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Stolberg: Schweine zählen gehört zum Beruf

Stolberg : Schweine zählen gehört zum Beruf

Er ist heute quasi der „Herr der Tiere” in der Stolberger Verwaltung: Alfons Rüttgers. Neben seinen üblichen Beschäftigungen beim städtischen Hauptamt ist er der verlängerte Arm des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik (LDS), und heute ist Stichtag für eine repräsentative Viehzählung.

Der Erhebungsbeauftragte der Gemeinde, wie die offizielle Bezeichnung von Alfons Rüttgers in diesem Falle ist, ist auf Landpartie.

Im Auftrag der Statistiker besucht er ausgewählte landwirtschaftliche Betriebe in Stolberg, um eine repräsentative Zählung vorzunehmen - diesmal ist es die Zahl der Rinder und Schweine, die dem Landesamt am Herzen liegen. Erfragt weden Bestandszahlen, Alter, Gewicht, Geschlecht und Nutzungszweck der in den Betrieben gehaltenen Rindern und Schweinen.

„Es ist eine Zwischenerhebung”, klärt Rüttgers auf. Denn eine Gesamterhebung aller erforderlichen Daten erfolgt in jedem zweiten Jahr - zuletzt 2003. Dann wird beispielsweise auch nach den landwirtschaftlichen Flächen und ihre Nutzung sowie nach weiteren Vieharten gefragt. Darüber hinaus erfolgen zwei Mal im Jahr Stichproben unter bestimmten Fragestellungen.

Für ihre heutige repräsentative Befragung hat die Düsseldorfer Behörde aus rund 120 Bauernhöfen in Stolberg sechs ausgewählt. „Das entspricht in etwa jedem sechsten Betrieb in Nordrhein-Westfalen, wo insgesamt 6500 Höfe besucht werden”, erläutert das Landesamt. Die Auswahl der Viehhaltungen erfolgte nach einem mathematischen Zufallsverfahren. Die Ergebnisse der heutigen Zählung dienen unter anderem der Beurteilung der Marktlage.

„Die Befragung erfolgt unter den strengen Kriterien des Datenschutzes”, betont Rüttgers. der mit einem umfangreichen Fragenkatalog unterwegs ist. Durch ihre Auskunft entstehen den Betrieben auch keine steuerlichen oder sonstige Nachteile, da die gewonnenen Einzeldaten der strikten Geheimhaltung unterliegen und ausschließlich statistisch ausgewertet werden.

„Der Gesetzgeber verpflichtet die Befragten, Angaben zu machen”. Aber auf die Spielregeln braucht der Verwaltungsfachmann bei seinen Besuchen erst gar mehr hinzuweisen. Seit über 25 Jahren erfüllt er bereits die Aufgabe des Erhebungsbeauftragten und kennt seine Gesprächspartner bestens. Und damit auch so manchen Rinder- und Schweinestall, wenn der Landwirt nicht alle gewünschten Angaben parat hat und schnell noch mal nachzählen muss. Alfons Rüttgers macht seine Aufgabe jedenfalls Spaß. Schließlich ist sie eine willkommene Abwechslung zum üblichen Verwaltungs-Alltag.