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Outlet in der Innenstadt: Rückschlag für „Factory City“ in Stolberg

Outlet in der Innenstadt : Rückschlag für „Factory City“ in Stolberg

Mit dieser Überraschung hatten Politik und Verwaltung scheinbar nicht gerechnet. Kurz vor der Ratssitzung am Dienstagabend hatte sich der potenzielle Geschäftsführer der „Factory City“ in einer Mail an die Ratsmitglieder gewandt – mit einer unerwarteten Nachricht.

Das Projekt hatte in den vergangenen Monaten bereits viele Namen. Während die einen von der „letzten Chance für Stolberg“ sprachen, betitelten es die anderen als „Leuchtturmprojekt“. Gemeint ist damit die sogenannte „Factory City“ – ein Outlet mitten in der Stolberger Innenstadt. Ende Juni dieses Jahres stimmte der Stadtrat der Gründung der Stolberger Fabrikverkauf Infrastruktur GmbH zu. Die städtische Gesellschaft sollte fortan für den Betrieb des Outlets zuständig sein. Bürgermeister Patrick Haas (SPD) wurde zum Geschäftsführer ernannt – zumindest vorübergehend. Diesen Posten sollte nämlich eigentlich Rolf Zimmermann bekleiden. Doch daraus wird nun nichts.

Wenige Stunden vor Beginn der Ratssitzung am Dienstagabend informierte Zimmermann Politik und Verwaltung per Mail darüber, dass er für dieses Amt nicht weiter zur Verfügung stehen werde. „Die Verträge sind in keinster Weise unterschriftsreif. Mir liegt bis heute nichts Handfestes vor“, betonte Rolf Zimmermann am Mittwochvormittag im Gespräch mit unserer Zeitung.

Das kritisierte auch die Politik. „Seit dem 21. Juni hat es keine nennenswerten Ergebnisse gegeben. Ich bin stinksauer, dass dieses Leuchtturmprojekt gegen die Wand gefahren wird“, fand Ratsmitglied Martin Hennig (CDU) deutliche Worte.

Nach einer langen und emotionalen Diskussion soll nun die Ausschreibung vorbereitet werden. Zudem stand die Option einer Sondersitzung des Rates zur Debatte. Bürgermeister Patrick Haas (SPD) appellierte, die nächsten Schritte gemeinsam zu gehen. „Das Projekt ist nicht gestorben“, machte er deutlich.

Wir berichten im Laufe des Tages ausführlich weiter.