Jubiläum und Aufstieg der ersten Mannschaft: SG Stolberg hat doppelten Grund zum Feiern

Jubiläum und Aufstieg der ersten Mannschaft : SG Stolberg hat doppelten Grund zum Feiern

Erst die Mallorca-Fete, dann der Festakt und schließlich die Aufstiegsfeier: Die Werther kamen nicht mehr aus ihrer Partylaune raus. Für den ganzen Trubel rund um das Festzelt hinter der alten Schulen gab es auch einen Anlass, und zwar einen erfreulichen.

Der SG Stolberg, ein Fusionsverein aus Adler Werth und SG Gressenich, feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen. Außerdem ist die erste Fußball-Mannschaft vor wenigen Tagen von der Kreisliga A in die Bezirksliga aufgestiegen. Gründe genug für massive Hochstimmung.

Die war am Abend des Festakts dem SG-Vorsitzenden Axel Wirtz deutlich anzumerken. Das Festzelt krachend voll, jede Menge gut gelaunte Gäste, darunter viele langjährig treue Mitglieder (siehe Infotext). Die verdienten Kicker indes ließen es sich noch fern der Heimat gut gehen: Sie durften zur Belohnung nach Mallorca fliegen – im Team, versteht sich.

Trotz ihrer Abwesenheit standen die Fußballer und ihr Trainer Oliver Heinrichs aber dennoch im Mittelpunkt – besonders beim Chef des Ganzen, bei Axel Wirtz. Der Vorsitzende drückte den Trainer und die Seinen wieder und wieder rhetorisch ans Herz. Und stimmte laut ein Jubellied an: „Wir haben den Aufstieg endlich erreicht!“ „Keine langen Reden!“, hieß das Motto, das er für den Festakt ausgegeben hatte.

Kirchturmsdenken überwunden

Daran hielt er sich nicht nur selbst – auch Wirtz‘ Nachfolger orientierten sich mit ihre Ansprachen an seiner Parole. So bescheinigte der ehemalige Stolberger Bürgermeister Dr. Tim Grüttemeier den Mirglieder der beiden Ursprungsvereine, aus denen die SG entstanden ist, „das eine oder andere Kirchturmsdenken überwunden zu haben“. Auch Grüttemeiers Nachfolger Patrick Haas überbrachte Glückwünsche. Das tat auch der Präsident des Fußballverbandes Mittelrhein (FVM), Alfred Vianden, für den der Besuch in Werth die letzte Amtshandlung als erster Mann im FVM war.

Vianden, der aus Alfter bei Bonn angereist war, ließ es nicht dabei bewenden, zusammen mit Bernd Mommertz (Vorsitzender Fußballkreis Aachen) dem Gastgeber eine Ehrenurkunde zu überreichen – in seiner absehbar letzten Rede stimmte der prominente Vertreter des Sports auch und vor allen nachdenkliche Töne an.

Ein Beispiel: „Was mir Sorge macht, ist das Thema Ehrenamt.“ Sprach‘s und rief nicht zuletzt dazu auf, den Mitarbeitern um Gottes Lohn mehr Lehrgänge zur Qualifikation angedeigen zu lassen. Doch damit nicht genug: Auch verbale und körperliche Attacken auf Schiedsrichten bereiten dem Noch-Präsidenten Kopfschmerzen. Spürbar von diesen Ausschreitungen persönlich getroffen, versuchte Vianden seine Zuhörer dagegen zu sensibilisieren: „Wir müssen dem Ganzen ein Ende bereiten, sonst verlieren wir unsere Schiedsrichter.“ Trotz so viel Nachdenklichkeit gab es auch unterhaltsame Akzente, so zum Beispiel den Auftritt der Tanzgruppen der KG Adler Werth und das Gastspiel der Lokalmatadore von der Band „De Kettestrüsch“.

Groß in Fahrt präsentierte sich auch Kabarettist Hastenraths Will alias Christian Macharski. Der „erfolgreiche Landwirt und charismatische Ortsvorsteher“ (Will über Will) erteilte dem gewieften Politiker Axel Wirtz prompt sein persönliches Unbedenklichkeitszeugnis und bezeichnet ihn als „skandalfrei“.

Die einleuchtende Erklärung gab es direkt danach: „Er hat sich bloß noch nicht erwischen lassen“, sprach der skurrile Gast aus Erkelenz.

(chh)
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