SBG entwickelt weitere 100.000 Quadratmeter

Neubaugebiet auf dem Donnerberg : Jetzt folgt der Rest der Stadtrandsiedlung

Ein wenig überrascht waren die Verantwortlichen im Rathaus schon über die große Nachfrage nach Baugrundstücken auf dem Donnerberg. Dreifach überzeichnet, so würden es wohl Börsianer sagen, waren die ersten Grundstücke im Neubaugebiet an der Stadtrandsiedlung.

43 Einfamilien- und Doppelhaushälften sowie zwölf Mehrfamilienhäuser mit jeweils sechs Wohnungen sowie ein Kindergarten entstehen auf den ersten etwa 3,4 Hektar, die im Wesentlichen die Fläche der beiden beseitigten Sportplätze umfasst. Gleichzeitig bleibt in diesem ersten Bauabschnitt viel Grünland zur Oberen Donnerbergstraße hin erhalten.

Ursprünglich sollte es in dem Neubaugebiet, das seit 2012 zwischen „Trockener Weiher“ und Höhen-, Duffenter- und Oberer Donnerbergstraße projektiert wird, etwas enger zugehen. Das gefiel den Donnerbergern nicht. Ihre Wünsche aus der Planungswerkstatt 2013 wurden berücksichtigt. Von 221.000 auf 180.000 Quadratmeter wurde die Bruttobaufläche reduziert. 66 Prozent davon steht für den Wohnungsbau zur Verfügung. Ein durchgehender Grünzug wurde ganz aus der Planung herausgenommen.

Als 2015 der Rahmenplan für die „Neustadt“ vom Rat verabschiedet wurde, dachten die Stadtmütter und -väter, dass er über viele Jahre hinweg abschnittsweise peu á peu realisiert würde. Vom Trockenen Weiher hin zur Höhenstraße werden erst einmal vier Ausbauabschnitte angedacht.

Besiedelung des Neubaugebietes forcieren

Es war einmal: Das Neubaugebiet Stadtrandsiedlung vor der Erschließung des ersten Bauabschnittes im Bereich der Aschenplätze. Bebaut werden soll das Areal bis zur unterhalb des Senders quer verlaufenden Höhenstraße und den von Hecken gesäumten Grünstreifen. Foto: Stadt Stolberg / Raumplan

Doch nach dem schnellen Ausverkauf des ersten Abschnittes und angesichts der anhaltenden Nachfrage und des niedrigen Zinsniveaus will die Kupferstadt die Zeit nicht ungenutzt verstreichen lassen. Sie möchte nun die Besiedelung des Neubaugebietes forcieren.

„Der Stadtrat hat die Stolberger Baulandgesellschaft SBG mit der Entwicklung aller Restflächen beauftragt“; berichtet Tobias Röhm auf Nachfrage. Erst einmal ausgenommen bleibt nur ein kleinerer, gut 20.000 Quadratmeter großer und teilweise bebauter Streifen zwischen dem bebauten Teil der Höhenstraße und dem Queranschluss der Straße „Stadtrandsiedlung“ an die Obere Donnerbergstraße.

Dort sei der technische Aufwand der Erschließung der größte, will der Technische Beigeordnete zudem noch eine Erweiterungsfläche bei weiter gehender Nachfrage in der Hinterhand haben. Immerhin geht es jetzt um rund 100.000 Quadratmeter Bruttobauland – von der Reithalle bis zur Höhenstraße.

Davon dürften rund 66 Prozent reines Bauland werden. Überschlägig 120 Einfamilienhäuser und Doppelhaushälften und ein Dutzend Mehrfamilienhäuser könnten dort errichtet werden. Potenzial für weitere 40 Häuser und zwei Mehrfamilienhäuser bietet die Reservefläche.

Die Herausforderung dabei stellt zuerst der Grunderwerb dar, denn nur noch ein Teil der Freiflächen befinden sich in städtischem Eigentum. „Erste Gespräche sind bereits geführt“; sagt Röhm und zeigt sich optimistisch, das Neubaugebiet kontinuierlich erweitern zu können. Die Basis dafür sei die 2015 verabschiedete Rahmenplanung und gestalterisches Vorbild die 2017 beschlossene Bauleitplanung für den ersten Teilbereich. An diesen möchte Röhm möglichst nahtlos bei der weiteren Entwicklung anschließen. Das ist technisch unabdingbar für die Abwasserleitungen in den zum Trockenen Weiher hin bergab führenden Weiden.

Verkehr bleibt ein Thema

Probleme durch die zusätzlichen Verkehre erwartet der Beigeordnete nicht. Die Konzeptstudie dazu habe gezeigt, dass sich der Verkehr auf Trockenen Weiher und Höhenstraße verteilen werde. Allerdings sollen die Nebenanlagen der Höhenstraße ausgebaut werden, spätestens mit der Erschließung des angrenzenden Bauabschnittes.

Das hatten allerdings viele Donnerberger immer anders gesehen. Bereits während der Planungsphase forderten sie einen Ausbau der Höhenstraße vor der Erschließung des Neubaugebietes ein: „Das wichtigste Ergebnis der Planungswerkstatt war, dass vor jeglicher Erschließung des Neubaugebietes die Höhenstraße ertüchtigt werden muss“, betonten mehrere Donnerberger bei der Bürgerbeteilung im November 2016. Mehr als 7500 Fahrzeuge im Tagesschnitt nutzen die Achse über die Höhe. Massive Verkehrsprobleme bestünden in den Spitzenzeiten.

Damals hatten auch Paul Kirch und Rolf Engels als Sprecher der großen Koalition betont: „Wir müssen die Höhenstraße jetzt schon planen und mittelfristig anpacken. Jetzt werden wir für die Sünden der Vergangenheit bestraft; die Höhenstraße war immer eine heilige Kuh, an die keiner ran durfte.“

Eine Planung für die Höhenstraße hat der Vergabeausschuss bis dato nicht beauftragt.

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