Sabrina Schellhoffs Roman Fremd+Land

Jungautorin : Sabrina Schellhoff möchte mit ihrem zweiten Buch den Spieß herumdrehen

Der Roman über Rassismus und Diskriminierung ist auch geeignet für Nicht- oder Wenig-Leser. Es gibt einen pädagogischen Anhang für Schüler zwischen der 6. und 8. Klasse.

Eigentlich ist Tim immer gerne zur Schule gegangen. Weil er dort Freunde traf und seine Noten auch in Ordnung waren. Doch dann kam ein ungeliebtes Fach hinzu: Englisch. Der 15-Jährige wird nicht warm mit der Sprache, seine Englischkenntnisse sind per Zeugnis ausgewiesen „mangelhaft“, und je mehr er falsch macht, desto weniger Spaß hat er an der Sprache. Im Rahmen eines Schüleraustauschprogramms, von dem er sich eine Verbesserung erhofft, fährt er nach Kanada und verbringt ein halbes Jahr in dem fremden Land. Er lebt bei einer Gastfamilie, mit der er zuvor nur wenige Worte gewechselt hat, geht zur High School und versucht, seinen neuen Alltag zu meistern. Und zum ersten Mal in seinem Leben macht er die Erfahrung „der Ausländer“ zu sein...

Mit „Fremd+Land“ legt die Stolberger Jungautorin Sabrina Schellhoff ihr zweites Jugendbuch vor. „Vorurteile, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus sind leider aktuelle Themen. Und das nicht nur in Deutschland“, sagt Schellhoff, die allerdings kein Buch über einen Ausländer in Deutschland schreiben wollte. „Ich wollte den Spieß quasi herumdrehen.“ Damit korrespondiert auch die Widmung vor Beginn der Handlung: „Für jeden Ausländer. Und ganz besonders für jeden, der denkt, er sei keiner.“

Erschienen im BVK Buch Verlag Kempen ist „Fremd+Land“ einerseits ein Jugendbuch, es kann aber auch als Unterrichtsmaterial dienen, denn im Anhang finden sich pädagogische Anregungen sowie konkrete Aufgabenstellungen für Schüler der 6. bis 8. Klassen. Bewusst schreibt Schellhoff das Buch nicht als schwerverdauliche literarische Kost. „Es ist in gängiger, einfacher Sprache gehalten, damit es sich eben nicht nur für ambitionierte Leseratten eignet, sondern auch Nicht- oder Kaum-Leser an das Buchlesen heranführen kann.“ „Fremd+Land“ ist ab sofort im Buchhandel erhältlich, ebenso wie Sabrina Schellhoffs erster Jugendroman „Block 77“.

Die Stolberger Autorin studiert in Köln Deutsch und Kunst auf Lehramt und lebt in der Atsch. Schreiben sei ihr Hobby, „eigentlich schon so lange ich denken kann“, sagt die 24-Jährige. Begonnen habe sie mit Kurzgeschichten, die mit der Zeit immer länger wurden. Ihre erste Veröffentlichung „Block 77“ schrieb sie im Alter von 14 Jahren. Knapp vier Jahre nach Vollendung des Buches wurde der Jugendroman „Block 77“ vom BVK herausgegeben.

Nachdem nun auch „Fremd+Land“ erschienen ist, will die Jungautorin weiterschreiben. Wenn Sabrina Schellhoff derzeit ihr Laptop aufklappt, schreibt sie allerdings nicht an etwas, das für den Buchhandel bestimmt ist: ihrer Bachelor-Arbeit.