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Stolberg: Schmiede holen den Hammer raus

Stolberg : Schmiede holen den Hammer raus

Das „1. Internationalen Kupfermeister-Treffen” Anfang September ist ein Leckerbissen im euregionalen Veranstaltungsreigen, mit dem die Kupferstadt ihrem Namen alle Ehre macht.

Drei Tage lang steht der Zinkhütter Hof im Mittelpunkt eines umfangreichen informativen und unterhaltsamen Reigens von Aktivitäten rund um das Thema Schmieden und Metall, das Besucher aus dem weiten Umfeld nach Stolberg locken soll.

Sponsoren decken alle Kosten

„Geboren wurde die Idee beim Schmiedetreffen 2001 auf der Burg und der Tagung des Rings der Schmiedestädte in 2003”, stellte am Freitag Bürgermeister Hans-Josef Siebertz mit seinen Mitarbeitern Ulrike Lange-Wiemers und Hans Baum sowie dem Stolberger Kunstschmied Matthias Peters das Programm vor. „Alle Kosten werden durch Sponsoren abgedeckt, so dass der städtische Etat nicht belastet werden muss”, lobte Siebertz ausdrücklich das Engagement der Stolberger Wirtschaft für das Kupfermeister-Treffen. „Wir wollen dabei die Stärken unserer Stadt zeigen in Verbindung mit ihrer einzigartigen Geschichte”.

Messing-Ausstellung

Einzigartig ist denn auch das Programm, das die Organisatoren für das erste September-Wochenende auf die Beine gestellt haben. Mit der Tagung des europäischen „Rings der Schmiedestädte” (1. bis 3. September) wird das 1. Internationale Kupfermeister-Treffen eingeläutet und am Freitag, 3.September, offiziell auf dem Freigelände des Museums eröffnet. Zum Tagesprogramm bis Sonntagabend gehören Konzerte der Marimba-Steelband aus Flensburg unter dem Motto „Stolberg kupfermeisterlich”, am Samstagabend ein Open-Air-Konzert der Coverband „Come Back”, und am Sonntagnachmittag präsentieren sich die Karamba Männcher mit einem ausgesuchten kupfermeisterlichen Programm - mit alten Stolberger Liedern mit Bezug zur industriellen Entwicklung der Stadt.

Kupfermeister-Führungen am Samstag und Sonntag sowie Nachtwächter-Führungen am Freitag und Samstag zählen ebenso zum Rahmenprogramm wie Kinder-Party, Clown und Kleinkirmes sowie Biergarten mit Spanferkel-Grill, kupfermeisterliche Köstlichkeiten aus dem Bistro von Stefan Carol und Brot der Pfadfinder.

Alter Fallhammer

Im Mittelpunkt des Geschehens stehen natürlich die Schmiede. Zehn Meister ihrer Zunft demonstrieren nicht nur ihr Können, sondern leiten auch Kinder und Jugendliche dazu an. Dafür wird Erz zu Eisen geschmolzen wie zur Zeit der Kelten in einem original getreuen Nachbau eines Rennofens und dann vor Ort verarbeitet. Einen besonderen Leckerbissen bietet dabei Martin Bläse, ein Silberschmiedemeister und Klangkünstler aus dem Harz, der nicht nur präsentiert, wie man Metall zum Klingen bringt, sondern auch ein meditatives Konzert auf seinen selbst geschmiedeten Klangkörpern bietet.

Demonstrationen und Kurse zum Treiben, Ziselieren und Löten von Kupfer, Metalldrücken und Schmieden von Kupfernägeln wird in Workshops angeboten. Vorträge von Fachleuten der RWTH Aachen beleuchten den wissenschaftlichen und historischen Hintergrund, und der Fachverband Metall NRW tagt. Gezeigt wird die Ausstellung „Erze der Region - der Stoff, aus dem einst Messing wurde” und eröffnet wird die neue Abteilung „Messing - Industrie und Handwerk” im Museum Zinkhütter Hof, der eine Schaugießerei angeschlossen ist. Die Stolberger Industrie präsentiert die Einsatzbereiche ihrer Kupfer- und Messingprodukte.

Matthias Peters hat einen 450 Jahre alten Fallhammer restauriert, mit dem in Zusammenarbeit mit der Partnerstadt Stolberg/Harz zwei unterschiedliche Erinnerungsmünzen in Kupfer geprägt werden - die Burg in Verbindung mit dem Stolberg-Logo oder mit einem Motiv aus Stolberg/Harz. Die Entwürfe dazu fertigt derzeit Grafiker Hartmut Albrecht.

2006 schon im Blick

Zu dem 1. Internationalen Kupfermeister-Treffen fährt der Aachener Verkehrsverbund nicht nur zu Sondertarifen, sondern ein Nostalgie-Bus bietet einen Ringverkehr vom Museum zur Altstadt und den Euregiobahn-Haltestellen, so dass auch auswärtige Besucher problemlos das Kupfermeister-Treffen erreichen können, das in der Region und auch mit Faltblättern in niederländischer und französischer Sprache international beworben wird.

Zukünftig alle zwei Jahre - den allseits erwarteten Erfolg vorausgesetzt - soll das Treffen für die Kupferstadt werben. „Wir planen bereits für 2006”, so Siebertz, wenn gleichzeitig der Deutsche Wandertag in Stolberg zu Gast sein wird, so dass beide Veranstaltungen miteinander verknüpft werden können. Dann feiert die Kupferstadt, die 1188 erstmals urkundlich erwähnt wurde, die Verleihung seiner Stadtrechte vor 150 Jahren.