Stolberg: Sechs neue Tümpel für die Gelbbauchunke

Stolberg: Sechs neue Tümpel für die Gelbbauchunke

Die Groppe ist ein kleiner Süßwasserfrisch, der gut ein Dutzend Zentimenter groß werden kann, vom Echten Knochenfisch abstammt und schon vor über 23 Millionen Jahren nachgewiesen wurde. Der „Fisch des Jahres 1989 und 2006», der wegen rückläufiger Bestände in die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie aufgenommen wurde, könnte seine „potentielle Fortpflanzungs- und Ruhestätten” dort haben, wo der Maus- in den Vichtbach mündet.

Sollte möglicherweise eine nachtaktive Groppe dort gründeln, wird ihr Nahrungsumfeld „zeitweise beeinträchtigt”. Denn der Wasserverband Eifel-Rur (WVER) wird eine Menge Schwebstoffe aufwühlen, wenn er das Regenüberlaufbecken an der Kurt-Schumacher-Straße in Mausbach ertüchtigt. Über die Auswirkungen auf Fauna und Flora beriet der Landschaftsbeirat beim Kreis Aachen: Denn das Projekt tangiert gleich mehrere Naturschutzgebiete.

Der Groppe bleibt jedenfalls die Hoffnung auf den Abschluss der Arbeiten, durch die die „Wasserqualität in der Vicht verbessert” werden soll, und auf sehr sauerstoffreiches und nährstoffarmes Wasser ist diese anspruchsvolle alte Art angewiesen.

Langfristig von der besseren Wasserqualität profitieren könnte auch der Eisvogel. Weil er die kleinen Fische in der Vicht theoretisch dort fangen könnte, wo gearbeitet werden soll, wird auch sein „Supermarkt” möglicherweise beeinträchtigt. Seine möglichen Quartiere jedenfalls nicht, denn zum Ruhen und Brüten bevorzugen die geschützten Eisvögel lehmige Steilwände am Bach ohne Bewuchs.

In jedem Fall beeinträchtigt sein könnte jedoch die Gelbbauchunke. Sie lebt zwar normalerweise im benachbarten Steinbruch. Weil aber auf dem heutigen Gelände des Regenüberlaufbeckens drei Tümpel befinden, ist es nicht auszuschließen, dass sich „einzelne Tiere diese als Lebensraum” ausgesucht haben könnten.

Zwei Tümpel fallen dem Ausbau des Regenüberlaufbeckens zum Opfer, deshalb müssen „sechs neue Laichgewässer an sonnenexponierten Standorten” angelegt werden.

Außerdem müssen die bisherigen Tümpel abgesucht, und mögliche Gelbbauchunken in ihre neue „Wohnung” umgesiedelt werden. Das sieht zumindest der Katalog vor, um bedrohte Tiere zu schützen.

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