Serkan Sistermanns eröffnet Gastronomie in der Burg Stolberg

Neueröffnung zum 10.Jubiläum : Burggastronom: „Mein Hofstaat ist nun voll“

Ein neues Kapitel ist aufgeschlagen. Für Serkan Sistermanns ebenso wie für die junge Gastronomie in der Burg. Am Freitag hat der 41-jährige Vollblutgastronom den Restaurantbetrieb offiziell eröffnet.

Bevor am Abend erstmals nach vielen Jahren wieder närrisch am Karnevalsfreitag im Rittersaal gefeiert werden durfte, gratulierten am Nachmittag geladene Gäste und wünschten viel Erfolg mit der nicht ganz einfachen Location.

Serkan Sistermanns ist in 16 Jahren der siebte Betreiber nachdem 2003 Marko Markovic den Auftakt gewagt hatte. Es folgten Guido Bodewig (2004), Reiner Thomas (2005), Gamal „Giovanni“ Attia (September 2006 bis März 2007), nahtlos sprang Bettina Austinat ein bis 2011. Fortan führte Monika Lück bis Ende vergangenen Jahres den Betrieb.

Obwohl die Burggastronomie das erste Restaurant im Imperium von Sistermanns ist, der sich seit einem Vierteljahrhundert einen Namen in der Branche erarbeitet hat, ist der formale Auftakt eine eher familiäre Angelegenheit. Man kennt sich: Vier Jahre führt er die Restauration des Zinkhütter Hofs mit seinen zahlreichen offiziellen Veranstaltungen, bei denen man sich kennen- und schätzen gelernt hat. So werden nicht nur Blumen und übliche Präsente mit den besten Wünschen überreicht. Seitens der Stadt, die Verpächterin ist, überraschen die stellvertretende Bürgermeisterin Karina Wahlen sowie die beiden Beigeordneten Robert Voigtsberger und Tobias Röhm eines der insgesamt nur 100 Liederblätter, die die Stolberger Zunfthäre wiederbelebt haben: Sie beschreibt den Mundart-Hit „Et flog en Fott...“, was in diesen Tagen im Falle der Burg auch Anlass zu einem humorvollen Schmunzeln sein darf. Und ganz in der Tradition der Liederblätter steht. In den 1980er Jahren gab der legendäre Burghaus-Verein zwölf Liederblätter mit den von den nicht minder legendären „Wäggelcher“ wiederbelebten Mundartliedern heraus.

Das Präsent erweist sich als ebenso gelungene Überraschung wie im vergangenen September der Zuschlag an Sistermanns für die Burg-Gastronomie. „Als ich hörte, dass sie frei wird, wollte ich sie haben“; bekennt er jetzt freimütig. Als er hört, dass er sie bekommt, fällt ihm erst einmal das Leberwurstbrot aus der Hand. Seine humorvolle Präsentation und sein Renomee hatten seinerzeit die Mehrheit des Stadtrates überzeugt.

Und so schmunzelt er auch am Nachmittag, als er sagt: „Jetzt habe ich meinen Hofstaat voll“. Elf Betriebe führt Sistermanns genau auf den Tag, an dem er sich just vor zehn Jahren selbstständig gemacht hat. Unter seinen Betrieben lassen sich  diverse Kantinen namhafter Unternehmen ebenso finden wie das Catering für Karlspreis, Polizei, RWTH und diverser Events. Die Burg-Gastronomie ist so etwas wie der Knappe innerhalb dieses Hofstaates, dem Sistermanns besondere Aufmerksamkeit widmen will.

Das hat er im Inneren mit einer feinfühligen Renovierung begonnen, fortgesetzt mit einer Karte mit rustikalen Spezialitäten, zeitlosen Klassikern und köstlichen Kleinigkeiten und wird fortgesetzt mit der Umsetzung weiterer Ideen und einer Erweiterung der Außengastronomie, sobald das Wetter dafür mitspielt. Sie wächst um ein Kleinod, das in den letzten Jahren verschlossen war, aber von Besuchern geschätzt wird, weil es den besten Ausblick auf die Altstadt bietet: Der kleine obere Burghof gleich neben St. Lucia soll zusätzlich bewirtschaftet werden. Der bietet zudem den Vorteil, dass ihm tagsüber die Sonne lacht und der Wind weniger pfeift, während sich am Abend der große Vorplatz in der Abendsonne sonnt.

Das Ensemble für alte Musik Capelle Aquensis spielte zur Eröffnung der Gastronomie und ist auch beim Krimi-Diner zu erleben. Foto: Jürgen Lange

Zudem werden die etablierten Ritteressen um historische Krimi-Dinner – „Gefährliche Buhlschaften“ am Hofe Karls des Großen – in Zusammenarbeit mit Theater 99. Und passend zum Ambiente spielte am Freitag das Ensemble für alte Musik, Capella Aquisgrana, auf, das auch beim Diner zu hören sein wird.

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