Stolberg: Sechs Ehrenamtler mit dem „Stolberger Gold“ geehrt

Stolberg : Sechs Ehrenamtler mit dem „Stolberger Gold“ geehrt

Thomas Johnen, Norbert Franzen, Mazeena Ismail, Barbara Bisping-Bau, Ilse Zörkler und Dr. Volker Siller — das sind die Namen der diesjährigen Ehrenamtspreisträger. Bei einer feierlichen Preisverleihung im Rittersaal der Burg am vergangenen Freitag wurden sie „als Zeichen unserer Hochachtung und der Wertschätzung“, wie Bürgermeister Tim Grüttemeier betonte, geehrt.

Bevor allerdings die Preisträger auf die Bühne durften, wurde die Feier um eine weitere ehrenamtliche Arbeit bereichert: Kinder der Grundschule Hermannstraße läuteten zusammen mit Peter Verhees den Abend mit Trommeln, Liedern, Gitarre und einer kleinen Choreografie ein. Sie würdigten alle Ehrenamtler im Rittersaal auf ihre eigene Art und Weise, und zwar indem sie kleine Veränderungen am Liedtext von Andreas Bouranis „Auf uns“ vornahmen. Aus „Ein Hoch auf uns“ wurde „Ein Hoch auf euch“, was die Zuschauer mit begeistertem Mitklatschen aufnahmen.

Kinder der Grundschule Hermannstraße läuteten zusammen mit Peter Verhees den Abend mit Trommeln, Liedern, Gitarre und einer kleinen Choreografie ein. Foto: Merve Polat

Bürgermeister Tim Grüttemeier und Ehrenamtsbeauftragte Hildegard Nießen schlossen sich dem Lob an, indem sie hervorhoben, was die Preisträger für die Gesellschaft leisten. Grüttemeier bezeichnete die Ehrenamtler „als Grundlage dessen, was wir Gemeinsinn nennen“ und stellte fest: „Sie, liebe Ehrenamtler, sind das Herz unserer Gesellschaft.“

Für ihr unermüdliches Engagement wurden Johnen, Franzen, Ismail, Bisping-Bau, Zörkler und Siller mit dem „Stolberger Gold“ ausgezeichnet: Die Medaille aus Messing ist fortlaufend nummeriert und jedes Stück ein von Kunstschlosser Adi Radermacher hergestelltes Unikat.

Gesichter Stolbergs

Auf der Bühne zeigten sich die Preisträger dann sichtlich erfreut über die Auszeichnung. Thomas Johnen, der seit 1986 beim Technischen Hilfswerk aktiv ist, wurde von Nießen weiterhin als „das Gesicht Deutschlands in den Krisenregionen der Welt“ vorgestellt. Der Projektmanager ist unter anderem Diplomat und Berater bei internationalen Krisen für das Auswärtige Amt und die Bundesregierung.

Die Auszeichnung habe ihn sehr überrascht und eigentlich sollte er jetzt in diesem Moment in Asien sein, doch er sei gerne dem Ruf der Kupferstadt gefolgt, sagte Johnen. Die Verbundenheit zu seiner Heimatstadt brachte der Preisträger mit folgenden Worten auf den Punkt: „Sie haben mich als das Gesicht Deutschlands vorgestellt, aber in erster Linie bin ich ein Gesicht Stolbergs.“

Wie wichtig Teamarbeit in der ehrenamtlichen Arbeit ist, hob Norbert Franzen in seiner Dankesrede hervor: Der Naturschützer hat zahlreiche Ehrenämter inne und ist unter anderem Mitbegründer des Vereins Arbeitskreis Naturschutz in Stolberg. Über mehrere Jahrzehnte hat er beispielsweise die Amphibien- und Reptilienvorkommen in der Städteregion kartiert. „Das alles habe ich nicht alleine geleistet und darum gebe ich den Preis weiter an die Aktionsgemeinschaft Katastrophen Vicht und den Arbeitskreis Naturschutz Stolberg“, sagte der Vichter.

Die Auszeichnung für die Gründerin des Vereins Frauen für Frauen in Stolberg, Mazeena Ismail, sei überfällig, sagte Nießen und beschrieb Ismail „als Mittlerin für Neustolberger“. Mit dem Frühstückstreffen für Frauen in der „Kugel“ beispielsweise führe sie Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammen. In diese lud Ismail sogleich auch alle anwesenden Gäste ein.

Stellvertretend für den gesamten Förderverein Menschenskind, der Eltern schwerkranker Kinder unterstützt, nahmen Pflegedienstleiterin Ilse Zörkler und Kinderarzt Dr. Volker Siller den Ehrenamtspreis entgegen. „Menschenskind, vielen Dank für diese Auszeichnung!“, rief Siller lachend und mit erhobener Faust in den Rittersaal und bedankte sich damit im Namen des Vereins für die Verleihung.

Als Letzte in der Reihe nahm Barbara Bisping-Bau den Preis entgegen. Sie kümmert sich unter anderem als stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins der Stadtbücherei um ehrenamtliche Aktivitäten in und um die Bücherei, beispielsweise als Jurymitglied beim Lesewettbewerb der Grundschulen. Da die Stadtbücherei im Zeitalter der Digitalisierung nicht nur Unterstützung finanzieller, sondern auch ideeller Art brauche, sei ihre Arbeit besonders wichtig, betonte Nießen. „Normalerweise arbeiten Bibliothekare ja eher im Hintergrund“, stellte Bisping-Bau schmunzelnd fest. An diesem Abend im Rittersaal jedoch stand sie zusammen mit allen anderen Ehrenamtlern im Vordergrund.

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