1. Lokales
  2. Stolberg

Stolberg: Sickerwässer preiswerter säubern

Stolberg : Sickerwässer preiswerter säubern

Eine Lösung - wenn auch eine andere als die bisher verfolgte - zur Behandlung der Sickerwasser aus den Vegla-Poldern scheint kurz vor einem positiven Abschluss zu stehen.

In den nächsten zwei Wochen wird mit einer Einigung zwischen den beteiligten Behörden - Kreis Aachen, Stadt Stolberg, Staatliches Umweltamt, Wasserverband Eifel-Rur (WVER), Bezirksregierung, Landesumweltministerium - und der Saint Gobain als Verursacher gerechnet, nachdem ein Behördentermin am Mittwoch „noch nicht zu einem abschließenden Ergebnis geführt hat”, wie die städtische Pressesprecherin Petra Jansen auf Anfrage unserer Zeitung erklärte.

80.000 Euro werden eingespart

Es wurde ein neuer Termin für Anfang Dezember anberaumt, „an dem dann auch ein Vertreter der Bezirksregierung teilnehmen wird, in dessen Zuständigkeit als obere Wasserbehörde die Erteilung einer ggfs.. erforderlichen Befreiung von der Abwasserbeseitigungspflicht gelegt worden ist.”

Nachdem bisher ein Konzept des WVER verfolgt wurde, nach dem die Sickerwässer aus den Poldern über eine Leitung der Kläranlage zugeführt werden sollten, wo in einem speziellen Verfahren die Huminsäuren ausgefällt werden sollten, legte Saint Gobain inzwischen einen anderen Lösungsansatz vor, der den Charme hat, 80.000 Euro Kosten jährlich einsparen zu können.

Reinigungsanlage auf Firmengelände

Das Konzept von Saint Gobain sieht vor, die Reinigung der Sickerwässer mittels Ultrafiltration und anschließender Umkehrosmose durchzuführen. Bei der Reinigung fällt ein pudding-artiges Konzentrat an, das mit Infrarotlampen bestrahlt wird. Der Rückstand aus dieser Verdampfungsanlage kann als Kohleersatz in der Produktion von Saint Gobain eingesetzt werden - ebenso wie das gereinigte Wasser als Kühlmittel benutzt werden kann.

Dementsprechend ist angedacht, die Reinigungsanlage auf dem Firmengelände zu installieren. Jährliche Kosten von rund 190.000 Euro werden kalkuliert, während der WVER-Vorschlag mit 270.000 Euro pro Jahr zu Buche schlagen sollte. Als Verursacher, der die Kosten übernehmen soll, kann Saint Gobain eigenverantwortlich über das letztlich einzusetzende Verfahren für die Aufbereitung entscheiden. Voraussetzung ist, dass die behördlichen Vorgaben erfüllt werden.

Förderantrag gestellt

Inzwischen hat das Landesumweltministerium, das auf eine Lösung des Sickerwasser-Problems drängt, einen 80-prozentigen Zuschuss zu den Kosten des erforderlichen Leitungsbau zwischen den Poldern und der Behandlungsanlage in Aussicht gestellt. Ein entsprechender Förderantrag wurde mittlerweile von der Stadt Stolberg gestellt. Weitere Details sollen dem Kreisumweltausschuss auf seiner Sitzung am 11. Dezember mitgeteilt werden.

Bis dahin sollen bereits die erforderlichen vertraglichen Regelungen zwischen den Behörden und dem privaten Partner erarbeitet sein.