Stolberg: Schwangere Ehefrau getötet: Prozess beginnt am Montag

Stolberg: Schwangere Ehefrau getötet: Prozess beginnt am Montag

Wegen Mordes, gefährlicher Körperverletzung und Schwangerschaftsabbruchs muss sich ab Montag ein 20-jähriger Mann aus Stolberg vor dem Aachener Landgericht verantworten.

Die 1. große Jugendkammer rollt an zunächst fünf geplanten Verhandlungstagen den gewaltsamen Tod der 18-jährigen Ehefrau des Angeklagten auf, die im vierten Monat schwanger war. Gegenüber den Ermittlungsbehörden hat der Beschuldigte seine Tat bereits eingeräumt. Er hatte hatte sich nach der Tat freiwillig den Behörden gestellt und sitzt seitdem in Haft.

Das Verbrechen hatte sich gegen 3 Uhr in den frühen Morgenstunden des 15. März in der gemeinsamen Wohnung in einem Mehrfamilienhaus an der Cockerillstraße in Münsterbusch ereignet. „Probleme in der Ehe, die schon zuvor von körperlichen Auseinandersetzungen begleitet wurden”, sind nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft ursächlich für die Tat. Während die jungen Leute erst drei Monate zuvor geheiratet hatten, musste seitdem die Polizei mehrfach eingreifen, um Ehestreit zu schlichten.

Entdeckt hatten Verwandte das erwürgte und gepeinigte Opfer zur Mittagszeit in der Wohnung, nachdem die Tochter sich morgens nicht bei den Eltern gemeldet hatte. Der Angeklagte war geflohen, stellte sich aber am Abend nach einer Unterredung mit Bekannten in Köln der Polizei.

Neben der Anklage wegen Mordes und gefährlicher Körperverletzung, wegen der Misshandlungen, die seine Ehefrau zu erdulden hatte, wird dem Beschuldigten Schwangerschaftsabbruch vorgeworfen, weil er ungeborenes Leben getötet habe.

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