Stolberg: Saint-Gobain Sekurit möchte Freianlage erweitern

Stolberg : Saint-Gobain Sekurit möchte Freianlage erweitern

Über einen weiteren Schritt zur nachhaltigen Sicherung des Standortes von Saint-Gobain Sekurit berät der Ausschuss für Stadtentwicklung auf seiner Sitzung am 17. Januar: Die bereits an der Münsterbachstraße vorhandene Freianlage zur Messung der Eigenschaften von Kfz-Antennen soll erweitert werden.

Die Stadtverwaltung empfiehlt der Politik, der positiven planungsrechtlichen Stellungnahme für dieses teilprivilegierte Vorhaben im Außenbereich zuzustimmen. Die vorhandene Anlage war bereits 2000 genehmigt worden.

Als führender Spezialist ist Sekurit auf dem Weg die Multifunktionalität von Autoglas konsequent auszubauen, wie Geschäftsführer Dr. Stephan Kranz jüngst bei einem Innovations-Workshop der Wirtschaftsförderung im Zinkhütter Hof selbst erläuterte. Glas wird mittels zusätzlicher Technologien zu einem aktiven Bauteil im Auto. Sensoren für Scheibenwischer und Licht sowie integrierte LED und Antennen sind bereits bekannter. Aber die Funktionalität von Glas wird weiter zunehmen.

Zukünftig können Armaturen in die Windschutzscheibe gespiegelt werden, diese wird dann per Fingerdruck zur Steuereinheit oder mit einem Wischen verdunkelt oder zum Filmbildschirm. Die Visionen der „augmented reality“, einer von Computern unterstützten, erweiterten Sinneswahrnehmung, stehen vor einer Realisierung.

Was in Serie gehen soll, muss vorher eingehend geprüft werden. Dazu dient für den Einsatz von Antennen besagte Freifeldmessanlage, die ein wenig versteckt nahe der Inde auf dem Gelände des früheren Ringlokschuppens der Deutschen Bahn.

Richtcharakteristik

Die Messungen in Stolberg dienten der Bewertung von Kfz-Antennen hinsichtlich ihrer Eigenschaften wie Richtcharakteristik und Empfindlichkeit, erklärt Tobias Röhm in seiner Vorlage für den Ausschuss. Zur Bewertung kämen Antennen für unterschiedliche Kommunikationsdienste wie Radio (AM, FM), Digital-TV, Mobiltelefon und mobile Datenverbindungen der unterschiedlichen Standards, Navigation (z.B. GPS), Digitalradio (DAB) und andere, so der Technische Beigeordnete weiter.

Da die Antenneneigenschaften unter anderem durch die Fahrzeuggeometrie beeinflusst würden, müsse bei der Messung das gesamte Fahrzeug betrachtet werden. Dazu werde eine Sende- und Empfangsstrecke eingerichtet. Die Sendeantenne soll auf einem massiven Sockel aufgebaut werden, der sich in gut 70 Meter Entfernung von der im Fahrzeug eingebauten Empfangsantenne befinde. Das Fahrzeug stehe dabei auf einer drehbaren Plattform.

Um witterungsunabhängig Messungen durchführen zu können und um den durch die Kunden geforderten Sichtschutz für die Prototypen, die sogenannten Erlkönige, zu gewährleisten, soll die drehbare Plattform von einer geschlossenen Kuppel aus Glasfasermaterial mit circa sechs Meter Höhe umschlossen werden.

In deutlichem Abstand zum Messbereich sollen zudem ein als Büro genutzter Container und Garagen zum sicheren Unterstellen der Fahrzeuge aufgebaut werden.Öffentliche Belange werden aus planungsrechtlicher Sicht nicht beeinträchtigt, erklärt die Verwaltung. Ebenso haben weitere beteiligte Behörden keine Bedenken. Auflagen zu Boden- und Naturschutz sollen in die Baugenehmigung aufgenommen werden.