Schulen auf der Liester können Mensa nicht mehr so nutzen wie bisher

Pommes, Croissants und zu wenig Platz : Schulausschuss tagt zu Mensa-Problem

Sobald die Glocke zur Pause läutet, wird es in der Mensa voll. Snacks, warme Mahlzeiten und Getränke gehen dort weg wie die bekanntlich warmen Semmeln. Eigentlich ein Grund zur Freude. Doch es gibt ein Problem.

Bisher teilen sich das Goethe-Gymnasium und die Städtische Gesamtschule Auf der Liester eine Mensa. Das ist bald allerdings nicht mehr möglich. Wie das Problem gelöst werden kann, ist nun ein Thema im Schulasschuss, der am Mittwoch, 13. März, im Stolberger Rathaus tagt.

Im Jahr 2012 wurde das neue Mensa-Gebäude am Goethe-Gymnasium fertiggestellt und ist nicht nur ein Ort, an dem gegessen werden kann, sondern dient darüber hinaus auch den Schülern als Selbstlernzentrum  und beinhaltet Besprechungsräume, beispielsweise für die Schulsozialarbeit. Was allerdings von Beginn an klar war: Nicht nur die Schüler des Goethe-Gymnasiums, sondern auch die Schüler der Städtischen Gesamtschule Auf der Liester sollten die Mensa nutzen.

Die gemeinsame Nutzung – mit hoher Schülerbeteiligung beider Schulen und vor allem der wachsenden Schülerzahl in der aufbauenden Gesamtschule – machte eine zeitlich versetzte Nutzung der Räume erforderlich. Da das Goethe-Gymnasium bereits seit 2009 ausschließlich in Unterrichtseinheiten von 90 Minuten unterrichtet, passte sich die Gesamtschule an und legte die Stundenaufteilung von fünf Stunden am Vormittag und drei Stunden am Nachmittag an den langen Schultagen fest, um so die erste Pausenzeit in der Mensa übernehmen zu können.

Im Schuljahr 2020/2021 wird in der Gesamtschule die erste 13. Jahrgangsstufe starten und die Ausbauphase der Schule nähert sich dem Ende. Momentan besuchen 827 Schüler die Gesamtschule und 757 Schüler das Goethe-Gymnasium. Die gemeinsame Mensa hat eine Größe von 290 Quadratmetern und verfügt über 140 Sitzplätze. Neben dem warmen Mittagessen und einem warmen Mittagssnack, können dort unter anderem auch belegte Brötchen, Joghurts und Getränke erworben werden. Bis zum aktuellen Schuljahr nutzte die Gesamtschule die Mensa täglich von 12.25 Uhr bis 13 Uhr und die Schüler des Goethe-Gymnasiums verbrachten dort zwischen 13.15 Uhr und 14.15 Uhr ihre Pause.

Das Problem: Zum kommenden Schuljahr wird es eine Änderung im Stundenmodell der Gesamtschule geben. Im November entschied die Schulkonferenz, das Doppelstundenmodell im gesamten Schultag einzuführen. Die Begründung: Aus pädagogischer Sicht sei der kürzere Nachmittag mit nur noch zwei Schulstunden für die sehr heterogene Schülerschaft an einer Gesamtschule – vor allem für die vielen Schüler mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf – notwendig. Dies hat allerdings zur Folge, dass die vorgezogene Nutzungszeit der Mensa in ihrer bisherigen Form nicht mehr möglich ist.

Eine Abstimmung zwischen den beiden Schulleitern ergab: Das Goethe-Gymnasium nutzt die Zeit von 13.10 Uhr bis 13.30 Uhr für die Menü-Ausgabe. Die Schüler der Gesamtschule sind von 13.30 Uhr bis 14.10 Uhr an der Reihe.

Um einen Überblick über die tatsächliche Mensa-Auslastung zu erhalten, erfolgte über den Caterer eine Abfrage der Zahlen aus dem Menü- und dem Snackverkauf: Daraus wurde ersichtlich, dass der Anteil am Snackverkauf deutlich höher als der komplette Menüverkauf ist. Bei der reinen Betrachtung der Essenszahlen und der Sitzmöglichkeiten in der Mensa könne man zu dem Ergebnis kommen, dass die Räume auch für die zeitgleiche Nutzung beider Schulen ausreichen müssten – die Realität sehe allerdings anders aus.

Davon machte sich die Stolberger Verwaltung schon mehrfach ein Bild. Berücksichtigt werden müssten auch die Schüler, die sich nur ein Getränk oder ein Brötchen kaufen oder einfach die Pause mit selbst mitgebrachten Butterbroten im Freundeskreis verbringen.

Bereits im vergangenen Jahr wurde gehandelt, um die Situation zu entzerren. Die Mensa im Schulgebäude Walther-Dobbelmann-Straße wurde einrichtungstechnisch so ausgestattet, dass an diesem Standort warme Mittagssnacks und Backwaren für die Schüler ab dem achten Jahrgang angeboten werden können. In diesem Raum gibt es 88 Sitzplätze. In der Mensa des Goethe-Gymnasiums wurde zudem eine zweite Ausgabestelle für den warmen Snackverkauf für 11.000 Euro geschaffen. So konnte die Situation bereits verbessert werden. Zum Schuljahr 2019/2020 sei es deshalb nur erforderlich, die Menüausgabe in der gemeinsamen Nutzung erfolge.

Das setzt allerdings auch voraus, dass ab dem kommenden Schuljahr am zweiten Standort der Gesamtschule – am Sperberweg – ebenfalls ein Snackverkauf für die Schüler der fünften bis siebten Klassen erfolgen kann. Mit den Erweiterungsplanungen für den Sperberweg – dort entsteht derzeit ein Anbau – wird die Einrichtung einer Cafeteria, in der ein Snackverkauf möglich ist, im Bereich des jetzigen Lehrerzimmers, das wiederum in den Neubau ziehen wird, geplant. Da der Umbau im Gebäudebestand allerdings erst nach dem erfolgten Einzug in den Anbau, der zum Schuljahresbeginn in Betrieb genommen werden soll, starten kann, muss zunächst eine provisorische Lösung her.

Die Verwaltung schlägt deshalb vor, mit den Planungen für die Sanierung des Goethe-Gymnasiums die Mensa- und Übermittagssituation für beide Schulstandorte, beispielsweise durch eine bedarfsgerechte Erweiterung der Mensaflächen zu optimieren. Darüber entscheidet nun der Ausschuss für Schule, Kultur, Sport und Tourismus, der am Mittwoch tagt.

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