Sanierung Bischofstraße: Anwohner müssen zahlen

Sanierung: Licht und Schatten für die Anlieger der Bischofstraße

Nicht nur in der Innenstadt leiden Anwohner und Gewerbetreibende unter Baustellen – auch in Büsbach gab es jüngst „Jahre des Baggers“, und ein weiteres wird folgen. In dem einwohnerstärksten Stadtteil Stolbergs sind die Bushaltestellen am Büsbacher Markt ertüchtigt worden, der Umbau des Marienheims an der Bischofstraße zog sich über Jahre und die Sanierung der Galmeistraße folgte.

Jetzt steht die Sanierung der Bischofstraße inklusive Kanal an. Die schlechte Nachricht für die Grundstückseigentümer an der Bischofstraße ist dabei, dass sie laut geltendem Kommunalabgabengesetz zur Kasse gebeten werden.

Aber es gibt auch gute Nachrichten, etwa für Fußgänger und für Autofahrer, wie jetzt bei der Bürgerbeteiligung deutlich wurde. Paul Kirch, Vorsitzender des Ausschusses für Stadtentwicklung, Verkehr und Umwelt, begrüßte 60 Anlieger im Büsbacher Bürgerhaus, und der Technische Beigeordnete Tobias Röhm betonte, dass es sich bei der Bürgerbeteiligung nicht um eine reine Informationsveranstaltung handele, sondern die Betonung auf „Beteiligung“ liege: „Wir befinden uns in der Vorentwurfsplanung, und Ihre Wünsche und Anregungen können noch in die konkrete Planung einfließen“, richtete Röhm das Wort an die Anwesenden.

Und jene Anregungen entwickelten die Bürger gemeinsam mit Fachleuten der Stadtverwaltung und des Ingenieurbüros Berg in Arbeitsgruppen. Zuvor stellte Jörg Veltrup, Abteilungsleiter Tiefbauplanung der Kupferstadt, die Vorentwurfsplanung vor. Avisierter Baubeginn ist das zweite Quartal 2019 und die bauliche Maßnahme soll sich über gut ein Jahr erstrecken. Die Kosten sind mit 1,67 Millionen Euro veranschlagt. Davon müssen laut geltendem Gesetz 920.000 Euro von den Anliegern – auch von Marienheim und Grundschule – getragen werden. Für die Eigentümer an der Bischofstraße bedeutet dies, dass vier- und auch fünfstellige Summen gezahlt werden müssen.

In Arbeitsgruppen entwickeln Bürger Anregungen, die noch in die konkrete Ausbauplanung einfließen sollen. Foto: ZVA/Dirk Müller

„Dabei bietet die Stadtverwaltung eine sogenannte unechte Ablösung an. Das heißt: Ratenzahlungen über 60 Monate sind möglich“, erläuterte Röhm. Im Zuge der Kanalsanierung werde die Stadt auch die Hausanschlüsse prüfen. Auf Eigentümer mit Sanierungsbedarf an den Hausanschlüssen können also noch weitere Kosten zukommen. Doch zu den guten Nachrichten: Der Vorentwurf für die Bischofstraße korrespondiert mit der Planung zur Umgestaltung der Ortsmitte Büsbachs und bietet Anwohnern und Verkehrsteilnehmern einige Vorteile im Vergleich zum Status quo.

Zum Beispiel in puncto Verkehrssicherheit und Parkraum. Im unteren Bereich der Bischofstraße parken Autos unter den alten Linden bisher schräg, weil nicht genügend Platz vorhanden ist, und beanspruchen damit Teile des Gehwegs. Dieses Problem soll gelöst werden, wobei von derzeit 60 Parkplätzen an der gesamten Bischofstraße 59 Stellflächen erhalten werden sollen. Die Fahrbahn soll teilweise von 6,70 Meter Breite auf 6 Meter verkleinert werden. Zugunsten der Verkehrsberuhigung und breiterer Gehwege und Parkplätze, die von 2 auf 2,20 Meter verbreitert werden, um modernen und größeren Autos Rechnung zu tragen. Die neuen Pkw-Stellflächen sollen markiert werden, damit künftig geordnet geparkt wird.

Sechs der 19 Bäume an der Bischofstraße würden dieser Maßnahme zum Opfer fallen, im Gegenzug allerdings neun Bäume neu gepflanzt werden. Positiv wie die Baumbilanz sind auch die Planungen zur Sicherheit für Fußgänger: An Marienheim und Grundschule sollen zwei neue Querungen entstehen, für die drei Varianten vorgestellt wurden. In den Arbeitsgruppen bevorzugten die Bürger die Version Zebrastreifen mit Einengung der Fahrbahn, waren aber auch einer möglichen Plateau-Aufpflasterung zur Geschwindigkeitsreduzierung gegenüber aufgeschlossen. „Wir werden nun prüfen, inwieweit die Variante Zebrastreifen mit Einengung mit einer zusätzlichen Aufpflasterung kombinierbar ist“, versprach Röhm.

Mit 30 Euro pro Beitragseinheit sind die Anliegerkosten für die Sanierung der Bischofstraße beziffert – außen vor bleibe die Umgestaltung des Bereiches am Denkmal, die im Zuge der Sanierungsmaßnahme zwar ebenfalls angegangen werde, aber keine Kosten für die Grundstückseigentümer an der Bischofstraße nach sich ziehe. Auch diesbezüglich präsentierte die Verwaltung den Bürgern mehrere Varianten. Die Anwesenden bei der Bürgerbeteiligung sprachen sich einhellig dafür aus, Sitzmöglichkeiten zu schaffen, die auf Straßenniveau von der Bischofstraße aus zu erreichen sind.

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