Stolberg: Sickerwässer der Vegla-Polder werden aufbereitet

Stolberg: Sickerwässer der Vegla-Polder werden aufbereitet

Das Reinigungsgerät „Molch“, das in der nur 50 Millimeter dünnen und 1,5 Kilometer langen Druckleitung zwischen den Vegla-Poldern und der Aufbereitungsanlage das Rohr verstopfte, konnte erfolgreich entfernt werden.

Seit gut zwei Wochen säubert wieder die vor acht Jahren in Betrieb genommene Wasseraufbereitungsanlage der Saint-Gobain Glass Deutschland GmbH zur Herausfilterung der gelösten Braunkohle einen Großteil des auf der Halde Steinbachshochwald entstandenen Sickerwassers, berichtet das Unternehmen.

„Wir freuen uns, dass wir aufgrund der guten Zusammenarbeit mit der Stadt Stolberg das Problem lösen konnten“, kommentiert Dr. Rebenstorff, Hauptverantwortlicher für Umwelt-, Gesundheits- und Arbeitssicherheitsfragen der Saint-Gobain Glass Deutschland.

In der Wasseraufbereitungsanlage wird in einem mehrstufigen Verfahren, bestehend aus hochmodernen Keramikfiltern mit nachgeschalteter Umkehrosmose, die gelöste Braunkohle, die das Wasser pechschwarz färbt, herausgeholt. Das klare Wasser gelangt danach nicht in den Saubach, sondern wird in dem Produktionsprozess zur Spiegelglasherstellung im Saint-Gobain Glass Werk Stolberg eingesetzt.

Bis in die 60er Jahre des letzten Jahrhunderts musste zur Herstellung von planen Oberflächen das Glas geschliffen und poliert werden. Dazu wurde Sand mit Wasser verwendet, welches anschließend mit dem Glasabrieb auf dem Firmengelände in der Nähe des Saubaches aufgeschüttet und neu bepflanzt wurde.

Bei der Versickerung des Regenwassers entsteht durch den Sand und Glasabrieb eine Lauge, die die Kohlebestandteile aus den darunterliegenden Braunkohleflözen herauswäscht und somit den Saubach und in dessen Folge die Inde braun färbt.

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