldbetrages von 165.000 Euro und die Unterbringung in einem Entziehungsheim sind für Kaan B. die Konsequenz für unerlaubten Handel mit Betäubungsmitteln in nicht unerheblichem Umfang.

Der 52-Jährige betrieb früher über einen Strohmann in Aachen das „Cafè Efe“ und zuletzt in Stolberg das Spielbüro „Lara 2“ an der Salmstraße. Dort ging aber nicht nur Kaffee über den Tresen. Gehandelt wurde mit Kokain — zwar in kleineren Mengen, dafür aber stetig. Die 7. große Strafkammer des Aachener Landgerichtes schickte den Anfang April letzten Jahres Festgenommenen für die nächste Zeit hinter Gittern (Az.: 67 KLs 21/17). Sieben Fälle hatte die Staatsanwaltschaft angeklagt.

Mit Bewährungsstrafen über ein Jahr und neun Monate bzw. über ein Jahr kamen seine Kumpane, der 48-jährige Sahin K. und der 53-Jährige Yilmaz D., davon. Ihnen wurden zwei Fälle und eine Beteiligung bzw. ein Fall von Drogenhandel zur Last gelegt.

Die Vorwürfe gehen zurück auf Anfang vergangenen Jahres, als der türkische Staatsangehörige am Aachener Adalbertsteinweg das Café Efe. Dort soll er damals 200 Gramm Kokain an die Kunden geberacht haben. Im Januar 2017 soll es Kaan B. in Aachen jedenfalls „zu heiß“ geworden sein für seine illegalen Geschäfte. In Stolberg fand er im Februar 2017 ein neues Ladenlokal auf der Mühle. Dabei war hier die Vergnügungsstätte „Lara 2“ an der Salmstraße schon mehrfach im Ziel von Kontrollen. Jedenfalls soll der 52-Jährige damals ein Kilogramm Kokain erworben haben, um es portionsweise an die Kundschaft zu bringen. Verkäufe fanden im direkten Umfeld des Cafés ebenso statt wie etwa auf dem Kaiserplatz. Abnehmer und Vermittler von Kokain in Mengen von 50 bis 100 Gramm verantworten sich derzeit in einem weiteren noch laufenden Verfahren vor der 9. großen Strafkammer des Aachener Landgerichtes (Az.: 69 KLs 18/17).

Weiteres Verfahren läuft noch

Der schwunghafte Handel mit dem „weißen Puder“ blieb in der Kupferstadt allerdings nicht unbemerkt. Stadt, Polizei und Staatsanwaltschaft arbeiteten Hand in Hand, um dem Treiben ein Ende zu bereiten. Eigens wurde die Ermittlungsgruppe „Crossfire“ ins Leben gerufen, die die Szene intensiv unter die Lupe nahm. Im Oktober 2016 begann die Observierung und Ermittlungsarbeit. Spätestens, nachdem ein Vertrauensmann der Ermittlungsbehörden bei Kaan B. erfolgreich 50 Gramm Kokain erwerben konnte, war die Basis zum Zuschlagen gegeben.

Am 7. April 2017 machten sich starke Polizeikräfte auf, um 18 Grundstücke und Immobilien in der erweiterten Region zu durchsuchen. Stolberg, Aachen, Eschweiler, Euskirchen, Bad Honnef und Bonn waren ihr Ziel. Drogen und Waffen wurden sichergestellt. Festgenommen wurden acht Verdächtige, seinerzeit im Alter zwischen 25 und 51 Jahren, die allesamt in Untersuchungshaft wanderten. Drei von ihnen sollen in Verbindung mit den „Bandidos“ stehen. Am 9. Mai 2017 wurde ein 30-jähriger Stolberger als neunter Tatverdächtiger festgenommen; er blieb allerdings letztlich auf freiem Fuß. Zwar hatte ein Richter Untersuchungshaft angeordnet, der Haftbefehl wurde aber unter Auflagen außer Vollzug gesetzt.

Sechs der Beschuldigten stehen weiterhin vor Gericht. Am 7. Juni wird die Verhandlung vor der 9. großen Strafkammer fortgesetzt. Weitere sieben Termine sind angesetzt bis zum 2. August.

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