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Stolberg: Schüler zeigen, was sie können

Stolberg : Schüler zeigen, was sie können

Ab der kommenden Woche wird Schülerinnen und Schülern der neunten Klassen auf den Zahn gefühlt, und zwar allen, ob sie nun eine der beiden Hauptschulen, der Realschulen oder Gymnasien in Stolberg besuchen.

In Mathematik, Deutsch und Englisch müssen sie ihre Kenntnisse unter Beweis stellen, denn das NRW-Ministerium für Schule, Jugend und Kultur will landesweit ermitteln, was die Jungen und Mädchen drauf haben und was nicht.

„Lernstandserhebung” nennt sich der Vorgang, bei dem die Jugendlichen zunächst am 9. November zwei Schulstunden lang Mathe-Aufgaben lösen müssen. Am 17. November folgt die Lernstandserhebung in Deutsch, und acht Tage später, am 25. November, geht es um das Fach Englisch.

Hunderte Jugendliche betroffen

Die Teilnahme ist verpflichtend und betrifft hunderte Stolberger Jugendliche. Schon im Vorfeld hat die Untersuchung unter Schülern und Eltern für einige Aufregung gesorgt. Doch die ist unbegründet. Die Leiterin des Goethe-Gymnasiums, Stefanie Luczak, teilte auf Anfrage mit, die Ergebnisse der Erhebung hätten keinerlei Einfluss auf die Noten.

Allein am Goethe-Gymnasium nehmen 109 Schüler und Schülerinnen teil. An der Propst-Grüber-Schule sind es 89 Jugendliche, die sich den Tests unterziehen müssen. Dort teilte der Leiter der Schule, Walter Clahsen, mit, es würden zwar allen Schülern identische Themen vorgelegt, doch die Schwierigkeitsgrade der gestellten Aufgaben seien je nach Schulform unterschiedlich.

Nervosität festgestellt

„Eine gewisse Nervosität im Vorfeld bei Lehrern und Schülern” hat Clahsen ebenfalls festgestellt. Man habe zunächst nicht genau gewusst, „wer nun eigentlich auf dem Prüfstand steht”.

Clahsen fragt sich außerdem, wie die Defizite bei den Schülern, so sie denn sichtbar werden, behoben werden? Und mit welchem Personal? An der Hauptschule auf der Liester wartet man schon länger auf einen Sozialarbeiter, der die Lehrer unterstützen soll.

Die Schulleiter machen außerdem auf den erheblichen zusätzlichen Arbeitsaufwand aufmerksam, den sie mit der Auswertung der Erhebung auf sich zukommen sehen. Viele Stunden zusätzlicher Arbeit werden da bestimmten, mit der Erhebung befassten Lehrern aufgebrummt.

Alles per Internet

120 Jugendliche sind in der Realschule I von der Lernstandserhebung betroffen, und der Leiter der Schule, Ferdi Küpper-Jakobs, weist darauf hin, dass alles per Internet an das Ministerium weitergeleitet werden muss. In der Schule ist, sobald jemand das Internet benutzt, nur noch eine einzige Telefonleitung frei. Es wäre schön, so Küpper-Jakobs, „wenn für die Erhebung auch die technischen Voraussetzungen geschaffen würden”.

Wie dem auch sei: Mit dem Verfahren betreten die Schulen Neuland, und „diese Erhebung ist erst der Anfang von vielen weiteren Neuerungen”, so Clahsen. Letztlich gehe es darum, angemessen auf die negativen Ergebnisse der Pisa-Studie zu reagieren.