Stolberg: Schmiedestädte: Es geht um das Image und um den Nachwuchs

Stolberg: Schmiedestädte: Es geht um das Image und um den Nachwuchs

Øvre Eiker im Fylke Buskerud in Norwegen hatte zur jährlichen Konferenz des Rings der europäischen Schmiedestädte geladen. Von den 18 Mitgliedsgemeinden aus ganz Europa waren Vertretungen aus 15 Ringkommunen angereist, um das Jahresprogramm zu beraten und zu beschließen.

Dank Festlegung der englischen Sprache als Kommunikationsmittel traten gegenüber den Vorjahren deutlich weniger Schwierigkeiten in der Verständigung auf.

Stolberg wurde vom stellvertretenden Bürgermeister Patrick Haas, von Jürgen Gerres, Leiter der städtischen Veranstaltungen, sowie Barbara Breuer, Leiterin der Stolberg-Touristik, vertreten.

Nach dem Empfang der Teilnehmer mit anschließender Oldtimerausfahrt und Abendveranstaltung am Donnerstag wurde am Freitagmorgen die Jahreshauptversammlung von Präsident Hans Alberse aus Oude IJsselstreek (Niederlande) eröffnet.

Es folgten Vorträge, unter anderem zum Stand des Projektes „Iron Academy“, zum Sachstand zur Umsetzung der im Jahr 2013 beschlossenen Aktion „Skulptur der Mitgliedsgemeinden“ mit entsprechendem Namensschild aller Kommunen, zum Layout und Inhalt der neuen Webseite des Rings (www.ironcietes.net), zu Planung, Umfang und Realisierung der neuen Wanderausstellung des Rings mit dem Schwerpunktthema Eisen, zu Möglichkeiten der Wahrnehmung des Rings in den einzelnen Kommunen.

Markt der Möglichkeiten

Nach einem kleinen Imbiss folgte der „Markt der Möglichkeiten“. Auf diesem Markt konnte Stolberg in Person der Leiterin der Stolberg-Touristik den anderen Mitgliedskommunen die touristischen Angebote der Kupferstadt näherbringen.

Ein Rundgang zeigte, dass es neben dem verbindenden Element „Eisen, Stahl“ viele Gemeinsamkeiten und ähnliche Strukturen unter den Gemeinden gibt.

In einer anschließenden Open Space Sitzung (Arbeitsgruppen) ging es um die Themen bisherige Arbeit des Rings — Blick in die Zukunft, Einbindung und Beteiligung des Fachbeirates der Schmiede, Möglichkeiten der Ausbildung im Rahmen der Iron Academy und die Frage Wie soll es mit dem Projekt weitergehen?

Im Anschluss an die Beratungen wurde in der Mitte des Ortes die Skulptur „Solidarity“ des norwegischen Schmiedes Arkadiusz Gawecki in Begleitung von Bürgern und politischen Vertretern enthüllt. Eine Veranstaltung geselliger Art rundete den Tag ab.

Am Samstag wurden zunächst die Themen der Open-Space-Sitzungen weiter vertieft und erörtert. Nach einem kurzen Lunch begann die Generalversammlung. Unter anderem wurde beschlossen, dass die Jahreshauptversammlung Anfang Oktober des nächsten Jahres nicht in Ulyanovsk (Russland) sondern in Acireale (Italien) stattfinden wird. Mit der feierlichen Übergabe der Ringfahne von der Bürgermeisterin aus Øvre Eiker an den Bürgermeister aus Acireale (Italien) endete die Generalversammlung.

Blick über den Tellerrand

Neben der Jahreshauptversammlung trafen sich auch wieder verschiedene Ratsmitglieder der Mitgliedskommunen zum gemeinsamen Erfahrungsaustausch. Seit 2011 wird dieser Austausch von einigen Ratsmitgliedern aus Oude IJsselstreek (Niederlande) organisiert. Die Ratsmitglieder, die in Øvre Eiker teilgenommen haben, zogen eine durchweg positive Bilanz des Blicks „über den Tellerrand“.

Neben gemeinsamen Problemen aller teilnehmenden Länder wurde auch die eine oder andere alternative Lösungsmöglichkeit bestehender Probleme diskutiert. Im nächsten Jahr möchten sie wieder teilnehmen.

Alle Vereinsmitglieder haben ihren Willen bekundet, die Kommunikation untereinander weiter zu intensivieren, in der eigenen Kommune verstärkt Imagearbeit für den Verein zu leisten sowie sich gegenseitig bei der Nachwuchsförderung und -ausbildung, bei Schmiedefesten, Touristen- und kulturellen Angeboten und Aktionen zu unterstützen.

Der Tag schloss mit dem Besuch des „Vestfossen Kunstlaboratorium“, einem Museum für moderne Kunst und einer anschließenden Abendveranstaltung. Am Sonntag früh begab sich die Stolberger Delegation mit vielen neuen Eindrücken und Ideen für ihre Kupferstadt auf dem Heimweg.

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