Stolberg: Schulentwicklungsplan: FDP ist skeptisch, die Linke entschlossen

Stolberg: Schulentwicklungsplan: FDP ist skeptisch, die Linke entschlossen

Dass es nach dreistündiger Präsentation und einer Fragerunde am späten Mittwochabend in der nicht öffentlichen Sitzung keinen Beschluss mehr gab, ist keine Überraschung.

Überraschungen aber scheinen nicht ausgeschlossen zu sein, wenn sich der Schulausschuss am kommenden Mittwoch erneut hinter verschlossenen Türen versammelt und dann tatsächlich über einen externen Schulentwicklungsplan für Stolberg entscheiden wird.

Drei Bewerber sind im Rennen, einem Branchenneuling werden dem Vernehmen nach eher geringe Chancen eingeräumt. Bei der Entscheidungsfindung dürfte es deshalb zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen kommen. Die Qualität der beiden vorgestellten Konzepte wurde im Ausschuss gelobt, doch auch die Finanzen werden zweifellos eine Rolle spielen, wenn es um eine mögliche Vergabe geht. Im Kreise der Koalition richtet sich in solchen Situationen die Blicke vor allem auf die Vertreter der FDP.

Fraktionschef Bernd Engelhardt wollte am Donnerstag zwar mit Verweis auf die Fraktionssitzung am kommenden Montag noch keine konkrete Antwort auf die Frage nach der Position der Liberalen geben, betonte aber immerhin, dass die FDP nicht grundsätzlich gegen die Beauftragung eines externen Anbieters sei. Gleichwohl mache sich angesichts der Ausrichtung der Schulpolitik von SPD und Grünen spürbares Unbehagen breit. „In Düsseldorf hat man sich darauf verständigt, dass die Dreigliedrigkeit des nordrhein-westfälischen Schulsystems innerhalb von zehn Jahren abgeschafft werden soll”, berichtet Engelhardt und zeigt sich skeptisch: „Vor diesem Grund kommen natürlich Zweifel auf, ob ein in Stolberg in Auftrag gegebenes Konzept tatsächlich objektiv ausfallen würde.”

Das dürfte sitzen bei den beiden Koalitionspartnern und möglicherweise auch Raum für anderweitige Überlegungen schaffen. Schließlich könnte eine Mehrheit im Bedarfsfall auch mit Hilfe der Linken erreicht werden, die sich in Person von Mathias Prußeit gegenüber unserer Zeitung noch einmal klar für eine externe Vergabe ausgesprochen hat und bei einem Nein der FDP zum Zünglein an der Waage im 15 Köpfe zählenden Schulausschuss würde - vorausgesetzt natürlich, die CDU rückt nicht von ihrer ablehnenden Haltung ab.

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