Stolberg-Zweifall: Schockierend und faszinierend: Ausstellung im Kloster Zweifall

Stolberg-Zweifall: Schockierend und faszinierend: Ausstellung im Kloster Zweifall

Die Schwestern des Karmels in Zweifall setzen ihre Reihe „Kunst und Kultur im Kloster“ am Sonntag, 17. Februar, mit einer eindrucksvollen Ausstellung fort. In der Schau „Natur und Mensch — Licht und Schatten“ präsentiert der Maler Detlef Lützenkirchen mehr als 30 großformatige Werke.

Und die Ausstellung mit den zwei Themenschwerpunkten besticht durch große Vielschichtigkeit und Bilder mit hoher Anziehungskraft — positiv wie negativ. Licht und Schatten stoßen bei den von Lützenkirchen gemalten Menschen hart aufeinander, die Motive sind faszinierend, teils aber auch schockierend.

So zeigt die dreier-Serie „Lieb Vaterland“ Porträts von Menschen, die im Ersten Weltkrieg verheerende Gesichtsverletzungen davongetragen haben. Weniger auf der Leinwand, stattdessen umso stärker in den Köpfen der Betrachter dominiert das Grauen bei „Warschauer Ghetto“ und „Zyklon B“ — Bilder, die die Schrecken des Holocaust und des Zweiten Weltkriegs thematisieren.

Die Werke, bei denen Mensch und Natur gemeinsam anzutreffen sind, deuten eine andere Sichtweise und Darstellung an: In „Frau im Regen“, „Markttag“, oder „Rheinromantik“ lässt Lützenkirchen durch Form- und Farbgebung Harmonie einziehen. So aufwühlend und verstörend manche seiner Menschen-Bilder sind, so wohltuend ist die Betrachtung seiner Naturmalerei. Das Spiel mit warmen und kalten Farbtönen, die detailreiche, realistische Darstellung, in die sich ansprechend surrealistische Elemente einfügen, lässt den Betrachter gerne in Lützenkirchens Welt eintauchen.

Zumal der Autodidakt im Kloster auch vertraute Motive zeigt. Die Titel der Werke „Birkenallee Venn“, „Monschau“ oder „Venn-Mond“ sprechen für sich. Mit einer künstlerisch romantischen Präzision malt Lützenkirchen oft „Bilder im Bild“, komponiert mit dem Pinsel Werke im Stil von Kollagen, seine Art abzubilden ist immer auch schöpferisch, denn er stellt dar und lässt zugleich eigene Welten, Stimmungen und Sinnzusammenhänge entstehen. Dabei ist er stilistisch absolut frei. Bewusst, denn „für eine Einengung in stilistische Kategorien ist die Welt schlichtweg zu vielgestaltig“, sagt Lützenkirchen.

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