Stolberg: „Runder Tisch Demenz”: Spezieller Notfallbogen für Betroffene

Stolberg: „Runder Tisch Demenz”: Spezieller Notfallbogen für Betroffene

Das Ziel ist klar formuliert, wenn Paul Schäfermeier sagt: „Stolberg soll demenzfreundlicher werden.” Der Seniorenbeauftragte der Stadt hat zu diesem Zweck bereits zahlreiche Vorträge und Schulungen organisiert, zum Beispiel sind 40 Mitarbeiter der Verwaltung, allen voran Bürgermeister Ferdi Gatzweiler, im Umgang mit demenzkranken Menschen geschult worden.

„Auch hauptamtliche wie freiwillige Feuerwehrleute sind dahingehend unterwiesen worden und jüngst haben Gespräche mit der Polizei stattgefunden, in denen es um die Suche Demenzkranker ging, die sich verlaufen haben”, beschreibt Schäfermeier.

Außerdem hat er 2009 den vom Sozialausschuss der Stadt angeregten „Runden Tisch Demenz” ins Leben gerufen. Dieser erlebte am Montag eine Premiere und wurde erstmals nicht in Räumen der Stadtverwaltung sondern im Bethlehem Gesundheitszentrum abgehalten.

Das Stolberger Krankenhaus verfügt seit zwei Jahren über eine hauseigene Demenzgruppe; eine Alltagsbegleiterin und eine speziell ausgebildete Krankenschwester stehen für die Betroffenen ebenso zur Verfügung wie ein eigener Demenzraum, dessen Einrichtung nicht krankenhaustypisch ist, sondern stark an ein Wohnzimmer erinnert.

„Die Anzahl der Demenzerkrankungen nimmt immer mehr zu, so dass die Gesellschaft auf allen möglichen Ebenen reagieren sollte”, meint Schäfermeier, und die Beteiligung an dem Runden Tisch gibt ihm Recht: Mehr als 20 Personen, darunter Vertreter der Städteregion, des DemenzNetz Aachen, des Stolberger Seniorenbeirats und der Stadtverwaltung, des sozialen Dienstes im Haus Lucia, des Helene-Weber-Hauses, verschiedener Selbsthilfegruppen, der AOK und natürlich des Bethlehem Gesundheitszentrums.

Bei dem offenen Informationsaustausch wurde unter anderem das Thema des stationären Krankenhausaufenthaltes thematisiert. So berichtete Manfred Wüller aus Sicht der AOK, intensive Gespräche mit Angehörigen Demenzkranker würden zeigen, dass die Versorgung in Krankenhäusern generell noch zu wünschen übrig lasse. Die Patienten würden oft mit anderen Symptomen wie etwa einer Fraktur eingeliefert. Die Diagnose Demenz erfolge erst später.

„Wir sind als Krankenkasse sofort über die Demenz der Betroffenen informiert, und haben einen Notfallbogen entworfen, der im stationären Umgang sehr hilfreich sein kann”, erklärte Wüller. Welche Medikamente der Patient einnimmt geht ebenso aus dem Bogen hervor wie etwa, was beruhigend auf ihn wirkt, was Aggressionen auslösen kann, und wobei er wie viel Hilfe benötigt. Der Bogen als Ergänzung zur Notfallkarte ist im Pflegestützpunkt NRW im AOK-Haus, Frankentalstraße 16, erhältlich, Telefon 104125.

Zur 1. Demenz-Fachtagung lädt das Bethlehem Gesundheitszentrum am 24. Oktober ein. Die Vorträge beginnen um 8.30 Uhr im Rolandshaus, Steinfeldstraße 4; Anmeldung ist erforderlich Telefon 1074626 oder per E-Mail an: bgz@bethlehem.de.