Seniorenzentrum Liester: Der erste Tag im neuen Heim

Umzug läuft : Der erste Tag im neuen Heim auf der Liester

Während die zukünftigen Bewohner noch den Vormittag am Amselweg verbringen und sich auf ihr Mittagessen freuen, ist der eigentliche Umzug der Pflegestation des städtischen Seniorenwohn- und Sozialzentrums schon längst im Gange.

Lastwagenweise karren die Mitarbeiter eines Stolberger Umzugsunternehmens Kartons, Pflanzen, Elektrogeräte zur Liester – das persönliche Habe der 50 Bewohner ebenso wie die Ausrüstung, die für den Neubau nicht eigens auch neu beschafft wurde.

Während die Umzugsspezialisten palettenweise ihre Kartons in den Neubau schieben, leisten ihnen noch zahlreiche Handwerker Gesellschaft. Die Maler bessern gleich frisch geschlagene Katschen aus.

Brandschutzspezialisten hängen die letzten Feuerlöscher auf und testen nochmals die Meldeanlagen.

Ein halbes Dutzend Umzugsfahrzeuge pendelt zwischen Amselweg und Liester. Foto: Jürgen Lange

Schreiner montieren die letzten der noch fehlenden hölzernen Handläufe in den Fluren, während andere Helfer noch schnell die Besteckkästen in den Küchen der Wohnbereiche auffüllen.

Stapelweise liefert eine Stolberger Spedition die Umzugskarton an. Foto: Jürgen Lange

Und mitten drin bemüht sich ein kleines Heer von Reinigungskräften, alles sauber zu halten – was nicht einfach ist angesichts der rundherum fortgehenden Bauarbeiten.

Schon seit Wochenbeginn ist das Team rund um Gabriele Makola voll im Umzugsgeschehen, noch länger zurück reichen die Vorbereitungen für diesen Tag der Tage. „Von den Leitungskräften angefangen über die Verwaltung bis hin zur Betreuungskraft machen alle, die frei haben und alle, die normal im Dienst sind, mit“, freut sich die Geschäftsführerin über das Engagement ihres Teams.

Blume und persönliche Gegenstände werden schon einmal geliefert, die Bewohner folgen auf dem Fuße. Foto: Jürgen Lange

Das ist mittlerweile wieder angewachsen. Vermutlich locken auch die neuen Arbeitsbedingungen auf dem Gelände der früheren Propst-Grüber-Schule das Personal, was stets gesucht ist. „Aktuell haben wir einen Überhang von fünf Vollzeitkräften“; freut sich Makola über die entspannte Situation, und dass sich auch die Last des Umzugs auf mehr Schultern verteilt. „Wir haben lediglich noch geringe Stellenvakanzen“, so Makola weiter, die mit dem Start des Wohnbereichs im Erdgeschoss zu besetzen sind.

Letzte Feuerwehrlöscher werden aufgehängt und die Brandschutztechnik noch einmal überprüft. Foto: Jürgen Lange

Voller Spannung sieht die Geschäftsführerin allerdings den Verhandlungen über die neuen Versorgungs- und Vergütungsverträge mit den Kassen entgegen. Mit Bezug des Neubaus verlieren die bestehenden Verträge ihre Gültigkeit und müssen neu ausgehandelt werden. „Wir sind gespannt, was der Kostenträger bereit ist zu refinanzieren und welche Stellen wir vorhalten müssen“, sagt Makola, um sich dann wieder dem aktuellen Umzugsgeschäft zu widmen.

Das wird der 52-Jährigen auch in den nächsten Wochen noch treu sein. Vier neue Bewohner ziehen zur Liester, und möglichst schnell sollen auch die weiteren 24 Zimmer im Erdgeschoss bezogen werden können. Zudem sollen im Januar die ambulanten Wohngemeinschaften mit insgesamt 24 sowie die Tagespflege mit 20 Plätzen in Betrieb gehen. „Der Investor ist hier in der Bringschuld“, sagt Makola und drängt auf die pünktliche Fertigstellung. Das ist im Falle des Neubaus die GHS Immobilien Stolberg GbR mit Sitz in Paderborn, bei dem sich die städtische Betriebsführungsgesellschaft langfristig eingemietet hat.

Mitarbeiterinnen des Seniorenzentrum überprüfen noch einmal das Besteck in den Küchen der Wohnbereiche. Foto: Jürgen Lange

Ihr zweiter Vermieter – am Amselweg – ist die 2. SI Verwaltungsgesellschaft mbH mit Sitz in Bad Langensalza, die das Gebäude Anfang 2015 von der LEG erworben hatte. Rund zwei Millionen Euro investiert sie in das 40 Jahre alte Gebäude. Die Betriebsführung ist beispielsweise längst in die Räume der früheren Massagepraxis umgezogen, um Platz für zusätzlichen Wohnraum zu schaffen. Derzeit läuft die Sanierung der Betonfassaden. Und im kommenden Jahr steht der Umbau der jetzt leer gezogenen Pflegestation in weiteren seniorengerechten Wohnraum auf dem Programm.

Geschäftsführerin Gabriele Makola entwickelt sich immer mehr zur Bauexpertin. Dem Umzug auf die Liester folgt nun die Räumung der Pflegestation am Amselweg. Foto: Jürgen Lange

„Bis zum 31. Dezember müssen wir den Bereich komplett geräumt an den Investor übergeben“, erklärt Gabriele Makola. Baustellenmanagement ist derzeit eine ihrer Kernkompetenzen. Aber nach Umzug zur Liester und Räumung am Amselweg kann sich die Geschäftsführerin mit ihrem Team auf angenehmere Herausforderungen freuen.

Denn dann kann die Einweihung des Neubaus geplant werden, die voraussichtlich noch im Januar erfolgen soll. Ein genauer Termin ist noch nicht gesetzt. Und dann stehen ja auch noch die gut 155 Wohnungen am Amselweg auf der Tagesordnung, die die Betriebsführungsgesellschaft wie gewohnt verwaltet.

(-jül-)
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