Stolberg: Schokoladentafeln und Gummibärchen regnen auf die Zuschauer

Stolberg: Schokoladentafeln und Gummibärchen regnen auf die Zuschauer

Prinz Edilio I. (Gonzalez) konnte sich am Montag über den großen Zuspruch seiner Untertanen freuen. Sonnenschein und fast frühlingshafte Temperaturen hatten Tausende in die Innenstadt gelockt. Alle wollten ihren Karnevalsprinzen und den großen Rosenmontagszug sehen.

Und der bewegte sich mehr als zwei Stunden durch die City. Die Teilnehmer hatten bunte Kostüme übergeworfen und die Motivwagen fantasievoll geschmückt. Auf die Zuschauer regneten Schokoladentafeln, Chips, Kamelle und Gummibärchen herab.

Vor dem Rathaus warteten besonders viele Karnevalsjecken auf den Rosenmontagszug.

Den Beginn des Zuges bildete die bunte Stolberger Clowngruppe. Gefolgt von der KG Mölle, die mit ihrer Garde und Kinderprinzessin Isabelle I. angereist war. Die Tanzmariechen der KG wurden von starken Armen durch die Straßen getragen. Andere Mitglieder hatten sich als Hexen heraus geputzt. Das bunte Bild war den Zuschauern ein dreifaches „Stolberg Alaaf“ wert.

Prinz Edilio I. (Gonzalez) brachte Süßigkeiten und Blumen mit vollen Händen unter das närrische Volk am Straßenrand.

Bürgermeister Ferdi Gatzweiler und der Vize-Vorsitzende des Karnevals-Komitees, Michael Bartz, sagten vor dem Rathaus die jeweiligen Gruppen des Zuges an. Meistens verbunden mit einer kleinen Anekdote zu den Vorbeimarschierenden. Die Katholische Pfarre St. Franziskus hatte sich als „Teufel“ und Engel“ in den Zug eingereiht. Die „Stolberger Löwen“ der Familie Rademacher wollte mit ihrem Schmiedefeuer den Steinweg erhellen. Die „Fidele Zunft“ kam mit einer Frauengruppe in Clown-Kostümen daher, es folgte der Elferratswagen der KG. Hinter Schlümpfen mit ihren typischen Mützen folgten Schotten mit Dudelsäcken der Ersten Kleinen. Auch wenn die schottischen „Musikanten“ ihren Instrumenten noch keinen reinen Ton entlocken konnten, bis zum nächsten Rosenmontag bleibt ja noch Zeit zum Üben.

Die Clowns trafen sich schon vor dem Zug, um sich so richtig in Stimmung zu bringen.

Einen Riesenaffen fuhren die Atschinesen auf ihrem Wagen spazieren, die Piratengarde näherte sich - natürlich - auf einem Piratenschiff dem Rathaus und der Fußgängerzone. „Die KG Wenkbölle ist eine der stärksten Karnevalsgesellschaften von Stolberg“, kündigte Gatzweiler die nächsten Zugteilnehmer an. „Die KG steht einfach für gute Laune.“ Es folgte Kinderprinzessin Celine I. auf ihrem Wagen. Lauter Smileys bewegten sich mit der KOT St. Josef durch die Straßen, die Hubääte vom Sender nahmen in ihrem Karnevalsmotto Bezug auf ihr 40-jähriges Bestehen. Die besonders schönen Kostüme der Gruppe wurden ebenfalls mit einem dreifachen „Alaaf“ gewürdigt. Die City-Starlights hatten einen großen Frosch dabei. „Der wird hoffentlich den Steinweg wach küssen“, freute sich Michael Bartz.

Keine Frage - der gute-Laune-Faktor ist bei diesen beiden Zugteilnehmern extrem hoch.

Teuflische Jecke rollten mit ihrem Elferratswagen heran. „Die haben einen Tanz zur Europahymne einstudiert. Sie sind ein tolles Aushängeschild für die Stadt“, kommentierte Bürgermeister Gatzweiler. Die Teuflischen Jecken stehen für den jungen Karneval in der Stadt. Dazu passten ihre Kostüme der Ninja Turtles. Die Kupferstädter Kameraden wurden abgelöst von den „Löresse“, inzwischen schon 25 Jahre treue Teilnehmer des Rosenmontagszuges in Stolberg. Auch das technische Hilfswerk marschierte als eine der Fußgruppen mit.

Keine Bange:: Diese Zauberinnen von der „Mölle“ führen nur Gutes im Schilde - sie verbreiten das närrische Virus.

Die „Fidele Bessemskriemer“ aus Gressenich verwiesen auf ihr fünf mal elfjähriges Jubiläum. War es nun der Pleitegeier oder doch nur eine übergroße Amsel, die die KG aus Büsbach auf ihren Wagen montiert hatte? Gatzweiler jedenfalls forderte die Gruppe auf, „den Pleitegeier aus dem Steinweg zu vertreiben“. Gatzweiler weiter: „Die Motivwagen in unserem Zug brauchen sich nicht vor denen in Köln oder Düsseldorf zu verstecken.“ Die Pfadfinder hatten sich in Pippi Langstrumpf-Monturen gesteckt. Das Kinderprinzenpaar Justin I. und Monique wurde von den Jecken am Straßenrand ebenfalls bejubelt. Zum Dank gab es reichlich Süßes von oben. Die IG Atscher Jecke ließ es sich auch in diesem Jahr nicht nehmen, den Rosenmontagszug zu begleiten. Der „Ersten Großen“ folgte Kinderprinz Leandro I.. Für gute Laune sorgten die Trompetenbläser vom Donnerberg, ehe auf dem letzten Motivwagen Karnevalsprinz Edilio heran rollte. Der Mann versprühte so gute Laune, dass sie sich rasch auf die Menge am Straßenrand ausbreitete. Natürlich wurde auch er mit einem dreifachen „Stolberg Alaaf“ vor dem Rathaus empfangen. Mehr als zwei Stunden brauchte der Rosenmontagszug allein von der Eschweiler Straße bis zum Rathaus. Und es ging weiter. Für Prinz Edilio war es wohl der schönste Tag in seinem Leben.

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