Serkan Sistermanns ist neuer Pächter der Burg-Gastronomie in Stolberg

Burggastronomie : Ein neuer Pächter für das alte Gemäuer

Serkan Sistermanns hat die Burggastronomie übernommen. Die erste Großveranstaltung steht am Freitagabend an. Bis dahin gibt es noch eine Menge zu tun.

„Wir haben noch viel Arbeit vor uns“, sagt Serkan Sistermanns. Für ihn steht am Freitagabend eine Großveranstaltung auf dem Programm: die Prinzenproklamation in der Stolberger Burg. Damit diese auch reibungslos über die Bühne gehen kann, muss natürlich alles ganz genau vorbereitet sein. Heißt: Die Räume müssen entsprechend hergerichtet und der Einkauf erledigt werden. „Die Personalplanung steht schon“, sagt Sistermanns.

Bereits seit 25 Jahren ist Sistermanns in der Gastronomie tätig. Vor jeder Veranstaltung habe er allerdings ein wenig Lampenfieber, verrät er. Das heutige Event sei insofern besonders, weil  „wohl alle Augen auf uns gerichtet sein werden“, ist sich der Gastronom sicher. Fehler sind ein absolutes No-Go. Warum? Sistermanns ist der neue Pächter der Burggastronomie und hat mit dem alten Gemäuer in Zukunft noch eine ganze Menge vor. Doch dazu später mehr.

Zwei Mitbewerber

Zur Erinnerung: In seiner Sitzung Mitte September entschied der Stolberger Stadtrat, wer die Nachfolge von Pächterin Monika Lück ab dem 1. Januar antreten sollte. Sistermanns ging nach einem langen Abend im Rathaus als strahlender Sieger hervor. Er setzte sich gegen seine zwei Mitbewerber durch. Eine davon war Christina Bungenberg, Mitarbeiterin der Abteilung für Kultur, Tourismus und Veranstaltungen. Und auch die Veytaler Ritter waren interessiert und wollten ihre Gäste gerne auf eine Zeitreise ins Mittelalter mitnehmen. Serkan Sistermanns punktet mit seiner gastronomischen Erfahrung und seinem humorvollen Auftritt. „Das hat man mir jedenfalls hinterher gesagt“, erzählt Sistermanns und lacht.

Das Prozedere dauerte insgesamt über zweieinhalb Stunden und beinhaltete Vorstellung, Befragung, eine Pause und die Beratung. Intensiv wurde das formelle Abstimmungsverfahren erläutert – eine Erfahrung nach dem Schiffbruch bei der Beauftragung von Leitbild und Imagekonzept im Frühjahr 2015. Nachdem es seinerzeit bei der Auswahl unter drei Anbietern zu einem Patt gekommen war, fiel die Entscheidung per Los. Gegen dieses Verfahren zogen die Grünen vor Gericht und bekamen recht. Die Entscheidung musste wiederholt werden. Dieses Risiko wollte die Verwaltung bei der sensiblen Vergabe der Gastronomie in der Burg nicht eingehen. Deshalb erfolgte keine Wahl, sondern eine Abstimmung. Abgestimmt wurde nacheinander über die Konzepte, bis es eine eindeutige Mehrheit gab. Mangels interfraktioneller Einigung über die Reihenfolge stellte der Bürgermeister die Bewerbungen in Reihenfolge der Vorstellung zur Abstimmung, die geheim erfolgte.

À-la-carte-Restaurant

Als Erstes stand die Entscheidung über das Ritter-Konzept an. Es verfehlte klar eine Mehrheit bei zwei Ja-Stimmen, einer Enthaltung und 39 Nein-Stimmen. Als Nächstes wurde das Votum über Sistermanns quasi zur Finalrunde. Mit 26 Ja-Stimmen, einer Enthaltung und 15 Nein-Stimmen fand das Konzept des Gastronomen eine eindeutige Mehrheit. Damit entfiel das Votum über Christina Bungenbergs Vorschläge. Doch zurück zum neuen Pächter der Burggastronomie.

So richtig losgehen soll es am 1. März. Ein À-la-carte-Restaurant mit rustikaler Speisekarte soll etabliert werden, das ab 18 Uhr geöffnet hat. Eine Mittagskarte mit kleinen Snacks ist ebenfalls geplant. An Sonntagen sollen zudem Kaffee, Kuchen, Waffeln und Crêpes angeboten werden. Die Terrasse soll ebenfalls zu neuem Leben erwachen. Und auch Veranstaltungen soll es natürlich weiterhin geben. Dazu gehört nicht nur das Ritteressen, das Sistermanns, Küchenchef Daniel Thönnessen und Betriebsleiterin Daniela Löhrer weiterführen möchten. Ab März wird auch das Krimi-Dinner regelmäßig in der Burg stattfinden (siehe Infobox). Reservierungen nehmen Sistermanns und sein Team ab sofort entgegen.

Dass die Nachfrage bezüglich der neuen Burggastronomie schon groß ist, stellte Sistermanns an Silvester fest. „Am 31. Dezember erhielt ich schon Anrufe, ob man ab dem nächsten Tag bei uns essen könnte“, sagt er und lacht. Sistermanns ist Vollblutgastronom – wie seine Laufbahn verrät. Im Alter von 16 Jahren machte er eine Ausbildung im Ratskeller in Aachen, danach standen einige Reisen auf seinem Programm, bevor er in die Kaiserstadt zurückkehrte. 2009 machte er sich schließlich selbstständig und kümmert sich mittlerweile um zehn Kantinen, etliche Veranstaltungen und Caterings.

Auch in Stolberg ist Sistermanns kein unbekanntes Gesicht. Bereits seit vier Jahren betreibt er dort nämlich das Restaurant Zinkhütter Hof. Was ihm besonders gut an der Kupferstadt gefällt? „In keiner anderen Stadt habe ich bisher eine solche Gemeinde erlebt“, sagt er. Von Beginn an fühlte er sich gut aufgenommen und freut sich nun auf seine neue Aufgabe. Bis zum richtigen Start im März gebe es allerdings noch eine ganze Menge zu tun. Nach den bereits gebuchten Veranstaltungen werden erst einmal einige Schönheitsfehler behoben, sagt Sistermanns. „Und dann hoffe ich, dass es gut angenommen wird.“

Im Gedächtnis bleiben

Seine erste Veranstaltung in der Burg wird dem Gastronomen wohl noch länger im Gedächtnis bleiben. Schließlich beschreibt er sich selbst als Karnevalsjeck. „Dass dann eine karnevalistische Veranstaltung direkt zu Beginn ansteht, freut mich sehr“, sagt er.

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