Serie „Stolberger Stadtteile“: Wie familienfreundlich ist Stolberg?

Serie „Stolberger Stadtteile“, Teil 5 : Eine neue Siedlung in der Siedlung auf dem Donnerberg

Stolberg ist ein eine familiengerechte Kommune: Das ist Fakt. Ende September 2017 erhielt die Verwaltung die offizielle Zertifizierung und gehört damit zu insgesamt neun Kommunen in ganz Deutschland, die das Auditierungsverfahren erfolgreich durchlaufen haben. Ein Grund, sich in den einzelnen Ortsteilen einmal genauer umzuschauen und die Frage zu beantworten: Wie familienfreundlich ist Stolberg wirklich?

Als Grundlage dafür dienen Zahlen aus dem Statistischen Jahresbericht und dem Sozialbericht der Stadt Stolberg. Sie dienen beispielsweise als Quelle dafür, wie viele Einwohner in den einzelnen Ortsteilen leben, welche Bildungseinrichtungen dort vorhanden sind und wie hoch die Preise für Grundstücke sind. Anhand verschiedener Kriterien waren wir zwischen Atsch und Zweifall unterwegs und haben folgende Fragen gestellt:

Wie sieht es mit der gesundheitlichen Versorgung in den einzelnen Ortsteilen aus? Wo sind die Grundstückspreise besonders niedrig? Und wie sieht es mit den Themen Bildung und Freizeit aus?

Im Rahmen unserer neuen Serie sollen allerdings nicht nur diese Fragen geklärt werden – auch Ihre Meinung zu den einzelnen Ortsteilen ist gefragt. Im fünften Teil steht der Ortsteil Donnerberg im Fokus. 5566 Menschen wohnen dort (2471 Männer und 2508 Frauen). Der Anteil der ausländischen Bevölkerung beträgt 9,5 Prozent. Davon stammen die meisten aus der Türkei, gefolgt von Polen und Griechenland. Donnerberg ist zudem ein sehr junger Stadtteil.

Der Anteil der Bevölkerung unter 25 Jahren beträgt 25,8 Prozent. 21,6 Prozent der Menschen in Donnerberg sind älter als 65 Jahre. Der öffentlich geförderte Wohnraum ist in dem Ortsteil ein großes Thema und beträgt 16,89 Prozent, die Arbeitslosenquote liegt bei 10,5 Prozent. In den vergangenen zwölf Jahren ist Donnerberg einwohnermäßig übrigens leicht geschrumpft. Lebten dort im Jahr 2006 noch 5610 Menschen, so waren es 5612 im Jahr 2016. Im vergangenen Jahr sank die Zahl auf 5566 Menschen.

end of loss. german end of village sign (ortsschild) with the word "Verlust" (loss). Foto: grafik

Verkehr: Der Donnerberg ist ein nordöstlicher Stadtteil von Stolberg. Er grenzt an das benachbarte Eschweiler und auch in der Innenstadt ist man mit Auto oder dem Bus flott. Eine eigene Bahnhaltestelle gibt es dort allerdings nicht. Bis zur kommunalen Neugliederung 1972 war Donnerberg übrigens höchster Punkt des Stadtgebietes.

Gesundheit: Die medizinische Versorgung kann sich sehen lassen. Es gibt mehrere Ärzte im Stadtteil: darunter Zahnärzte und Allgemeinmediziner. Dazu kommen eine Apotheke, ein Pflegedienst und sogar ein Physiozentrum und einen Lögopäden. Definitiv ein Pluspunkt.

Wohnumfeld: Landschaftlich hat Donnerberg eine ganze Menge zu bieten. Unter anderem gehört das Naturschutzgebiet Gehlens Kull zum Ortsteil. Der ehemalige Steinbruch eignet sich nicht nur hervorragend für Spaziergänge, sondern auch, um seltene Pflanzen- oder Tierarten zu entdecken. Geschäfte gibt es in dem Stadtteil ebenfalls. Darunter zwei Supermärkte, zwei Banken, Bäcker und Metzger sowie der Laden „Präsente & Co“ mit Poststelle. Nicht zu vergessen sind das chinesische Restaurant, das Restaurant Prosseco – mit Blick in die Reithalle des Reitstalls Croé – und „Fritten Karl“.

Die Preise für Wohnbauflächen liegen in Donnerberg übrigens im Schnitt bei 160 Euro pro Quadratmeter und gehören damit zu den günstigsten im gesamten Stadtgebiet. Das Sportzentrum Krakau ist Vergangenheit. Wo einst mehrere Fußballplätze, zwei Tennisplätze und mehrere Sportheime lagen, entsteht momentan ein Neubaugebiet – die Stadtrandsiedlung. Und die Nachfrage für Grundstücke war riesig. Was das in Zahlen bedeutet?

43 Einfamilien- und Doppelhaushälften sowie zwölf Mehrfamilienhäuser mit jeweils sechs Wohnungen und darüber hinaus auch ein Kindergarten entstehen auf den ersten etwa 3,4 Hektar, die im Wesentlichen die Fläche der beiden beseitigten Sportplätze umfasst. Gleichzeitig bleibt in diesem ersten Bauabschnitt viel Grünland zur Oberen Donnerbergstraße hin erhalten.

Ursprünglich sollte es in dem Neubaugebiet, das seit 2012 zwischen „Trockener Weiher“ und Höhen-, Duffenter- und Oberer Donnerbergstraße projektiert wird, sogar noch etwas enger zugehen. Das gefiel den Donnerbergern aber so gar nicht. Ihre Wünsche aus der Planungswerkstatt im Jahr 2013 wurden berücksichtigt. Von 221.000 auf 180.000 Quadratmeter wurde die Bruttobaufläche reduziert. 66 Prozent davon steht für den Wohnungsbau zur Verfügung. Ein durchgehender Grünzug wurde ganz aus der Planung herausgenommen.

Freizeit: Wie können sich Klein und Groß die Zeit vertreiben? Eigentlich dürften vor allem für die kleinen Bewohner des Stadtteils keine Wünsche offen bleiben. Es gibt insgesamt sechs Spielplätze. Die befinden sich am Obersteinfeld, in der Anna-Klöckler-Straße, im Irisweg, in der Fröbelstraße, im Horster Hof und im Margeritenweg. Zudem gibt es die KOT St. Josef, die auch während der Sommerferien ein abwechslungsreiches Programm anbietet und natürlich Jahr für Jahr die „Sause unterm Sender“ veranstaltet.

Auch an Vereinen scheitert es nicht. Es gibt: den FSV Columbia Donnerberg (mit eigenem Kunstrasenplatz), den Reit- und Volticlub Sonnenschein, die Freiwillige Feuerwehr, die Interessengemeinschaft Donnerberger Vereine (IGDV), den Neuen Chor, den Männergesangverein der Siedlergemeinschaft sowie natürlich die Siedlergemeinschaft selbst, De Wenkbülle und die Trompetenbläser. Zudem gibt es eine Boule-Alage in der Josefstraße. Erwähnt werden müssen auch die Kapelle sowie der jüdische Friedhof.

Ein Bürgerhaus, in dem gefeiert werden kann und das die Vereine nutzen können, ist ebenfalls vorhanden. Und dessen Nutzung wurde nun sogar noch weiter ausgebaut. Jeden ersten Freitag im Monat ist die Theke im Bürgerhaus für die Donnerberger geöffnet. Eine gute Idee. Schließlich schloss vor wenigen Wochen erst die letzte Gaststätte des Ortsteils. Doch es ist auch Vorsicht geboten. Schließlich gibt es aufgrund der etlichen Veranstaltungen auch immer wieder Beschwerden von den Nachbarn.

Bildung: Fünf Kindergärten und drei Schulen sind in dem Ortsteil vorhanden. Dazu gehört die Kita in der Saarstraße. Dort sind 42 Plätze vorhanden. Es können Fünf Kinder unter drei und 37 Kinder über drei Jahren betreut werden. In der Kita Wiesenstraße sind 42 vorhanden, allerdings nur für Kinder über drei Jahren. In der Kita Höhenstraße ist Platz für 46 Kinder. Es gibt sieben Plätze für Kinder unter drei und 39 Plätze für Kinder über drei Jahren. In der Kita Traumland finden 65 Kinder Platz – 22 Kinder unter und 43 Kinder über drei Jahren.

In der Kita inklusiven Kita Bergband gibt es vier Gruppen und es werden insgesamt 55 Kinder betreut. 14 Plätze werden angeboten für Kinder unter drei beziehungsweise unter zwei Jahren. Für Kinder mit besonderem Förderbedarf gibt es 15 Plätze. Und damit nicht genug. In der Stadtrandsiedlung soll bis 2021 ebenfalls eine neue Einrichtung enstehen. Der Anteil der Kinder bis fünf Jahre beträgt in dem Stadtteil übrigens 4,85 Prozent. Zudem gibt es die OGGS Donnerberg sowie die Förderschule Regenbogenschule und das Berufskolleg Simmerath/Stolberg.

Fazit: Familienfreundlich ist dieser Ortsteil. Und er hat Zukunft. Nicht nur ein Neubaugebiet wird es geben. Mit dem Bürgerhaus sind auch die Vereine gut aufgestellt. Nahversorgungstechnisch könnte allerdings noch mehr drin sein.

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