Schützenfest in Münsterbusch

Jakob Beye zum fünften Mal König : In die Feierstimmung fallen ein paar dicke Wermutstropfen

Die St.-Heinrichs-Schützenbruderschaft in Münsterbusch feierte, doch in die Feststimmung mischten sich ein paar Wermutstropfen. Denn aus der Bevölkerung schaute, wie Brudermeisterin Sabine Schröder bedauerte, kaum jemand beim traditionellen Schützenfest vorbei.

Ein ganzes Wochenende hatte die St.-Heinrichs-Schützenbruderschaft Münsterbusch 1880 wieder zu ihrem traditionellen Schützenfest eingeladen. Der Freitag stand ganz im Zeichen der Ortsvereine und der Ermittlung der neuen Hahnenmajestät, wobei es galt, mit einem Korkengewehr einen Lego-Vogel von der Tischkante zu schießen. Gleich elf Kandidaten konnten für den Wettstreit gefunden werden. Mit dem 226. Schuss schaffte es Heike Bengel, dem Lego-Vogel den Garaus zu machen, und wurde neue Hahnenkönigin. Zur Proklamation durfte die Brudermeisterin Sabine Schröder auch die Hahnenkönigin aus dem Vorjahr herzlich begrüßen. Gemeinsam mit ihr wurde Heike Bengel unter tosendem Applaus proklamiert. Geehrt wurden auch die Sieger des Ortsvereinsschießens durchzuführen, bei dem die Sparkasse vor der SPD und den „Multi-Kultis“ landete. Danach wurde getanzt. Für die musikalische Unterhaltung sorgte DJ Tom (Kettenis), und es wurde bis in die Nacht hinein gefeiert.

Der Schützensamstag begann mit dem Königsfrühstück, zu dem der neue Schützenkönig Jakob Beye seine Bruderschaft in die Katakomben Münsterbusch eingeladen hatte. Nachmittags fand der Königsempfang statt, zu dem alle befreundeten Königs- und Kaiserpaare samt Prinzen erschienen. Mit dem Bezirkskönigspaar Marcus und Sabine Schröder sowie den neuen Majestäten Jakob Beye und Timo Gehlen wurde die heilige Messe in der Pfarrkirche Herz-Jesu in Münsterbusch besucht, in der Präses Pfarrer Hans-Rolf Funken das neue Schützensilber segnete.

Im Saal des Jugendheimes Münsterbusch zeichnete Brudermeisterin Schröder Marianne Hanf mit dem Franz-Josef-Koch-Gedächtnispokal aus, der an den viel zu früh verstorbenen ehemaligen Kommandanten der Bruderschaft erinnert. Mit Bezirksbundesmeister Stefan Doncks ehrte sie auch Jakob Beye für 50-jährige Mitgliedschaft in der Bruderschaft mit dem Jubelorden. Marcus Schröder erhielt für seine 25-jährige unermüdliche Tätigkeit den Hohen Bruderschaftsorden des Bundes der Historischen Schützenbruderschaften.

Nach dem Auftritt des Tanzmariechens „Cora“ (Enkeltochter des neuen Schützenkönigs) durfte kräftig getanzt werden, ehe bereits zum fünften Mal Jakob Beye zum neuen Schützenkönig proklamiert wurde. Timo Gehlen wurde schon zum vierten Mal zum Jungprinzen proklamiert. Auch an diesem Abend war für die musikalische Unterhaltung DJ Tom zuständig.

Bedauert wurde von den Veranstaltern allerdings, dass Traditionsveranstaltungen wie das Schützenfest von der Bevölerung kaum noch besucht würden. „Es heißt immer, in Münsterbusch würde nichts stattfinden“, sagte Sabine Schröder. „Aber gerade solche Veranstaltungen sollen doch zur Dorfgemeinschaft beitragen. Es wäre wünschenswert, wenn Traditionsveranstaltungen wie Karneval, Maiparty, IG-Sommerfest, Schützenfest, Pfarrfest etc. wieder stärker von der Bevölkerung besucht würden.“ Gerade die Tatsache, dass man bei einem Schützenzug durch leere Straßen marschiere, habe die Bruderschaft dazu bewogen, diesen traditionellen Schützenzug nicht mehr durchzuführen, do die Brudermeisterin: „Man möchte nicht von der Bevölkerung belächelt werden, wenn man seine Traditionen pflegt.“

(ani)